Landau – Interview RHEINPFALZ Plus Artikel „Menschen im Mittelpunkt“ – Jennifer Braun über OB-Kandidatur

Jennifer Braun
Jennifer Braun

Jennifer Braun will Kandidatin der SPD für den freiwerdenden Posten des Oberbürgermeisters werden. In der Partei gilt sie als großes Talent. Die Entscheidung der Partei soll am 17. Dezember fallen. Dann tritt sie gegen Bürgermeister Maximilian Ingenthron an. Wie werden die Genossen entscheiden?

Sie sind Co-Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Landau und wollen Unterbezirksvorsitzende und Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl werden. Bewerben Sie sich für jedes Amt?
Frauen sind in der Politik sehr stark unterrepräsentiert, vor allem auf kommunaler Ebene. Da müssen ein Wandel und Veränderungen her. Wenn Frau will, dass sich was verändert, muss Frau entsprechend handeln und Verantwortung übernehmen. Das möchte ich gerne tun.

Glauben Sie, ich hätte Ihnen diese Frage auch gestellt, wenn Sie ein Mann wären?
Ich glaube nicht.

Die Landauer SPD hat alle wichtigen Ämter mit Männern besetzt – auch in der Vergangenheit. Muss sich das ändern?
Das muss sich in der gesamten Politik ändern. Frauen stellen 50 Prozent der Gesellschaft – sie sollten besser repräsentiert sein. Auf allen Ebenen der Politik. Der SPD-Ortsverein Landau hat deshalb schon vor meiner Zeit eine Doppelspitze beschlossen und unser Vorstand ist paritätisch besetzt.

Ihr Gegenkandidat Maximilian Ingenthron ist in Landau vernetzt, er ist bereits Bürgermeister. Warum sollte die SPD Sie wählen?
Wie bereits gesagt: Ich bin eine Alternative, die zur Wahl steht. Politik sollte immer auch ein Wettbewerb um Ideen sein und meine Ideen werde ich den Mitgliedern der SPD Landau am 17. Dezember vorstellen. Dann können die Mitglieder entscheiden, wen sie wählen möchten.

Im Vorfeld einer Kandidatur klärt man in der Regel ab, wer einen unterstützt. Es ist zu hören, dass sie die SPD-Stadtratsfraktion mehrheitlich für Ingenthron ausgesprochen habe. Wer unterstützt Sie?
Das sind innerparteiliche Diskussionsprozesse. Sie sollten innerparteilich bleiben.

Sie sind in Landau geboren, in Bornheim aufgewachsen. Sie kennen sich in der Stadt aus. Was ist Ihr Lieblingsort?
Ich mag den Rathausplatz sehr gerne, weil er voller Leben ist. Er macht für mich Landau aus, dort treffen sich alle. Vor allem, wenn man Corona beiseite legt: Auf dem Markt, in den Cafés kommen alt und jung, langjährige Einwohnerinnen und Einwohner, Studierende und Leute aus dem Umland zusammen – diese Vielfalt macht Landau aus. Für mich stehen auch politisch immer die Menschen im Mittelpunkt. Der Rathausplatz spiegelt das wider.

Was ist denn der hässlichste Ort Landaus?
Spontan fällt mir nichts ein. Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen. Wo man was tun könnte, ist der Danziger Platz – das hat die Stadt bereits vor. Die im Horst wohnenden Menschen haben es verdient, dass der Platz aufgewertet wird.

Sollten Sie Oberbürgermeisterin werden – welche drei Themen würden Sie zuerst angehen?
Ich bin in die SPD eingetreten, da mir gelebte Solidarität und echte Chancengerechtigkeit am Herzen liegen. Meine genaue Agenda werde ich aber zuallererst den Mitgliedern der SPD Landau auf der Mitgliederversammlung darlegen und nicht der Presse.

Zur Person

Jennifer Braun ist zusammen mit Armin Schowalter Vorsitzende des Landauer SPD-Ortsvereins. Die 37-jährige ist im Hauptberuf persönliche Referentin der Speyerer Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler. Braun ist in Landau geboren und in Bornheim aufgewachsen.

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