Landau Leben wie Fred Feuerstein

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Mit Engagement und viel Herzblut bereiten sich Museumsleiter Alexander Gramsch und etwa zwei Dutzend Freiwillige auf ihren großen „Auftritt“ im kommenden Jahr vor. Mit der Nachbildung eines Langhauses aus der Steinzeit – 15 Meter lang und fünf Meter hoch – wollen sie auf sich und ihre Funde aus grauer Vorzeit aufmerksam machen. So können Besucher der Gartenschau auf den Spuren der ersten Bauern Europas wandeln. Und erfahren, wie sie lebten und arbeiteten, wovon sie sich ernährten, wie sie ihre Häuser bauten, isolierten oder die Dachlatten und das Gebälk befestigten. Viele Informationen über die bandkeramische Kultur, mit der in Mitteleuropa die Jungsteinzeit beginnt, reihen sich aneinander. Jene Zeit liegt inzwischen mehr als 7000 Jahre zurück. Der Landschaftsgärtner Kurt Garrecht hat die Planung übernommen, auch festgelegt, was im kommenden Herbst angepflanzt und gesät werden soll, um den Besuchern nicht alleine mit dem Langhaus, sondern auch mit dem Umfeld einen Eindruck vom Steinzeitleben zu vermitteln. Die technische Bauleitung für das Haus übernehmen die Zimmerer und Schreiner der Gemeinde, die Umsetzung Herxheimer Handwerker, assistiert von Archäologie-Studenten der Universitäten Mainz und Heidelberg. Übrigens: Die Langhäuser, von denen es in der Herxheimer Siedlung der Steinzeit mindestens drei oder vier gab, hatten Ausmaße von 30 bis 40 Metern – massive Bauten in der damaligen Waldlandschaft, wie man heute weiß. Und diese einzigartigen Funde der Archäologen in Herxheim haben Gramsch darin bestärkt, möglichst viele Menschen teilhaben zu lassen an diesen zeitgeschichtlichen Raritäten. So werden die Besucher auch erfahren, dass damals für derartige Ansiedlungen große Lichtungen in den Wald geschlagen werden mussten. In der Folge wuchsen dort Kräuter und Pflanzen, die es bis dahin gar nicht gab, erzählt Gramsch von der ersten Bauernkultur, in der Urweizen und Einkorn eine bedeutende Rolle spielten. Und diese alten Sorten, die wegen ihrer Pilzresistenz heute wieder an Bedeutung gewinnen, sollen im kommenden Jahr rund um das Langhaus gedeihen. Auch Linsen, Erbsen und Lein werden ein wenig Lebensgefühl von anno dazumal herüberbringen. Gramsch: „Wir wollen natürlich die Landschaftsveränderungen ebenfalls deutlich machen.“ Auch werden die Akteure auf der Landesgartenschau Angebote für das „grüne Klassenzimmer“ machen. Denn: Das Langhaus wird nicht komplett fertig zur Schau gestellt. Vielmehr erlaubt es als besondere Aktionsfläche den Kindern, auch einmal selbst Hand anzulegen, störrische Holzzapfen in die Balken zu treiben. Steinzeitliche Techniken sollen so den Kleinen nähergebracht werden. Die Idee hat sich Gramsch beim Hessentag in Heppenheim abgeschaut. Gemeinsam mit dem Chawwerusch-Theater und der Kunstschule Villa Wieser teilt sich das Museum den Haushaltsposten Landesgartenschau in Höhe von über 20.000 Euro. So versteht es sich von selbst, dass angesichts der Materialkosten nur mit dem Ehrenamt etwas bewegt werden kann. „Für uns in Herxheim ist das auch ein wichtiges gemeinschaftsbildendes Projekt“, bringt der Museumschef die Aktivitäten auf den Punkt. Mit entsprechenden Schautafeln und Abbildungen will er die Informationen auf der Landesgartenschau noch ergänzen, damit nicht nur die Kinder bei besonderen Aktionen an Wochenenden viele Geschichten einer besonders prägenden Zeitgeschichte erfahren. Auch wenn nach der Landauer Schau das Grundstück für andere Zwecke genutzt wird, soll die ganze Mühe nicht umsonst gewesen sein. Das Langhaus wird in Teile zerlegt und am Ortseingang von Herxheim erneut aufgebaut, etwa auf der Höhe von Möbel Weber. Auch die Pflanzbeete sollen „umgebettet“ werden. (eva)

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