Landau
Ostpark-Umbau steht noch ganz am Anfang
Als Projekt von historischem Ausmaß hat Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) die Sanierung des Schwanenweihers und des ihn umgebenden Ostparks bezeichnet. Das gilt in mehrfacher Hinsicht: erstens für die Summe von knapp 3,9 Millionen Euro, die investiert wird; zweitens für das geschichtsträchtige Areal, das einst Bestandteil der Festungswälle und -gräben war; drittens für die Tatsache, dass Park- und Wasserfläche Bestandteil des Klimaanpassungskonzepts sind und dazu beitragen sollen, ein Überhitzen der Innenstadt zu verhindern. Und viertens kann man festhalten, dass der Schwanenweiher Landaus größter Mülleimer sein dürfte. Denn von reichlich Kriegsschutt über Müll und mutmaßliches Diebesgut wie Süßwarenautomaten bis hin zu Patronen, einem Schreckschussrevolver und einer Handgranate ist schon fast alles wieder ans Tageslicht gekommen.
Nur äußerst langsam trocknet der Schlamm, der sich in Jahrzehnten am Teichboden abgesetzt hat. Die Schicht ist stellenweise deutlich dicker als erwartet. Entsprechend muss mehr von dem Material an den Ufern eingebaut werden. Aber das werde wohl klappen, sagt Wolfgang Klein vom Neustadter Ingenieurbüro Maleton und Klein, das für die Stadt die Projektsteuerung übernommen hat und das gleich ein unerwartetes Problem zu lösen hatte: An der Nordwestseite, neben dem Parkhotel, strömt Wasser in den Weiher, das man dort partout nicht brauchen kann. Denn wenn am Boden Bentonit eingebaut wird, muss er trocken sein. Das Tonmaterial quillt auf, wenn es feucht wird, und bildet dann eine perfekte Abdichtung.
Das Wasser muss weg
Dort wurde eine Drainage mit zwei Sammelschächten eingebaut, damit das Wasser abgepumpt werden kann. Wenn das mal nicht mehr nötig ist, will die Stadt die Parkwege, auf denen sich jetzt Schläuche schlängeln, wieder für Besucher freigeben. Damit die auch was zu gucken haben, wird der Weiherboden mit einer Blumenmischung eingesät. Das unterstützt zudem die Trocknung – und wandelt den Vogelkot um, aus dem der Schlamm zum großen Teil besteht.
Dass sich Landau den Parkumbau überhaupt leisten kann, hat es den Städtebauförderungsmitteln von Bund und Land zu verdanken, die 90 Prozent der Kosten übernehmen. Landau muss selbst „nur“ knapp 400.000 Euro aufbringen. Das sei wirtschaftlich, denn in der Vergangenheit sei am Weiher schon viel herumexperimentiert worden, aber nie mit anhaltendem Erfolg. „Zum Glück hatten wir die Planungen schon in der Schublade“, sagt Hirsch, sonst wäre die Stadt möglicherweise leer ausgegangen.
Ort der Begegnung geplant
Die Stadt will den Ostpark „wieder zu einem Ort machen, an den die Menschen gerne gehen“, sagt Umwelt- und Ordnungsdezernent Lukas Hartmann (Grüne), der sich davon auch eine Entlastung des Wohnparks am Ebenberg erhofft. Damit man miteinander ins Gespräch kommen kann, habe Sabine Klein, die Leiterin der Grünflächenabteilung, extra lange Bänke eingeplant. Außerdem wird der Kinderspielplatz saniert und deutlich vergrößert. Er wird sich künftig nicht nur oben auf einem alten Vorwerk der Festung ausbreiten, sondern auch in den Graben ausdehnen und mit Wasserspielmöglichkeiten aufwarten. Auch für Erwachsene wird es was geben: ein großes Kletter- und Sportgerät. Und noch dieses Jahr wird eine öffentliche Toilette aufgestellt. Damit es nicht wieder zu Problemen kommt – der Park war zeitweise ein Treff der Trinkerszene und Drogenumschlagplatz – sind in der Bausumme auch Mittel für Streetworker enthalten.
Damit der Schwanenweiher künftig nicht mehr umkippt, wird er nicht nur vertieft, was die Wassertemperatur kühler hält, sondern auch mit einer natürlichen Filteranlage versehen: Im Uferbereich sind Schilfzonen geplant, die das düngende Phosphat aufnehmen und gelegentlich abgemäht werden. Dies ist einer der Gründe, warum die Wasserfläche leicht schrumpft – um vielleicht zehn Prozent, wie Projektsteuerer Klein sagt.
Irgendwann 2023 wird alles fertig
Bis in den Spätherbst werden die Festungsmauern im Park saniert. Im Dezember beginnt der eigentliche Garten- und Landschaftsbau, der viel Zeit verschlingen wird. Irgendwann 2023, da bleibt der Zeitplan der Verwaltung noch vage, wird der Park wieder eröffnet – rechtzeitig vor dem Stadtjubiläum 2024 und zum Rheinland-Pfalz-Tag.
Hirsch kündigt auch schon die nächsten Schritte zur Aufwertung der Innenstadt an: Die Mahlstraße mit dem Vorplatz der Festhalle soll schöner werden. Ein Planungsbüro sei bei der Vorplanung, und für 2022 sei Geld eingeplant. Im Übrigen sei die Verwaltung schon in Bereitschaft, um die Landesmittel für den Umbau der krisengeschüttelten Innenstädte abrufen zu können.