Landau Landau: Helden des Alltags ausgezeichnet
Leben retten, Verbrechen verhindern, Täter dingfest machen – in einer Feierstunde im Empfangssaal der Stadt Landau ehrte das Polizeipräsidium Rheinpfalz sieben Alltagshelden mit dem Bürgerpreis. Zudem wurde Polizeikommissar Marcel Kübel von der Polizeiinspektion Bad Bergzabern für seinen besonderen Einsatz belobigt.
„Dieses Lob ist notwendig, vielleicht sogar inspirierend“, sagte Polizeivizepräsident Eberhard Weber. Eine solche Feierstunde müsse es geben. Denn ohne die Rückmeldung aus der Öffentlichkeit könne man nicht wachsen, so Weber. „Es ist auf jeden Fall der Rede wert.“ Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch stellte die enge Zusammenarbeit mit der Polizei heraus und zeigte sich beeindruckt von der Zivilcourage der geehrten Bürger: „Wegsehen ist keine Lösung“, stellte Hirsch abschließend fest.
Messerstecher verfolgt
Belobigt wurde Polizeikommissar Marcel Kübel von der Polizeiinspektion Bad Bergzabern. Er nahm am 25. Juli die Verfolgung eines Mannes auf, der zuvor seine Ehefrau mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte. Durch Einreden auf den Mann gelang es ihm, ihn von seinem vierjährigen Sohn zu trennen, den er an der Hand hielt. Anschließend brachte er den Täter zu Boden und legte ihm Handfesseln an. „Das geht weit über das Alltagsgeschäft der Polizei hinaus“, stellte Weber heraus. In weiteren vier von der Jury ausgewählten Fällen verlieh das Polizeipräsidium Rheinpfalz den Bürgerpreis. So waren Sandrine Bejeau aus Ludwigshafen und Manfred Liebel aus Mutterstadt am 4. April 2017 zur rechten Zeit am rechten Ort: Der Polizeiinspektion Ludwigshafen wurde per Notruf gemeldet, dass ein Rettungswagen benötigt wird. Eine Frau trieb im Rhein. Sie hatte eine hohe Dosis an Medikamenten vereinnahmt und war kaum mehr ansprechbar. Bejeau und Liebel eilten zur Hilfe, es gelang ihnen dann, die Frau auf dem Kiesstrand unterhalb der Hannelore-Kohl-Promenade zu bergen und sie vor dem Ertrinken zu retten.
Senior aus sinkendem Auto befreit
Der Mannheimer Gregor Jakubik grillte am 17. August mit Freunden nahe eines Sees in Waldsee, als seine Tochter und deren Freundin ihn darauf aufmerksam machten, dass ein Auto in das Gewässer gefahren sei. Ein älterer Her wollte auf seinem abschüssigen Grundstück parken, schoss aber über das Ziel hinaus und landete im See. Der Mann konnte sich nicht aus seinem Fahrzeug retten, da sein Fuß im Lenkrad eingeklemmt war. Jakubik griff durch das offene Fenster in den Innenraum des Autos und befreite den Senioren. Kurz darauf sackte das Fahrzeug ab. Es hätte den Mann ohne Jakubiks Einsatz in die Tiefe gerissen. Wolfgang Gruler aus Trossingen und Leonhard Hiebl aus Schonstett retteten eine 22-Jährige in der Nähe eines Campingplatzes in Bad Dürkheim vor einer Vergewaltigung. Die junge Frau war am Vormittag des 28. September zu Fuß auf einem Wirtschaftsweg unterwegs, als sie bemerkte, dass sie von einem Mann verfolgt wurde. Als dieser sie von hinten umklammerte und ihr den Mund zuhielt, wehrte sie sich und schrie um Hilfe. Gruler hörte die Hilferufe und rannte in Richtung Tatort. Dort sah er die Frau auf dem Boden liegen und den Täter über ihr. Dieser ließ sofort von seinem Opfer ab und versuchte zu fliehen. Gruler kümmerte sich erst um die Frau, holte dann sein Fahrrad und verfolgte den Täter. Zu dieser Zeit war Hiebl – ebenfalls zum Camping in der Pfalz – bereits hinter dem Mann her und blieb ihm auf den Fersen, bis ihn die Polizei stellen konnte.
Verwirrter Frau Messer entrissen
Die beiden Ludwigshafener Rudi Schmidt und Jürgen Peller griffen bei einer Messerattacke in einem Ludwigshafener Supermarkt am 2. Dezember ein. Dort versuchte eine alkoholisierte Frau eine Verkäuferin mit einem Küchenmesser zu töten. Mit ihrem Angriff verletzte die Frau die Angestellte allerdings nur oberflächlich und wollte ein zweites Mal zustechen. Schmidt und Peller konnten der verwirrten Frau das Messer entreißen und der Verkäuferin so wohl das Leben retten. Wie sich später herausstellte, hatte die betrunkene Frau kein spezielles Opfer ausgemacht, sondern wollte einfach irgendeine Person töten, egal welche. Die Verleihung des Bürgerpreises gab es nun zum fünften Mal, und sie ist Teil der landesweite Kampagne „Wer nichts tut, macht mit“ und soll Menschen zu Hilfsbereitschaft bei Straftaten und Notfällen motivieren.