Landau
Mit der Elektromobilität ist vieles anders
Es ist die dritte Filiale von Michael Schupp. 2017 hat er in Neustadt den Anfang gemacht. 2019 kam eine weitere Fahrschule in Haßloch dazu. Und jetzt in Landau. „Wir hatten schon immer viele Anfragen aus Landau und der Südpfalz. Da sind Leute für ihren Führerschein extra nach Neustadt gekommen“, berichtet Schupp. Er kommt aus Billigheim-Ingenheim, ist in der Region fest verwurzelt. Die Entscheidung, sich in der Stadt niederzulassen, sei deshalb eine logische Konsequenz gewesen.
Die Wände seiner neuen Fahrschule im Pavillon des Ostring-Centers hat Schupp von dem Landauer Graffiti-Künstler Till Heim aufpeppen lassen. Um die Jugend anzusprechen, aber auch, um Künstler in der Pandemie zu unterstützen, wie er sagt. Der 34-jährige Fahrlehrer und sein Team setzen auf eine qualitative gute Ausbildung. Es gibt eigene Aufbauseminare und Erste-Hilfe-Kurse. Schüler können zudem im Fahrsimulator üben, bevor sie sich in den Straßenverkehr wagen.
Fit für die Zukunft
Seine Aufgabe sieht der Pfälzer aber nicht mehr nur in der Ausbildung für die Führerscheinprüfung, wie er erklärt. Schupp möchte seine Schüler vielmehr für die Zukunft fit machen. Und dazu gehöre es, Führerscheinanwärter mit der Elektromobilität vertraut zu machen und sie in Sachen Mobilität zu beraten. Auch das autonome Fahren spielt in seiner Schule eine Rolle.
Die Fahrausbildung ist laut Schupp im Wandel. Spätestens seit April sei das deutlich. Seitdem können Fahranfänger ihre praktische Prüfung in einem Automatik-Auto ablegen und später trotzdem auch Schaltautos fahren. Voraussetzung: Sie haben nach der praktischen Grundausbildung zusätzlich zehn Fahrstunden mit einem Schaltfahrzeug gemacht. Bislang durfte, wer auf Automatik gelernt hatte und geprüft wurde, ausschließlich solche Autos fahren. Das wurde im Führerschein vermerkt.
Für alles gewappnet
Fahrstunden im Elektroauto sind laut Schupp auch dann sinnvoll, wenn das erste eigene Auto später ein Schaltwagen ist. „Die Schüler lernen schon einmal die Technik und den Umgang mit dem E-Auto kennen. So sind sie später für alle Fahrzeuge gewappnet.“ Zu seinem Fuhrpark gehört neben diversen motorisierten Zweirädern, Schaltwagen und Hybrid-Autos auch ein Tesla. Für den Fahrlehrer sprechen mehrere Argumente für die Elektromobilität. Sie schone die Umwelt, erzeuge weniger Lärm und komme den Fahrschülern entgegen, die sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren könnten und nicht gleichzeitig das Schalten lernen müssten.
Fahrlehrer Mathias Range teilt diese Meinung. Der Inhaber der Keys Fahrschulen in Landau, Rülzheim und Bellheim, hat seine Flotte vor Kurzem um drei weitere Elektroautos erweitert. „Wir möchten unsere Fahrschüler bewusst an die neue Fahrtechnik heranführen. Sie stellen schließlich die Zukunft dar. Außerdem haben es Schüler so leichter, in die Materie Autofahren einzusteigen. Sie können sich gänzlich aufs Gasgeben, Bremsen sowie aufs Lenken und die Blickführung fokussieren. Wenn das alles super klappt, steigen wir um auf Getriebe“, berichtet Range.
Beruf nicht auf der Kippe
Sowohl Schupp als auch er bieten zudem Fahrstunden im Tesla an – ein E-Auto-Modell mit Autopilot. Die Schüler könnten so Erfahrungen mit einem der innovativsten Autos unserer Zeit sammeln, erklärt Schupp. Dass das autonome Fahren die Bedeutung des Fahrlehrer-Berufs einmal schmälern könnte, diese Gefahr sieht Schupp nicht. Im Gegenteil, der Beruf werde seiner Meinung nach noch wichtiger werden: „Trotz Autopilot wird jeder Fahrzeugführer einen Führerschein benötigen, damit er selbst eingreifen kann, falls technische Störungen auftreten.“ Außerdem müssten dem Fahrschüler die Fahrzeug-Assistent-Systeme und die sich daraus ergebenden neuen Fahrsituationen nahegebracht werden.