Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Nebelgranaten freigelegt

Die erste von mehreren amerikanischen Nebelgranaten, die gefunden wurden.
Die erste von mehreren amerikanischen Nebelgranaten, die gefunden wurden.

Bei der Suche nach Bombenblindgängern und gefährlichen Kriegsresten ist die auf die Kampfmittelbergung spezialisierte CEG GmbH, Worms, am Mittwoch auf dem alten Messplatz mehrfach fündig geworden. Bis zum Nachmittag hat sie fünf amerikanische Nebelgranaten aus dem Sandboden geholt – plus jede Menge Schrott, vom alten Eimer über Rohre und Bleche bis hin zu Armierungseisen.

Die Experten waren von der Stadt beauftragt worden, das Abrissgrundstück der Süwegahalle abzusuchen, bevor dort neue Parkplätze angelegt werden. Denn wenn dort Schotter verteilt und festgerüttelt wird, könnte es tödlich ausgehen, wenn man auf eine noch nicht explodierte Weltkriegsbombe stoßen würde.

Die 75 Millimeter dicken, zunächst fast wie eine Getränkedose aussehenden Nebelgranaten sind amerikanischen Ursprungs. Sie explodieren nicht, können aber ätzenden Rauch freisetzen, sagte Jochen Göttig, Inhaber des Wormser Unternehmens. Seine Leute hatten schließlich außer den fünf Nebelgranaten noch sieben Granatenhülsen, eine Wurfgranate und drei Granatenhalter gefunden, außerdem einen Motorradtank, Töpfe, Eisenstangen und Fundamentreste. Die Kampfmittel werden vom Kampfmittelräumdienst entsorgt.

Stress bis zum Ende

„Die Süwegahalle beschäftigt uns bis zu ihrem allerletzten Überbleibsel“, seufzte Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU), der sich am Mittag einen Eindruck vom Fortgang der Arbeiten machte. Vorausgegangen war eine Sondierung des Areals mit zwei unterschiedlichen Verfahren, die Metalle im Untergrund bis zu einer Tiefe von vier bis sechs Metern anzeigen können. Dabei waren auf einer Karte, die an ein farbiges Röntgenbild erinnert, zahllose rote Verdachtspunkte erschienen. Alle wurden vorsichtig mit einem Bagger untersucht, der Schicht für Schicht nur wenige Zentimeter tief den Boden abschürfte, bevor ein Mitarbeiter mehr oder minder verdächtige Funde aus dem Sand barg. Zum Schutz des Baggerführers hat das Fahrzeug einen verstärkten Boden und eine Panzerglas-Windschutzscheibe, aber falls man mit Wucht auf eine Bombe treffen sollte, würde das nicht reichen, so Göttig. „Da darf man keine Routine aufkommen lassen“, sagte er.

Dass der alte Messplatz ein potenziell gefährliches Pflaster ist (aber nur, wenn man gräbt, nicht beim Befahren), wusste die Stadt schon von der Sondierung des nahegelegenen Bürgergrabens, berichtete Michael Götz, Chef des Gebäudemanagements Landau. Dort waren vor der Neubebauung ebenfalls etliche Kleinfunde gemacht worden – mal ganz von den vielen Bomben auf dem Gartenschauareal im Süden der Stadt abgesehen. Götz rechnet damit, dass die Fläche der Süwegahalle bis zum Monatsende befestigt und zum Parken genutzt werden kann.

Unterm Strich mehr Parkplätze

Nach Angaben von Götz und Verkehrsdezernent Lukas Hartmann (Grüne) können allein auf dem Hallengrundstück 57 Parkplätze angelegt werden, plus weitere 30 bis 35 auf einem alten Radweg, der Uni und Innenstadt verbindet. Der sei verzichtbar, weil die Fortstraße als Radfahrstraße ausgewiesen ist. „Wir schaffen etwa zweieinhalb Mal so viele Parkplätze, wie in der Königstraße wegkommen“, sagte Hartmann, der, nicht ganz ernst gemeint, nach eigenen Worten um seinen Ruf als Autogegner und Förderer des Radverkehrs fürchtet.

Die Aufnahme zeigt das Grundstück der abgerissenen Süwegahalle. An den roten Stellen könnte gefährliches material im Untergrund
Die Aufnahme zeigt das Grundstück der abgerissenen Süwegahalle. An den roten Stellen könnte gefährliches material im Untergrund liegen.
Mit einem Bagger und von Hand wurden die Verdachtsflächen untersucht.
Mit einem Bagger und von Hand wurden die Verdachtsflächen untersucht.
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