Landau Leser spenden Gummilitze für Mund-Nasen-Schutz

Die Oma in Landau hat auch für den Enkel und seine Puppe genäht: Oskar in Leipzig mit Krümel.
Die Oma in Landau hat auch für den Enkel und seine Puppe genäht: Oskar in Leipzig mit Krümel.

Ach, was gibt es doch für nette Menschen. Kaum hatten wir in der Ausgabe vom 22. April berichtet, dass die RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Sonja Roth-Scherrer für die Produktion von Masken alles an Gummilitze zusammengekratzt hat, was sie kriegen konnte, wurde sie mit Material und guten Ratschlägen bedacht.

Eine Familie, die selbst Tröpfchenfänger näht, bekannte, die Unterhosen der Oma geplündert zu haben. Auch Gabi Hohlfeld aus Edenkoben trennte sich von ihrem Vorrat aus „antiquarischen Zeiten, als es noch Unterwäsche mit austauschbaren Gummibändern gab“.

„Ich kann bestenfalls einen Knopf annähen“, bekannte Traude Schuder aus Frankweiler am Telefon, als sie sich bei der RHEINPFALZ meldete, um ihren Kellerfund aus dem Dornröschenschlaf zu wecken: In einem geerbten Nähkästchen warteten seit Jahren Schrägband und Gummilitze darauf, nun endlich an Behelfsmasken eine zweckmäßige Verwendung zu finden. Armin Morio aus Landau hat in seinem Nachtkästchen gekramt und tatsächlich außer Gummilitze auch Herrentaschentücher aus sehr dünner Baumwolle gefunden, die sich wunderbar zu Behelfsmasken umfunktionieren lassen.

Kärtchen aus D-Mark-Zeiten

Auch Helga Richert-Bartl aus Rechtenbach schickte ihren Vorrat an Gummibändern nach Landau. Der Fahrer, der sonst die Waren der Metzgerei im Horst an die Kunden verteilt, brachte eines Morgens den Fund seiner Seniorchefin Rita Weisbrod vorbei, darunter tatsächlich noch ein goldenes Kärtchen aus D-Mark-Zeiten.

Renate Schneider reichte der Besucherin in Bad Bergzabern mit einer Teleskop-Kneifzange außer Gummiband noch einen alten Bettbezug und eine Geldspende für zwei Stoffmasken aus dem Fenster. „Ich werde im Juli 90 Jahre alt und hatte eine große Feier geplant, die fällt jetzt ebenso aus wie die Schiffsreise, die ich für diesen Sommer mit einer Freundin gebucht hatte“, bedauerte die pensionierte Lehrerin. Angst mache ihr die derzeitige Situation nicht: „Ich komme aus Schlesien und wurde zwei Mal vertrieben, etwas Schlimmeres kann mir nicht mehr passieren.“ Sie denke in Erinnerung an die „Spanische Grippe“ darüber nach, ob die Menschheit alle 100 Jahre eine Katastrophe brauche, um ihre Grenzen zu erkennen und sich in Demut zu üben.

Die Spenden wurden weitergereicht an die Näherinnen, die unter anderem über die Maskenbörse der Stadt Landau Alte und Bedürftige mit selbst genähten Mund-Nasen-Bedeckungen versorgen.

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