Landau
Landau: Glockenturm des Max-Slevogt-Gymnasiums wird repariert
Es sieht aus, als würde die Schule den Hut ziehen: Der Glockenturm des Max-Slevogt-Gymnasiums in Landau wurde Dienstagmittag vom Dach auf den Schulhof gehoben. Er ist von einem Schädling befallen und muss restauriert werden. Das Gebäudemanagement der Stadt rechnet mit Kosten von bis zu 100.000 Euro. Wie lange die Restaurierung dauern wird, ist noch unklar.
Ganz langsam und vorsichtig heben die Mitarbeiter von Ludwig Schultz den Glockenturm des Max-Slevogt-Gymnasiums durch die Lüfte. Er hängt an einem Autokran, der im Schulhof steht. In welche Richtung er sich bewegen soll, wird von unten dirigiert. Ganz behutsam setzt der Kran den 142 Jahre alten Turm auf dem Schulhof ab. Hier wird er nun etwa eine Woche verbringen, bis die Schule wieder anfängt. Dann wird er entweder in einer Werkstatt oder im hinteren Bereich des Schulgeländes restauriert – geschützt vor der Neugier der Schüler.
Der Turm ist baufällig. Die Holzbalken seien von einem Holzschädling namens Hausbock befallen, dadurch sei die Tragfähigkeit nicht mehr gewährleistet, erklärt Ludwig Schultz. Er ist Zimmermeister, Fachrestaurator, Holzschutz-Sachkundiger und für die erste Feststellung des Schadens zuständig. Laut Stadt-Pressesprecherin Ricarda Bodenseh wurde der Befall bei einem Check vom GML entdeckt. Die GML-Mitarbeiter ließen alle zwei Jahre eine Drohne über die Dächer der stadteigenen Gebäude gleiten.
Enge und Taubendreck: Arbeiten auf dem Dach nicht möglich
Um herauszufinden, wie groß der Schaden wirklich ist, musste der Turm aber zunächst vom Dach der Schule geholt werden. „Ein Gerüst aufzubauen und oben zu arbeiten, ist zu aufwendig. Außerdem ist es im Turm viel zu eng“, sagt Schultz. Auch der Taubendreck im Turm sei ein Problem. „Das Gerüst können Sie sich also sparen“, fasst er zusammen. Daher ging es für den Turmhelm auf den Schulhof. Durch sein Alter und die Schulglocke, die noch darin hängt, sei das kein einfaches Unterfangen, führt Schultz aus. Um den alten Turm zu sichern, seien vier Holzbalken hindurch geschoben und so verschraubt worden, dass er am Stück vom Gebäude gehoben werden konnte. Über vier Tonnen wiege das ganze Konstrukt, schätzt Schultz. „Sobald er auf dem Schulhof steht, entfernen wir die Schiefer. Dann können wir sehen, welche Teile befallen und welche gesund sind. Nur was kaputt ist, wird ersetzt. Die gesunden Teile bleiben“, beschreibt er die Vorgehensweise bei der Restaurierung. Falls viel ausgetauscht werden müsse, werde der gesamte Turm mit einem Tieflader in eine Werkstatt gefahren. Wohin genau, müsse dann geklärt werden.
Damit’s nicht reinregnet: Notdach aus Sperrholz
Damit die Schüler nicht nass werden, bedeckt ein Notdach aus Holzbalken und Sperrholzplatten das Loch – solange der Glockenturm fehlt, sagt Pressesprecherin Bodenseh. Wie lange die Restaurierung dauern und was sie insgesamt kosten wird, könne die Stadt noch nicht abschätzen. Dies sei erst dann möglich, wenn der Turm genauer inspiziert wurde. Für das gesamte Projekt rechne Sachbearbeiter Christian Blot vom GML grob geschätzt mit Kosten von 90.000 bis 100.000 Euro.