Landau Millioneninvestition in OP-Bereich

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Etwa ein halbes Jahr ist Ilona Fleischer-Klisch schon in Landau. Jetzt fällt ihr langsam die Decke auf den Kopf, denn noch wohnt die 52-Jährige im Wohnheim des Vinzentius-Krankenhauses. Sie ist die neue Geschäftsführerin der Klinik.

Aufgrund der Einarbeitungsphase und großer Pläne hatte Fleischer-Klisch noch keine Zeit, sich um eine Wohnung zu kümmern. Sie ist Nachfolgerin von Ludger Meier und kennt das Krankenhaus-Geschäft nach 24 Jahren in der Branche aus dem Effeff: Die letzten 17 Jahre hat sie bei einem katholischen Träger von Kranken- und Pflegeheimen in Leverkusen und Köln verbracht, eine Krankenhaus-Fusion begleitet, Bauprojekte betreut und ein Altenheim errichtet. Zuletzt war sie kaufmännische Direktorin und stellvertretende Geschäftsführerin. Fleischer-Klisch stammt aus Beuthen in Oberschlesien und ist mit 14 Jahren in die Bundesrepublik gekommen, nach Aachen. Nach dem Abitur hat sie Betriebswirtschaft studiert und schon ihre Diplomarbeit über das Controlling in Kliniken geschrieben. Wie genau sie nach Landau gekommen ist, verrät sie nicht. Nur: „Ich hatte noch andere Angebote.“ Beispielsweise in Zürich, wo alles voller Anzüge und Krawatten gewesen sei, wie sie mit leichtem Spott sagt. Landau lag sozusagen auf dem Weg und die Hauskapelle habe ihr so gut gefallen, dass sie sich gleich heimisch gefühlt habe: „Das ist wie beim Vorstellungsgespräch: Die ersten drei Sekunden entscheiden, ob die Chemie stimmt.“ In Landau hat sie gestimmt, sagt Fleischer-Klisch, die verheiratet ist, das Theater liebt, gerne Sport macht und die Region mit dem Fahrrad erkunden möchte, bisher aber nur wenig dazu gekommen ist. Denn im Vinzentius-Krankenhaus stehen große Um- und Neubauten an. „Wir haben eine hohe Messlatte“, sagt Fleischer-Klisch. So soll die 2014 geschaffene Wahlleistungsstation wegen der hohen Nachfrage um fünf Zweibett- und fünf Einbettzimmer ausgebaut werden. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro. Wahlleistungszimmer haben Hotelcharakter; Patienten müssen den Preisunterschied zu einem regulären Zimmer selbst zahlen, sofern dies nicht von einer privaten Kranken- oder einer Zusatzversicherung übernommen wird. Für Patienten von untergeordneter Bedeutung ist die Umgestaltung des Ver- und Entsorgungshofes für 350.000 Euro, doch dies ist Voraussetzung für den Neubau eines OP-Traktes mit Intensivstation – ein Projekt, das etwa 24 Millionen Euro verschlingen wird. Im nächsten Jahr muss zur Vorbereitung auch die von Fleischer-Klisch so geschätzte Kapelle weichen, „das tut mir von Herzen weh“. Es ist aber nötig, um die Lüftungstechnik unterbringen zu können. 100.000 Euro wird die Klinik in ihre Endoskopie investieren. Auslöser dafür ist, dass beispielsweise Darmspiegelungen künftig unter Narkose erfolgen, weil das für die Patienten schonender ist. Folglich müssen drei neue Aufwachplätze geschaffen werden, erläutert Joachim Gilly, der stellvertretende kaufmännische Direktor. Weitere 1,8 Millionen Euro werden in neue Durchleuchtungsgeräte investiert, die wegen ihrer Form auch C-Bogen genannt werden.

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