Landau Leerstände: Gruppe erarbeitet Nutzungsideen

Die Neumühle in der Neumühlgasse.
Die Neumühle in der Neumühlgasse.

Die Debatte um die Leerstände in Landau erreicht die nächste Stufe: Wie kann man verwaiste Gebäude nutzen? Eine Arbeitsgruppe hat erste Ideen parat.

Es stehen so einige Gebäude leer in Landau – viele davon haben die Grünen in einem Leerstandsmelder erfasst. Während die Debatte um eine Wohnraumschutz- oder Zweckentfremdungssatzung in jüngerer Vergangenheit ein bisschen Fahrt verloren hat, gehen die Grünen bereits weiter. Sie haben eine Arbeitsgemeinschaft – ausdrücklich nicht parteigebunden – gegründet, die sich mit der Frage beschäftigt, wie man den Wohnraum denn nun nutzen könnte. Drei große Ideen sind bereits entstanden.

Zwei davon: Zwischennutzungen. Einmal für Kultur und einmal für Wohnen. Vereine oder auch Künstler suchten in Landau verzweifelt und meist vergebens nach Räumen, berichtet Kulturmanagerin Lisa Bensel. Die junge Frau arbeitet in der Gruppe zum Thema Leerstand mit. Zwischennutzungen seien optimal bei Gebäuden, die derzeit leerstehen, aber deren Zukunft noch unklar ist. Also Gebäuden, die vielleicht abgerissen oder vielleicht umgebaut werden sollen, oder Häusern, die darauf warten, dass ein Erbe einzieht. Man könnte, so Bensel, eine Plattformzur Verfügung stellen, auf denen Kulturschaffende, mit denen Bensel auch ausdrücklich Vereine meint, Orte finden könnten. Das funktioniere in so einigen Städten optimal – und belebe nicht nur die Kulturszene, sondern auch leerstehende Gemäuer. Andere gebäude wiederum könnten als Wohnraum genutzt werden – mit entsprechend befristeten Mietverträgen. So könnte auch der „Broken-Window-Effekt“ (zerbrochene Fenster) vermieden werden. Laut einiger Sozialforscher besteht ein Zusammenhang zwischen heruntergekommenen Gebäuden und der Ausbreitung von Kriminalität in diesen Vierteln.

Mietervereine könnten Gebäude kaufen

Die dritte Idee: Mietervereine könnten Gebäude kaufen. Die Bewohner werden bis zum Auszug Mitglieder der Mietervereine und zahlen die Miete an den Verein. Dieser bezahlt mit den Einnahmen das gekaufte Gebäude ab. So könnten gerade Bewohner sicheren Wohnraum erhalten, Vermieter würden zu normalen Preisen auch schwierige Gebäude verkaufen.

Beispielhaft für eine solche in Landau ungewohnte Nutzung seien die Neumühle und das Gebäude der früheren Landauer Transportgesellschaft, in der man Bensel zufolge kreative Mischnutzungen von Wohn- und Kulturraum etablieren könne.

Die Grüne Jenni Follmann, die mit ihren Vorschlägen die Debatte um den Leerstand mitangestoßen hat, betont, dass die Arbeitsgruppe überparteilich ist. Neben Grünen sei beispielsweise auch ein Sozialdemokrat engagiert. Und: Man sucht weitere Mitstreiter, die im Zweifelsfall vermitteln können.

Kontakt

Wer mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an leerstand@mailbox.org wenden.

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