Landau Landau: Musikalische Horizonterweiterung
Etwa 25 Schüler aus den Integrierten Gesamtschulen Landau, Germersheim, Zweibrücken und Edenkoben waren in Landau zusammengekommen. „Es geht darum, sich dem Thema Fremdheit und Offenheit auf unterschiedlichen Wegen zu nähern“, sagte David Emling von der Arbeiterwohlfahrt.
Emling ist Regionalkoordinator des Projekts in der Pfalz. „Wenn vorne immer nur einer lektoriert, warum Ressentiments und Rassismus blöd sind, dringt das nicht so gut zu den Schülern durch.“ Aus diesem Grund sollte am Montag ein anderer Weg gegangen werden. Der Bellheimer Gitarrist und Komponist Claus Boesser-Ferrari brachte die Teilnehmer in seinem Workshop mit internationalen Musikwelten in Berührung. „Es gibt, was Musik angeht, zwei Arten von Menschen“, so Boesser-Ferrari. „Die einen, die sagen, ich mag Bratwurst und Sauerkraut, und das reicht mir. Und andere, die sagen, das wird mir mit der Zeit langweilig.“ Mit Percussion-Instrumenten wie dem Caxixi, eine brasilianische Rassel oder der kubanischen Conga-Trommel schaffte er es, die zunächst noch zurückhaltenden Teilnehmer zu locken. Zum Abschluss des Tages spielte eine Gruppe Schüler die in der kurzen Zeit erlernten Rhythmen vor den Teilnehmern vor. Sinn der Übung war es laut Boesser-Ferrari, sich auf kreative Art mit dem Thema Fremdheit auseinanderzusetzen.
Sexuelle Orientierung ThemaDer zweite Workshop wurde von der „Schlau“-Regionalgruppe Landau geleitet. „Schlau“ ist ein Projekt zur Bildung und Schulaufklärung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. Mark Blattner, Max Kruft und Kaycee Hesse halten in der ganzen Region Gesprächsrunden ab, um Schüler über das Leben von LGBTQ-Mitmenschen aufzuklären. Zu Beginn des Workshops standen Wissensvermittlung und Begriffserklärungen. Wofür stehen etwa die Begriffe homo-, bi- oder pansexuell? Was sind die genauen Definitionen von transgender oder queer? Im weiteren Verlauf des Gesprächs berichteten Blattner und Kruft von ihrem Coming-out, und Hesse erzählte von ihrem Leben als Transfrau. Zum Schluss des Workshops hatten die Schüler noch die Möglichkeit, auf einem Zettel anonym Fragen an die drei zu stellen. Etwa, was die schlimmsten Sorgen vor dem Coming-out waren, oder wie sie mit dem oft unbedachten homophoben Sprachgebrauch jüngerer Mitmenschen umgehen.