Landau Süße Kringel mit Historie

Die Strauben sind fast in Vergessenheit geraten. Robert und Verena Konietzko wollen ihnen zum Comeback verhelfen.
Die Strauben sind fast in Vergessenheit geraten. Robert und Verena Konietzko wollen ihnen zum Comeback verhelfen.

Seit 26 Jahren sind Robert und Verena Konietzko mit ihren Kringelfritz-Strauben auf Veranstaltungen in der Pfalz unterwegs. Das süße Gebäck ist hierzulande fast in Vergessenheit geraten – und das, obwohl es ursprünglich aus der Pfalz stammt. Auch deshalb versteht sich das Ehepaar als „Botschafter der traditionellen Pfälzer Küche“ und möchte die Strauben wieder bekannter machen.

Bei einem Besuch in Ontario/Kanada im Jahr 1992 lernten Robert und Verena Konietzko die „Funnel Cakes“ kennen und waren fasziniert von der Herstellung der süßen Leckerei. „Mit dem Rezept der Tante in der Tasche flogen wir zurück in die Pfalz“, erinnert sich Robert Konietzko. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt war die Idee geboren, im Nebenberuf das ungewöhnliche Gebäck auf regionalen Veranstaltungen anzubieten. Es folgte eine Test-Phase, bis der richtige Teig gefunden und die Tücken in der Herstellung überwunden waren. Die Anmeldung zum ersten Markt stand, nun musste noch ein passender Name her: Da die Portionen gekringelt und frittiert sind, war der mittlerweile auch eingetragene Markenname „Kringelfritz“ schnell gefunden. Erst später kam der Zusatz „Strauben“ dazu, da ein Stand-Besucher die Konietzkos auf das Buch „Was der Pfälzer Bauer nicht kennt“ aufmerksam machte, in dem geschrieben steht, dass die Strauben aus der Pfalz stammen und im Zuge der Auswanderungswelle um das 19. Jahrhundert nach Amerika gelangten. „Dort sind sie als Funnel Cakes sehr beliebt, hierzulande sind sie fast in Vergessenheit geraten“, sagt Verena Konietzko. Die häufigste Frage auf den Märkten sei: „Was ist das denn überhaupt?“ (siehe „Zur Sache“). Mittlerweile bietet das Ehepaar die Strauben seit 26 Jahren auf unterschiedlichen Veranstaltungen an. So waren sie erst kürzlich auf dem Bellheimer Bauernmarkt, im Oktober folgen beispielsweise das Keschdefeschd in Annweiler, das Wein und Kastanienfest in Edenkoben oder zu Weihnachten der Anneresel-Weihnachtsmarkt in Rheinzabern. Es gibt zudem drei Kooperationspartner, die die Teigmischung von den Konietzkos beziehen, ansonsten aber autark wirtschaften. Sehr hoch seien die Investitionen nicht, so Robert Konietzko. Ein Ölbad, Küchenutensilien und die Teigmischung brauche man und könne bei einer „guten Veranstaltung“ mehrere Hundert Euro Umsatz am Tag machen. Eine Straube kostet 4,50 Euro, mit Dip 5,50 Euro. Zu warm dürfe es nicht sein und Dauerregen sei auch nicht gerade förderlich für das Geschäft. Mit Zimt und Zucker seien die Strauben in der Winterzeit besonders nachgefragt. „Sie eignen sich aber auch als Weinbegleiter im Sommer“, so Konietzko. Die Herstellung hat einen hohen Schauwert: Ein flüssiger Brandteig wird in das heiße Öl gegossen. Dabei entsteht ein Lotuseffekt, der das Öl am Teig abperlen lässt. So erhalten die Strauben ihre charakteristische Nest- oder Knäuelform. Neben Puderzucker gibt es unterschiedliche Dips: Auf dem Gimmeldinger Mandelblütenfest ist es ein Mandelmus oder im Herbst auf Kastanienfesten in Edenkoben oder in Annweiler Kastaniendips. Auch Apfelmus sei beliebt. Zudem können die Strauben-Bäcker für private Veranstaltungen wie Hochzeiten gebucht werden. Info Weitere Informationen und Kontakt im Internet: www.kringelfritz.de.

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