Landau
Landau/Germersheim: Südpfalz mobil fordert faires Gutachten zu Bahnstrecken-Reaktivierung
Der Verein Südpfalz mobil, der sich für einen umweltfreundlichen Nahverkehr insbesondere mit der Bahn einsetzt, begrüßt es, dass sich die Junge Union der drei Kreisverbände Germersheim, Südliche Weinstraße und Landau für die Reaktivierung der Bahnstrecke Landau - Germersheim stark macht.
Der Verband verweist darauf, dass das Thema nicht neu ist, sondern schon um die Jahrtausendwende diskutiert worden ist. Nach Einschätzung von Südpfalz mobil ist damals ein Gutachten zur Reaktivierung bewusst „tot“ gerechnet worden, indem viel zu hohe Kosten für Bau und Betrieb angesetzt worden seien. In dem Gutachten von Gehrmann Verkehrsplanung in Darmstadt aus dem Jahr 1999 seien teilweise Annahmen unterstellt und Schlussfolgerungen getroffen worden, die nach Auffassung des Vereins einer Prüfung nicht Stand hielten. Beispielsweise habe der Gutachter einen viel zu hohen Fahrzeugbedarf angesetzt, und er habe behauptet, dass ein Kreuzungsbahnhof notwendig wäre, der allein schon rund 12,5 Millionen Euro gekostet hätte, aber für einen reibungslosen Fahrbetrieb nicht zwingend erforderlich sei.
Außerdem sei eine Werkstatt für 2,5 Millionen Euro aufgelistet worden, die einen unüblichen Luxus dargestellt hätte. Darauf habe Südpfalz mobil damals schon hingewiesen, aber kein Gehör gefunden. Folglich sei die Entscheidung für einen Betrieb mit Bussen gefallen, die aber weder die Schnelligkeit noch den Komfort und vor allem nicht die Kapazität von Zügen hätten. Südpfalz mobil hofft daher, dass bei der neuerlichen Wirtschaftlichkeitsberechnung und Diskussion über eine Bahnreaktivierung „Verbesserungen des ÖPNV nicht immer nur in den Sonntagsreden versprochen werden, sondern sie endlich auch mutig und entschlossen umgesetzt werden“, schreibt der Vorsitzende Magnus Hellmich aus Landau.