Landau
Landau lässt neue Sirenen montieren
Auch wenn es die Pläne schon länger gibt, passen sie in die Zeit: Im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe an der Ahr hatte es Kritik an den dortigen Frühwarnsystemen gegeben. Seitdem erreichen Oberbürgermeister Thomas Hirsch zu dem Thema etliche Anfragen, wie die Stadtverwaltung mitteilt.
Nach deren Angaben haben in der zurückliegenden Woche die Arbeiten in den Stadtdörfern Wollmesheim und Dammheim begonnen. Auf der Grundschule Wollmesheimer Höhe ist bereits eine moderne Sirene montiert worden. Die neuen Geräte unterscheiden sich nicht nur optisch von den pilzförmigen Vorgängermodellen: Sie bestehen aus zahlreichen Schalltrichtern an einem Mast, die in vier Richtungen abstrahlen. Sie können lokal ausgelöst werden, sind aber auch Bestandteil eines bundesweiten Warnsystems. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe arbeitet derzeit an der Ausgestaltung eines Sirenen-Förderprogramms, mit dem Geld zum Ausbau der Infrastruktur bereitgestellt werden soll.
Stadt hofft auf Förderung
„Sofern möglich, werden wir die neu aufgelegten Förderprogramme von Bund und Land zur ergänzenden Mitfinanzierung nutzen, unabhängig davon aber unseren geplanten flächendeckenden Sirenen-Ausbau konsequent weiterführen“, kündigt Hirsch an.
Ziel der Stadt ist es, künftig alle Bürger im Unglücks- oder Katastrophenfall auch per Sirenenton warnen zu können. Dazu werden die Warnsirenen im Stadtgebiet Stück für Stück ersetzt, teils an den alten, teils an neuen Standorten. Dafür hatte eine Fachfirma ein Beschallungskonzept erstellt. Der Ausbau kostet insgesamt 160.000 Euro und soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Der Oberbürgermeister erläutert: „Bei Bränden, bei Unfällen, bei denen Gefahrstoffe austreten, oder bei Naturkatastrophen wie jetzt an der Ahr müssen die Menschen im betroffenen Gebiet schnell informiert werden.“ Die Flutkatastrophe habe gezeigt, wie wichtig es sei, die Bevölkerung über möglichst viele Kanäle zu informieren. In Landau passiert das bereits mit den Warn-Apps Katwarn und Nina, per Lautsprecher, mittels Radio-Durchsage sowie – im äußersten Notfall – durch das Auslösen des gesamten Sirenennetzes. Künftig werde es möglich sein, einzelne Sirenen im Stadtgebiet gezielt auszulösen, um ein bestimmtes Gebiet zu warnen, sagte Hirsch.
Test 2020 war schiefgegangen
Die Geräte würden mit der neuesten digitalen Alarmierungstechnik ausgestattet und hätten eine höhere Reichweite als die bisherigen, ergänzte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Dirk Hargesheimer. „Wichtig: Die Sirenensignale, die ertönen, müssen bundesweit einheitlich sein, damit die Menschen ihre Bedeutung verstehen.“ In Deutschland weist ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton auf eine akute Gefahr hin; Entwarnung gibt ein ebenfalls einminütiger Dauerton.
Im September 2020 hatte es zum ersten Mal nach 30 Jahren einen bundesweiten Warntag gegeben, bei dem landauf, landab um 11 Uhr Sirenen getestet werden sollten. Der Versuch war gründlich schiefgegangen, weil zahllose Sirenen stumm blieben. Danach hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) den Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, abgelöst und durch Armin Schuster ersetzt.
Auch in Landau war die Bilanz ernüchternd. Die neue Sirene auf dem Dach der Grundschule Wohö hatte keinen Mucks von sich gegeben.