Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landaus erstes Betonwerk: Graues Gold für die Bauboom-City

Denis Baumann mit seiner „rechten Hand“ Jill Ternes, die das Konzept für das Werk mitentwickelt hat.   Foto: van
Denis Baumann mit seiner »rechten Hand« Jill Ternes, die das Konzept für das Werk mitentwickelt hat.

Frisch der Lehre entsprungen, gründete Denis Baumann mit 20 Jahren eine eigene Bau-Firma. Heute hat seine Unternehmensgruppe fünf Tochtergesellschaften. Jüngstes Kind: Landaus erstes Beton-Werk. Das kann nicht nur normalen, sondern auch Recycling-Beton.

„Derzeit boomt es auf dem Bau – besonders auch in der Stadt Landau“, weiß Oberbürgermeister Thomas Hirsch. Deswegen freut er sich, mit dem neuen Betonwerk der Regio-Beton Südpfalz GmbH den wichtigen Baustoff direkt vor der Tür zu haben. Seit Anfang März rollen Laster zu dem Firmengelände im Gewerbegebiet Im Grein, um das graue Gold zu Baustellen im Stadtzentrum, aber auch schon im Umkreis von 15 Kilometern zu transportieren. In einem Wohnbauprojekt Im Steingebiß steckt der frisch produzierte Landauer Beton beispielsweise schon. Knapp vier Monate hat der Bau des rund 3000 Quadratmeter großen Werks gedauert, berichtet Geschäftsführer Denis Baumann. Rund eine Million Euro hat er investiert und vier neue Arbeitsplätze geschaffen. Große Haufen mit Kies und Sand lagern neben dem Eingang. Zusammen mit Zement und Zusatzstoffen kommen sie in die Mischanlage und werden dort zu Beton verarbeitet. 50 Kubikmeter schafft diese pro Stunde. Zur besseren Vorstellung: Das entspricht sechs bis acht Lkw-Ladungen. Selbstabholer können vorbeikommen, die Beton für Garten- und Landschaftsbau brauchen, aber auch Hoch- und Tiefbaufirmen, um ihn bei großen Baustellen einzusetzen, berichtet Denis Baumann. Zudem liefert das Bau-Unternehmen den Beton auch aus.

Baumann – der Name ist Programm. Die für das Betonwerk gegründete Regio-Beton Südpfalz GmbH ist bereits die fünfte Tochtergesellschaft seiner Unternehmensgruppe, die alles rund ums Baugewerbe erledigt. Mit gerade mal 20 Jahren, direkt nach seiner Gesellenprüfung als Klempner, wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Schon während der Lehre habe er sich für den Bau interessiert und ein Nebenerwerbsgeschäft aufgebaut, berichtet der heute 32-Jährige. Er sei schon immer zielstrebig gewesen, habe gerne Kundenkontakt, und der unternehmerische Geist sei einfach groß gewesen.

Seine 2007 gegründete Firma firmierte er 2013 in eine GmbH um und baute sie seitdem Stück für Stück aus. Die Baumann GmbH entsorgt Bauschutt und vermietet Baumaschinen und Minibagger. Die Baumann Projekt GmbH kümmert sich um Abbruch, Erdbau und Baubetreuung. Die DB Wohnbau GmbH plant und baut schlüsselfertige Immobilien. Die DB Vermietung und Verpachtung, die Baumanns Mutter leitet, stellt Immobilien und Fahrzeuge zur Verfügung. Nun ist noch die Regio-Beton Südpfalz GmbH hinzugekommen. 40 Mitarbeiter beschäftigt die Unternehmensgruppe, die laut Baumann im vergangenen Jahr einen Umsatz von fünf Millionen Euro erwirtschaftete.

In dem neuen Werk bietet Baumann neben den handelsüblichen Betonsorten auf Kundenwunsch auch Recycling-Beton an. Eine Neuheit in der Region. Dafür werden mineralische Abbruchmaterialien aufbereitet und zusammen mit Zement und Wasser zu neuem Beton verarbeitet. Etwa ein Jahr habe es gedauert, die passende Rezeptur dafür zu entwickeln, berichtet der Geschäftsführer. Zur Seite gestanden habe dem Unternehmen dafür die Betonprüfstelle BTB Betontechnik GmbH aus Frankfurt. Diese werde künftig eine Zweigstelle mit Labor in Landau haben und die Überwachung der Betone übernehmen.

Gerade füllen Mitarbeiter den Recycling-Beton in quaderförmige Hüllen ein. Ist er getrocknet, entstehen daraus massive Fertigteile, „Legosteine für Erwachsene“, wie Baumann schmunzelnd anführt. Diese kann man nebeneinander aufbauen und übereinander stapeln und sie so als Trennwände oder zur Hangsicherung verwenden. Auch als Absperrungen zur Terror-Abwehr bei Weihnachtsmärkten werden sie genutzt. „Wir produzieren sie gerade zum Eigenbedarf, um unsere Schüttmaterialien zu unterteilen, verkaufen sie aber auch“, berichtet Baumann.

Auch Oberbürgermeister Hirsch ist begeistert von diesem „unternehmerischen Kreativpotenzial“: „Das Prinzip der Kreislaufwirtschaft hat sich in vielen Lebensbereichen bereits durchgesetzt, und auch in Deutschland gibt es Bausand nicht wie Sand am Meer – daher gilt es, ressourcenschonend zu wirtschaften.“ Das neue Produkt müsse sicherlich erst noch in der Region bekannter und verstanden werden, sagt Baumann. Aber der Verkauf sei schon einmal gut angelaufen. Er ist bereits auf der Suche nach einem weiteren Grundstück in Landau oder Umgebung, um die Aufbereitung der Abbruchmaterialien noch ausweiten zu können.

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