Landau Landau: Mehrere Unfälle wegen Sturmtiefs „Sabine“
In Landau brachte der Sturm zwar viele um eine ruhige Nacht, die Schäden hielten sich aber wohl in Grenzen. „Sabine hat uns gut verschont“, sagte Stadt-Feuerwehrinspekteur Dirk Hargesheimer auf Anfrage. Er berichtete von einem nächtlichen Einsatz. Um 3.30 Uhr sei einem Polizeistreifenwagen im Horstring das Dach eines Gartenhäuschens vors Auto gefallen. Das habe die Feuerwehr zur Seite geräumt. Ansonsten hätten einige Leute am Morgen heruntergefallene Dachziegeln oder auch ein verbogenes Dachblech gemeldet. Einen Gully habe die Feuerwehr gereinigt. in der Südwestpfalz sei die Lage schlimmer, meinte Hargesheimer.
Die Nacht war ruhig
„Bis auf einen Einsatz in Rohrbach verlief die Nacht bei uns ruhig“, berichtete Stefan Silbernagel vom Technischen Hilfswerk in Landau. Zwischen Rohrbach und Steinweiler war ein Baum auf die Gleise gefallen. Gut eine Stunde seien zwölf Einsatzkräfte damit beschäftigt gewesen, die Schienen wieder freizulegen.
Dach teilweise abgedeckt
In der Verbandsgemeinde Maikammer hatte zwar die Feuerwehr eine ruhige Nacht, aber es entstand ein Schaden an der Halle des Sportparks. Ein Teil des Dachs sei abgedeckt, heißt es in einer Mail an die Tennisspieler. Aus Sicherheitsgründen und auch wegen der Kälte müsse die Halle so lange gesperrt bleiben, bis zumindest eine provisorische Lösung gefunden sei.
Polizei hat gut zu tun
Weitaus mehr zu tun hatte die Polizei. Sebastian Burkhard, Sprecher der Polizei Landau, berichtete von 15 Verkehrsbehinderungen durch herumliegende Gegenstände im gesamten Dienstellenbereich. Des Weiteren sei es aufgrund des Sturmtiefs zu fünf Verkehrsunfällen gekommen: zwei im Raum Bad Bergzabern, einer in Edenkoben sowie zwei im Raum Landau. Wie die Polizei am Montagnachmittag mitteilte, ist ein Fahrzeug, das auf der L 508 von Eschbach nach Leinsweiler unterwegs war, in einem Hochspannungskabel eines umgestürzten Strommastes hängengeblieben. Der Strom sei zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen, hieß es. Von Stromausfällen in mehreren Ortschaften, hauptsächlich in der Südwestpfalz, berichteten die Pfalzwerke.
Eine 41-jährige Autofahrerin wurde am frühen Montagmorgen verletzt, weil der Sturm einen vorbeifahrenden Bus beschädigte. Wie die Polizei mitteilte, fuhr der Bus um 5.45 Uhr auf der L 545 von Bad Bergzabern kommend in Fahrtrichtung Steinfeld. Ungefähr 500 Meter nach der Einmündung zur K 25 kam ihm die Autofahrerin in ihrem Hyundai entgegen. An dem Bus wurde durch den starken Wind im Frontbereich ein Teil der Fahrzeugabdeckung abgerissen, die in der Windschutzscheibe des Hyundai einschlug. In die Frontscheibe wurde ein faustgroßes Loch gerissen, die Scheibe zersplitterte. Die 41-Jährige wurde durch Glassplitter im Gesicht leicht verletzt. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden in Höhe von 10.000 Euro.
Mercedes beschädigt
Orkantief „Sabine“ hat auch die Polizei in Edenkoben beschäftigt. Nach starken Orkanböen musste am Sonntagabend die A 65 in Höhe Edenkoben in Fahrtrichtung Ludwigshafen von Baumästen freigeräumt werden. Es kam dabei zu kleineren Verkehrsbeeinträchtigungen. In Edesheim wurde auf dem Bahnhofsparkplatz am Montagmorgen um 5.13 Uhr ein größerer Baum entwurzelt. Dieser stürzte auf einen geparkten Mercedes Benz, der erheblich beschädigt wurde. Glück hatte am Montagmorgen laut Polizei ein 29-jähriger Lkw-Fahrer auf der A 65 bei Landau-Zentrum. Der Mann war in Fahrtrichtung Karlsruhe unterwegs. Während der Fahrt riss infolge des Sturms das flexible Planenaluminiumdach der Ladefläche eines vorausfahrenden Lastzugs ab und schleuderte gegen den Laster des 29-Jährigen. Dabei wurde das Führerhaus beschädigt. Der unbekannte Verursacher fuhr weiter, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Hinweise nimmt die Polizei Edenkoben unter der Telefon 06323 9550 entgegen.
Bäume auf den Gleisen
„Es herrscht einfach Chaos“, sagte Fritz Engbarth, Sprecher des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Süd Rheinland-Pfalz. Kaum ein Zug stehe da, wo er hingehöre. Aus Sicherheits- und Logistikgründen seien viele Verbindungen unterbrochen. Es lägen immer wieder Bäume auf den Gleisen, sagte Engbarth. „Die DB fährt, was sie kann.“ Auf der linken Rheinseite rollte der Verkehr laut Engbarth am Montag ungehinderter.
Landauer Zoo geschlossen
Weil die Meteorologen weitere mögliche schwere Sturmböen für den Montag vorhersagten, hatte die Leitung des Landauer Zoos beschlossen, den Tiergarten den ganzen Montag zu schließen. In der Nacht seien zwei kleinere Bäume umgestürzt, sagte Zoologin Christina Schubert. Weder Mensch noch Tier seien zu Schaden gekommen.
Schulen mit Notfallgruppen
Das Sturmtief hatte auch Auswirkungen auf den Schulalltag. So hatten in der Südpfalz einige Einrichtungen geschlossen, etwa die Grundschule Offenbach. Rektorin Christin Lutz erklärt: „Wir wollten das Risiko nicht eingehen, dass den Kindern etwas zustößt.“ Deshalb habe sie sich am Morgen für diesen Schritt entscheiden. Das wäre allerdings fast nicht nötig gewesen. Der Großteil der Eltern hatte ohnehin per Telefon oder E-Mail kundgetan, dass sie ihr Kind daheim lassen. „Von 220 Schülern haben wir nur bei neun nachhaken müssen, ob sie in einer Notfallgruppe betreut werden wollen. Das wollten sie nicht“, sagt Lutz. Auch im Evangelischen Trifels-Gymnasium in Annweiler blieben die Klassen leer. Rund 650 Jugendliche hatten somit schulfrei.
Das Bildungsministerium hatte den Schulen im Land freigestellt, ob sie den Unterricht witterungsbedingt absagen. Die Grundschule Herxheim machte von diesem Angebot keinen Gebrauch. Rektor Bernd Rieder sagt: „Die Lage war nicht so dramatisch, wie es befürchtet worden war.“ Es gab zwar einige Absagen, im Schnitt fehlten pro Klasse acht Schüler. Den Unterricht habe es jedoch nicht gestört. „Die Pausen haben wir sicherheitshalber im Schulgebäude verbracht“ sagt Rieder. Gebüffelt wurde auch am Gymnasium Edenkoben. Der stellvertretende Schulleiter Michael Schacht berichtet: „Entscheidend war unter anderem, dass der Busbetrieb lief. Somit konnten wir davon ausgehen, dass die meisten Jugendlichen den Weg in die Schule finden können.“
Förster in Deckung
Noch keinen Überblick über die Sturmschäden in seinem Revier hat Gregor Seitz, kommissarischer Leiter des Forstamts Annweiler. „Bei dem immer noch herrschenden Sturm ist es ratsam, in Deckung zu bleiben“, sagt Seitz am Montagmittag. Aus Sicherheitsgründen seien seine Mitarbeiter noch nicht im Wald unterwegs gewesen. Da auch für den Dienstag noch stürmisches Wetter angekündigt sei, werde es mit der Bestandsaufnahme noch ein bisschen dauern, so Seitz.
„Wir hatten Glück“
Auch Ulrike Abel, Leiterin des Landauer Forstamts, kann noch keine konkreten Aussagen über die Lage im Pfälzerwald machen. Sie geht jedoch davon aus, dass die Sturmschäden nicht dramatisch sind. „Wir hatten Glück, dass der Wind aus nordwestlicher Richtung kam“, sagt sie. Der Haardrand, dessen Hänge nach Osten hin ausgerichtet sind, habe folglich auf der windabgewandten Seite gelegen.
Bis Mittwoch geschlossen
Im Wild- und Wanderpark in Silz hat es vereinzelt ein paar Bäume erwischt. „Es ist aber nichts Gravierendes passiert“, betont Geschäftsführer Daniel Kraus. Am Montag blieb der Wild- und Wanderpark vorsorglich geschlossen. „Voraussichtlich werden wir auch noch am Dienstag und Mittwoch geschlossen haben, um ein bisschen aufzuräumen. Danach öffnen wir wieder“, kündigt Kraus an.
Müllabfuhr im Kreis verschoben
Wegen des Orkantiefs werden die Rest-, Biomüll- und Papiertonnen im Landkreis Südliche Weinstraße in dieser Woche von 10. bis 14. Februar jeweils einen Tag später geleert. Die gelben Wertstoffsäcke sind von dieser Verschiebung nicht betroffen. Hintergrund der um einen Tag verschobenen Leerung ist, dass nicht alle Mülltonnen nach der Entleerung sofort wieder von den Bürgern gesichert und vom öffentlichen Verkehrsraum entfernt werden können. arh/jpa/sas/kkr