Landau
Landau: Pfarrer Volker Schönenberg geht in Ruhestand
14 Jahre lang war Volker Schönenberg eine Bezugsperson für Protestanten in Landau. Mit einer halben Stelle war er als Pfarrer in der Lukaskirche tätig, mit der anderen betreute er als Seelsorger Patienten am Klinikum Landau/SÜW. Am Sonntag wird der 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Wie geht es weiter – für ihn und für die Lukaskirchengemeinde?
Uta Stenger hat den Schaukasten vor der Lukaskirche im Landauer Horst anlässlich der Verabschiedung von Pfarrer Schönenberg entsprechend gestaltet. Darin ist ein Schiff zu sehen. Es symbolisiert die Kirche, die mit ihrer Gemeinde durch das Meer der Zeit fährt. Eine Person, in diesem Fall Pfarrer Schönenberg, geht von Bord. Nach 14 Jahren wird er in den Ruhestand verabschiedet.
Erste Pfarrstelle in Annweiler angetreten
Damit endet für den 65-Jährigen eine Reise, die ihn Ende der 70er-Jahre der Liebe wegen von seinem Geburtsort Köln in die Pfalz führte. Seine erste Pfarrstelle trat Schönenberg in Annweiler an, sieben Jahre wirkte er in den Gemeinden Göcklingen, Heuchelheim und Klingen, bevor es ihn nach Landau verschlug. Hier besetzte er eine halbe Pfarrstelle, zudem war der zweifache Vater zehn Jahre lang Seelsorger im Wörther Altenheim Pfarrer-Johann-Schiller-Haus. 2016 wechselte er ins Klinikum.
„Ich nahm schon als kleiner Junge an Kindergottesdiensten teil, später war ich beim Christlichen Verein für Junge Menschen engagiert. Ich merkte früh, dass ich mich auch beruflich mit dem Glauben beschäftigen möchte und diesen an die Menschen weitergeben wollte“, erklärt Schönenberg seine Motivation für das Theologiestudium.
Vor zehn Jahren Glaubenskurse initiiert
Aus seiner Zeit in Landau wird sich Schönenberg gerne an die Meditationsübungen zurückerinnern, ebenso an die Gottesdienste, in denen er experimentiert habe. Große Freude bereiteten ihm zudem die Glaubenskurse. „In der Regel bot ich den Kurs einmal im Jahr an“, sagt Schönenberg. Und zwar für Menschen, die nicht getauft waren, beziehungsweise die Konfirmation versäumt hatten und dies nun nachholen wollten. Unter den Teilnehmern waren auch Geflüchtete, die sich in ihrer neuen Heimat zu dem christlichen Glauben bekannten. „Es war spannend, die Lebensgeschichten der einzelnen kennenlernen zu dürfen.“
Eine besondere Herausforderung, mit der er zu kämpfen hatte, ist die sinkende Anzahl an Gläubigen. „Als ich hier meine Stelle antrat, waren im Schnitt rund 20 Menschen bei den Gottesdiensten, zuletzt waren es nur noch zehn.“ Kirchenaustritte, die hohe Fluktuation im Wohngebiet und der demografische Wandel könnten nicht durch Neuzugänge ausgeglichen werden.
Auch auf Facebook für Gemeindeglieder aktiv
„Wir müssen die Menschen von Angesicht zu Angesicht kennenlernen, um herauszufinden, was sie von der Kirche denken und was sie von ihr erwarten. Dann können wir schauen, wo wir ansetzen müssen.“ Dieser Aufgabe werden sich nun seine Pfarrkollegen Friedhelm Hans und Stefan Müller widmen. Sie werden künftig abwechselnd die Gottesdienste in der Lukaskirche halten. Die Stelle von Schönenberg wird nicht neu besetzt.
Schönenberg hat sich noch nicht festgelegt, was er als Erstes in seinem Ruhestand machen möchte. „Sicherlich werde ich mehr Zeit mit der Familie verbringen, mit meinen beiden Töchtern und meinen Enkeln, die in der Schweiz leben, ebenso mit meiner dritten Tochter, die in Rosenheim lebt.“ Auch Reisen seien vorgesehen. „Ich kann mir zudem vorstellen, in der psychologischen Praxis meiner Frau in der Paarberatung tätig zu sein.“ Schließlich habe er sich in diesem Bereich weitergebildet, um als Klinikseelsorger tätig zu sein.
Termin
Pfarrer Volker Schönenberg wird am Sonntag, 27. Oktober, um 14 Uhr in der Lukaskirche in Landau-Horst verabschiedet. Den Gottesdienst werden Pfarrer Stefan Müller und Gemeindepädagogin Andrea Krauß mitgestalten, anschließend folgen Grußworte und ein kleiner Umtrunk.