Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Mängelmelder funktioniert im Handumdrehen

Sperrmüll in der Schleusenstraße.
Sperrmüll in der Schleusenstraße.

Die Stadt Landau hat kurz vor Weihnachten eine neue Online-Seite „Mitreden in Landau“ freigeschaltet. Dazu gehört ein Mängelmelder, der in absehbarer Zeit das Scherbentelefon des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs (EWL) ersetzen soll. Und das funktioniert ganz ausgezeichnet.

Am Tag vor Heiligabend ergibt sich durch Zufall die Gelegenheit, die neue Funktion zu nutzen. Anlass bietet ein in der Mittagspause entdeckter Haufen Sperrmüll auf dem Bürgersteig neben einer Kneipe in der Schleusenstraße. Es ist 12.56 Uhr. Rasch mit dem Smartphone ein Bild gemacht, aber erst müssen die letzten Besorgungen erledigt werden, sonst gibt’s an Heiligabend nix zu essen.

Aber sofort nach Rückkehr in der Redaktion führen ein paar Klicks von der Homepage der Stadt zur Unterseite mitredeninld.de. Dort springt der Menüpunkt „Mängelmelder“ gleich ins Auge. Darunter gibt es einen interaktiven Stadtplan mit ein paar grünen und gelben Schildchen und die Auswahlmöglichkeit „Neue Meldung“. Nach dem Anklicken kann man eine Adresse eingeben (sofern der Standort des eigenen Handys nicht schon angezeigt wird), eine Kategorie auswählen, um welche Art von Problem es sich handelt, eine kurze Erläuterung schreiben und ein Bild hochladen. Abschließend gibt man den eigenen Namen und eine E-Mail-Adresse ein, die beide nicht veröffentlicht werden. Das war’s.

Es hat dann vielleicht 15 oder 20 Minuten gedauert, bis um 13.34 Uhr eine Bestätigungs-E-Mail der Verwaltung in meinem Postfach eingegangen ist. Sechs Minuten später macht es wieder pling: „Hallo, Ihr Anliegen wurde aktualisiert. Das Anliegen wird nun durch Abteilung Umweltschutz bearbeitet. Das Anliegen ist nun auf der Schadenslandkarte als ,gelber Marker’ sichtbar. Rückmeldungen zu Ihrer Meldung finden Sie in den Kommentaren. Sobald sich der Bearbeitungsstand des Anliegens verändert, werden Sie per E-Mail benachrichtigt.“ So schreibt es die Stadtverwaltung in einer weitgehend automatisierten Mail. Und tatsächlich: Der Tatort ist gelb markiert, mein Foto hochgeladen.

Das wird jetzt aber wohl bis nach Weihnachten dauern, denkt der skeptische Journalist. Aber weit gefehlt: Um 16.01 kommt die nächste Mail rein: „Hallo, Ihr Anliegen wurde aktualisiert. Das Anliegen wurde von Abteilung Umweltschutz bearbeitet. Aus diesem Grund wird das Anliegen als gelöst geschlossen. Es ist nun auf der Schadenslandkarte als ,grüner Marker’ sichtbar.“ Stimmt. Aber so schnell? Kann das sein?

Rasch noch einen Artikel fertig redigiert, aber um 16.22 Uhr bin ich wieder vor Ort, um mir selbst einen Eindruck von der Problemlösung zu verschaffen. Ich sehe: keinen Sperrmüll mehr, aber einen roten Sprinter der Flotten Feger mit Anhänger, auf dem zwar nicht der Sperrmüll liegt, wohl aber ein paar prall gefüllte Müllsäcke. Vermutlich sind die großen Teile mit einem Lastwagen geholt worden, und die beiden Männer im Sprinter haben den letzten Dreck weggefegt.

Alle Achtung, das ist Spitzenklasse. So geht Bürgerfreundlichkeit. Und so geht Stadtbildpflege. Dass dieses Tempo immer durchzuhalten ist, darf man wohl nicht erwarten, aber wenn ein solcher Fall in ein oder zwei Tagen abgearbeitet ist, dann ist das einfach nur klasse.

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