Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau macht Menschen mit Dauerparkschein und App das Leben schwer

Der Uniparkplatz in der Darstellung der Parkster-App.
Der Uniparkplatz in der Darstellung der Parkster-App.

Kein Kleingeld dabei? Kein Problem, auch für die Parkuhr gibt es längst eine digitale Alternative wie die App Parkster. Doch die Stadt Landau macht Nutzern das Leben schwer.

In mehr als 750 deutschen und österreichischen Städten kann man inzwischen mit der App Parkster seinen Parkschein erwerben. Nach Angaben des in München ansässigen Unternehmens nutzen bereits mehr als fünf Millionen Menschen die App. Täglich würden damit mehr als 100.000 Parkscheine gelöst. Praktisch: Man kann nicht überzahlen, wenn man kein passendes Kleingeld dabei hat und der Automat nicht wechselt, und man kann per Smartphone nachlösen, wenn die angegebene Parkzeit abläuft, man aber noch etwas länger braucht.

Eine der Nutzerinnen ist Marion Lüthe, die im Institut für Germanistik der Uni arbeitet, und die ein digitales Monatsticket auf dem Uni-Parkplatz in Landau per Parkster gebucht hat. Das funktioniert gut – eigentlich. Doch nun ist ihr Auto in der Werkstatt und sie muss ein anderes nutzen. Das komme auch sonst gelegentlich mal vor, berichtet sie.

App ermöglicht Fahrzeugwechsel

Für die Parkster-App ist das kein Problem. Man kann dort problemlos mehrere Fahrzeuge hinterlegen und einen Kennzeichenwechsel vornehmen, wenn man beispielsweise nicht mit der Familienkutsche, sondern dem Zweit- oder dem Dienstwagen unterwegs ist. Doch Parkster warnt bereits in seinen FAQs, den häufig gestellten Fragen (frequently asked questions): „Nicht jeder Parkplatzbetreiber erlaubt einen Kennzeichenwechsel in seinen Parkzonen“.

Grundsätzlich gilt, dass das Stadtgebiet Landau in mehrere Parkquartiere eingeteilt ist. Der Uni-Parkplatz gehört zum teuersten, dem Parkquartier Innenstadt, wo es ein Tagesticket zu vier Euro, ein Monatsticket zu 30, ein Vier-Monats-Ticket zu 120 und ein Jahresticket zu 300 Euro gibt. Dass der Uniparkplatz bis vor nicht allzu langer Zeit gänzlich gebührenfrei war, steht auf einem anderen Blatt. Die Stadt hat im Herbst 2023 die Bewirtschaftung übernommen, ein Teil der Erlöse geht seitdem an den Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (Asta).

Stadt unterbindet App-Funktion

Lüthe schildert, dass der Fahrzeugwechsel in der App anfangs funktioniert habe, plötzlich aber nicht mehr. Sie habe zunächst an eine kurzzeitige Störung gedacht. Als ihr eine Kollegin dieselbe Erfahrung schilderte, habe sie das Ordnungsamt kontaktiert und erfahren, dass die Stadt Landau aktiv dafür gesorgt habe, dass Parkster die Funktion Fahrzeugwechsel/Kennzeichenwechsel beim Dauerparkschein abgeschaltet habe. Ihr sei als Begründung genannt worden, dass dies eine Ungleichbehandlung derjenigen darstellen würde, die ein analoges Monatsticket haben, auf dem das Kennzeichen eingetragen ist.

Lüthe hält das nicht für schlüssig: Es gebe beispielsweise auch Apps für Discounter, die nur demjenigen einen Preisvorteil einräumen, der die entsprechende App nutzt. Vor allem aber hält sie es für unsinnig, weil Studierende immer aufgefordert würden, Fahrgemeinschaften zu bilden, um die Umwelt (und den Parkraum) zu schonen. Solche Nutzergrüppchen können nach den Landauer Spielregeln dann auch kein vergünstigtes Ticket mehr lösen, wenn sie sich beim Fahren abwechseln. Lüthe findet das kontraproduktiv.

Angst vor Mehrfachnutzung

Die Stadtverwaltung bestätigt die Darstellung. Im Bürgerbüro umschreiben lassen könne man nur analoge Dauerparktickets, wofür allerdings eine Gebühr erhoben werde. Doch beim Handyparken sei das nicht möglich. Die Verwaltung weist darauf hin, dass alle Dauerparktickets fahrzeuggebunden sind. Denn wenn es in der App möglich wäre, das Kennzeichen für ein Dauerparkticket zu ändern, könnten sich mehrere Menschen einen verbilligten Dauerparkschein teilen, und der, der gerade in die Stadt fährt, würde ihn aktivieren. Das sei nicht Sinn der Sache.

Doch diese Darstellung ist nicht völlig plausibel: Dann müssten sich Menschen zum einen sehr genau absprechen, wer das Dauerparkticket gerade nutzen kann, und sie müssten zum anderen sogar dasselbe Handy nutzen. Alternativ müsste der Mensch mit dem digitalen Dauerparkschein das Nummernschild eines anderen in seiner App hinterlegen und für diesen das Ticket lösen. Das geht, aber es ist umständlich. Die Lebenswirklichkeit sieht anders aus.

Die Stadt hat nur den Vorschlag, dass man im Fall eines vorübergehenden Fahrzeugwechsels alternativ ein Tagesticket nutzen könne. Für Lüthe ist das machbar, ihr Auto ist nur drei Tage in der Werkstatt, was für sie zwölf Euro an zusätzlichen Parkgebühren bedeutet. Ein Tag mehr und es wären schon mehr als die halben Monatskosten gewesen. Bei ihrer Kollegin war es aber auch schon eine Woche. Und wenn das Auto mal einen Unfallschaden haben sollte, können auch mal Wochen ins Land gehen.

Der Uniparkplatz zu Füßen des Forts im richtigen Leben.
Der Uniparkplatz zu Füßen des Forts im richtigen Leben.
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