Landau „Pony Car“ trifft „Knutschkugel“

„Sonne satt“, spätsommerliche Temperaturen, glänzende Mustangs und Isettas: Bei der 18. Auflage des Knittelsheimer Oldtimertreffens war am Sonntag „Showtime“ rund um das Gemeindehaus und in den angrenzenden Straßen angesagt.
Drei amerikanische Mustangs schieben sich kraftvoll blubbernd am Gemeindehaus und zahlreichen Besuchern vorbei, die beim Anblick dieser historischen „Pony Cars“ aus der Zeit um 1970 respektvoll eine Gasse bilden. Während sich einige Teilnehmer bereits zur 70 Kilometer langen Ausfahrt formieren, treffen andere Fahrzeuge gerade erst auf dem Veranstaltungsgelände des „1. Oldtimerclubs Knittelsheim“ ein, das sich mittlerweile scheinbar fast auf das ganze Dorf ausgedehnt hat. Lediglich über einen Bruchteil der Leistung amerikanischer Straßenkreuzer aus den 50er und 60er Jahren, von denen einige in Knittelsheim zu sehen sind, verfügt die BMW Isetta, Baujahr 1958, mit der Allard van Lunteren zum Treffen kommt. Mit 250 Kubikmeter Hubraum des Einzylinder-Viertakt-Motors und einer Leistung von 12 PS sind die technischen Daten des einst vom Volksmund auch gerne als „Knutschkugel“ bezeichneten Fahrzeugs schnell umrissen. Mit dieser Stilikone des Wirtschaftswunders erklommen unerschrockene bundesdeutsche Urlauber seinerzeit Alpenpässe und reisten zu den beliebten Ferienorten rund um den Gardasee. Platzprobleme beim Einparken sind für Isetta-Fahrer – heute wie schon in den 50ern – traditionsgemäß kein Thema: Der Kleinwagen nimmt selbst mit der kleinsten Parkbucht Vorlieb. Auf der durchgehenden Sitzbank des Wagens finden zwei Personen Platz, Fahrer und Beifahrer steigen bauartbedingt nacheinander durch die einzige nach vorne aufschlagende Tür des Wagens. Allard van Lunteren schätzt den Charme seines pastellgrün lackierten Automobils. „Es ist natürlich ein riesengroßer Unterschied und vor allem ein völlig unterschiedliches Fahrgefühl, mit einer Isetta 80 Stundenkilometer – der Höchstgeschwindigkeit – schnell zu fahren oder mit einem modernen Alltagswagen, in dem man dieses Tempo kaum als besonders rasant wahrnimmt“, berichtet der in Sondernheim praktizierende Zahnarzt. Neben weiteren Automarken, die untrennbar mit dem Aufbruch in die bundesdeutsche Massenmotorisierung der 1950er Jahre verbunden sind – wie VW-Käfer, Goggomobil oder Hansa-Loyd – sind auch die luxuriöseren Wagen jener Ära zu bestaunen, etwa die von Mercedes-Benz oder Raritäten aus dem Hause Borgward. Straßenbild und Alltagskultur der 1970er und 80er Jahre reflektieren Fahrzeuge, die noch nicht allzu lange ihren Status vom „Youngtimer“ zum „Oldtimer“ gewechselt haben. 30 Jahre seit der Erstzulassung müssen die Autos auf dem Buckel haben. Rundum zufrieden mit dem Oldtimertreffen war am Abend der Vorsitzende des Knittelsheimer Oldtimerclubs, Peter Malthaner, zumal auch die über rund 70 Kilometer führende Ausfahrt problemlos verlaufen war. Er und insgesamt 50 Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um das Treffen zu organisieren und zu betreuen. Doch die intensiven Vorbereitungen haben sich gelohnt: Rund 300 Fahrzeuge wurden in Knittelsheim gezählt, viele aus der näheren Umgebung, manche aber auch aus Pirmasens, Kusel oder Pforzheim, was an den Kennzeichen abzulesen war. 129 Teilnehmer gingen bei der Ausfahrt an den Start. Begeistert war der Vorsitzende auch vom stetig wachsenden Interesse der Besucher. „Es war ein Spätsommermärchen“, resümierte Peter Malthaner am Ende eines langen Tages. |lh