Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Parkleitsystem kommt: Alter Messplatz wird umgebaut

Der Alte Messplatz soll drei feste Zu- und Abfahrten bekommen.
Der Alte Messplatz soll drei feste Zu- und Abfahrten bekommen.

Künftig werden Gäste der Stadt Landau wissen, wo wie viele Parkplätze frei sind. Aber dafür wird ein zentraler Platz umgestaltet. Was Autofahrer erwartet.

Man kennt es aus anderen Städten: Kurz hinter dem Ortsschild oder auf dem Weg ins Zentrum gibt es Anzeigetafeln, auf denen man sofort sieht, wo noch wie viele Parkplätze frei sind. Autofahrer müssen so weniger nach Parklücken suchen – oder wissen zumindest, wo sich das Suchen eher lohnt. Das soll es bald auch in Landau geben. Und das wird Auswirkungen haben – beispielsweise auf den Alten Messplatz im Zentrum.

Denn dieser wird umgestaltet werden müssen, erklärt Projektleiter Tobias Scholten von der Mirko Wendler GmbH in der jüngsten Sitzung des Landauer Bauausschusses. Die Firma ist auf Parkleitsysteme spezialisiert und zählt unter anderem die Münchener Messe zu ihrem großen Kundenkreis – und auch die Stadt Landau, die ein solches System in Auftrag gegeben hat. Der Grund für den nötigen Umbau des Messplatzes ist simpel: Um anzeigen zu können, wie viele Parkplätze auf dem Messplatz frei sind, muss man das auch wissen. Also sollen künftig Kameras die ein- und ausfahrenden Autos zählen. So ist jederzeit klar, wie viele freie Parkplätze es gibt.

Die meistgenutzte Zufahrt fällt weg

Nur: Derzeit können Autofahrer fast von überall her auf den Platz fahren, sagt Scholten, es brauche aber Ein- und Ausfahrten, an denen die Kameras zählen können. Der Projektleiter betont, dass die Kameras auch nur das tun werden – und keine Kennzeichen erfassen. Der Rest des Platzes soll von Pollern gesäumt werden.

Künftig soll es nur noch drei Zufahrten geben – und die wohl meistgenutzte fällt weg. Viele fahren am Nordring bei der Fußgängerampel auf den Alten Messplatz auf. Das soll künftig nicht mehr möglich sein. Dort treffen Radfahrer, Fußgänger, Autos und zu gewissen Zeiten noch Schüler des Max-Slevogt-Gymnasiums aufeinander – es gebe bessere Orte für eine Einfahrt. Welche sind das?

Die Zufahrt beim MSG fällt weg.
Die Zufahrt beim MSG fällt weg.

Minikreisel wird umgebaut

Die am Nordring, circa in der Platzmitte, soll bleiben. Aber: Sie soll nur noch für aus Richtung MSG kommende Rechtsabbieger nutzbar sein, sagt Scholten. Wenn Autofahrer aus der Gegenrichtung kommend nach links auf den Messplatz abbiegen wollen, verursachen sie nicht nur in Hauptstoßzeiten gerne mal Staus. Das soll vermieden werden. Eine zweite Einfahrt soll im Norden direkt an der Ecke zur Fortstraße entstehen, so Scholten weiter. Und die dritte wird neu gemacht.

Denn sie soll am Minikreisel an der Ecke Nord-/Westring entstehen. Hier sei eine weitere Zufahrt optimal positioniert, sagt Scholten. Der Minikreisel ist sowieso nur als Provisorium eingerichtet – und soll so umgestaltet werden, dass er den dann entstehenden Verkehr auch abwickeln kann.

Zwei Parkplätze kommen nicht ins System

Auf den geplanten digitalen Schildern soll der Messplatz Scholten zufolge dann zusammen mit dem Parkplatz von der Uni ausgewiesen werden – eine von drei Parkzonen, auf die dann hingewiesen werden wird. Die anderen beiden Zonen seien der West- und der Ostring. Die freien Parkplätze in diesen Gebieten sollen zusammengezählt angezeigt werden. Man versuche auch noch, die privaten Parkhäuser ins Boot zu bekommen. Ein Sonderfall werde aber der Weißquartierplatz werden.

Denn dieser hat zu viele Aus- und Einfahrten. Würde man die alle mit Kameras überwachen, sprengte dies den Kostenrahmen deutlich, sagt Scholten. Dazu kämen noch die Bäume, die die Überwachung weiter verkomplizierten. Auch andere Lösungen wie Magnetfeldsensoren hätten ihre Schwächen, sagt Mirko Wendler. Bekämen die Leute angezeigt, dass an einem Ort noch einige Parkplätze frei sind, und bemerkten dann, dass das nicht stimmt, sei das Vertrauen in das System hinüber, ergänzt er. Stand jetzt wird der Weißquartierplatz also nicht digital erfasst. Ebenfalls nicht im System ist der Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof. Dieser gehöre der Bahn und sei deren Kunden vorbehalten, erklärt der stellvertretende Bauamtsleiter Ralf Bernhard.

Kosten: Fast eine Million Euro

Die Anzahl der je freien Parkplätze in den drei Bereichen werde den Plänen zufolge dann live auf verschiedenen Tafeln in der Stadt angezeigt. Drei große Tafeln würden an den Stadteinfahrten von der Autobahn her im Süden, Norden und Zentrum angebracht. Weitere kleine Tafeln werden für aus allen Richtungen kommende Fahrer näher am Stadtzentrum aufgestellt.

Kosten wird das Ganze Scholten zufolge rund 900.000 Euro, von denen 840.000 förderfähig seien. Gehe alles glatt, könne das digitale Parkleitsystem in Landau im Sommer 2027 in Betrieb genommen werden.

Korrekturhinweis

Die Position der neu geplanten Zufahrt zum Messplatz ist an dem Minikreisel Nord-/Westring geplant. Wir hatten die Zufahrt in einer früheren Version des Textes ein paar Meter nach Westen verlegt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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