Landau Rundsporthalle als Puffer

Auf dem Spielfeld der Rundsporthalle in Landau sollen nach derzeitiger Planung 76 Wohnräume für Flüchtlinge eingebaut werden. Bei Maximalbelegung mit je vier Menschen wären dies rund 300 Bewohner. Gebäudemanagement (GML) und Oberbürgermeister betonen jedoch, dass dies möglichst nie der Fall sein soll.
Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer (SPD) hat gestern im GML-Werkausschuss deutlich gemacht, dass er für Obergrenzen bei den Flüchtlingszahlen ist und Deutschland bei seiner Asylpolitik dem Beispiel Schwedens folgen müsse, bevor in den Kommunen die Stimmung kippe. Der Ausschuss hat einstimmig (bei Enthaltung Gertraud Migls, Fraktion Pfeffer & Salz) 210.000 Euro für Umbauten bereitgestellt. Weitere 60.000 Euro für Möbel hatte der Hauptausschuss bereits bewilligt. Schlimmer und GML-Werkleiter Michael Götz betonten, dass es Ziel der Verwaltung sei, Sammelunterkünfte zu vermeiden. Dennoch müsse die Stadt Vorsorge treffen für den Fall, dass keine neuen Wohnungen auf dem freien Markt mehr zu bekommen sind. Und es gelte, einen Puffer zu haben, weil es noch Immobilienangebote gebe, bei denen vor Bezug noch umgebaut werden müsse. Schlimmer, der am liebsten nicht über Maximalzahlen reden wollte, betonte, dass er nicht von einer vollen Belegung ausgehe und dass die Menschen auch nur übergangsweise in der Rundsporthalle wohnen sollten. Doch selbst für diese Zeit wolle man ihnen mit den Trennwänden ein Minimum an Privatsphäre ermöglichen. Götz hofft, die geschätzten Umbaukosten noch drücken zu können. Zusätzlich zu den beiden Eingängen müssten noch zwei Fluchttüren eingebaut werden. Alle Umbauten seien reversibel, sofern die Statik es zulasse, könne die Halle später wieder für den Sport genutzt werden. Thomas Bals (CDU) begrüßte, dass die Verwaltung die Flüchtlinge bisher dezentral untergebracht und die Lage so geräuschlos bewältigt habe. Rudi Eichhorn (CDU) würdigte die Sportler, die relativ positiv mit der für sie schwierigen Situation umgingen. Die Verwaltung habe frühzeitig das Gespräch mit den Vereinen gesucht, lobte Florian Maier (SPD). Doris Braun (Grüne) findet es toll, wie Sportler ihre eigenen Interessen zurückgestellt hätten und dem „Gebot der Menschlichkeit gefolgt“ seien. (boe) Info Die Stadtverwaltung lädt zu einer Bürgerinformation über die Flüchtlingsunterkunft ein für Donnerstag, 10. Dezember, 19 Uhr, in der Rundsporthalle.