Landau Landau: Genießerleuchten kommt wieder

Und es werde wieder Licht: Anfang Oktober steigt die vierte Auflage des Open-Air-Spektakels im Süden von Landau.
Und es werde wieder Licht: Anfang Oktober steigt die vierte Auflage des Open-Air-Spektakels im Süden von Landau.

Die große Südpark-Sause geht am ersten Oktoberwochenende 2018 in die vierte Runde - trotz kritischer Stimmen zum Weinkonzept

Das Genießerleuchten wird am 5. und 6. Oktober wieder im Süden von Landau veranstaltet. In Gesprächen mit der Stadtverwaltung sei eine Vorverlegung des Spektakels zwar thematisiert worden, allerdings gebe es keinen vertretbaren Termin im September, teilt der Veranstalter Ideenkonstrukteur aus Bad Bergzabern mit. Vielen erscheint der Oktober wegen der doch schon recht kühlen Abende zu spät. Welche Weingüter vertreten sein werden, ist noch offen. Einzelne Verträge seien zwar schon unterschriftsreif, doch alle Beteiligten und Programmpunkte stünden noch nicht endgültig fest, heißt es.

Namhafte Weingüter nicht mehr dabei

Tatsache ist, dass sich seit der Premiere des Genießerleuchtens 2015 anlässlich der Landesgartenschau namhafte Weingüter wieder verabschiedet haben, andere nach der dritten Auflage überlegen, dem Event den Rücken zu kehren – selbst jene, die vom Konzept des zweitägigen Fests durchaus angetan sind. Markus Pfaffmann vom gleichnamigen Weingut in Walsheim macht sein weiteres Engagement auch davon abhängig, dass der Veranstalter die Winzerbetriebe, also die Beschicker, aus dem Kreuzfeuer der Kritik nimmt. Schließlich bestimme alleine der Veranstalter den Ablauf, der rein gar nichts mit einer großen Weinprobe samt Kennenlernen vieler Weingüter zu tun habe. Nur die wenigsten Gäste wüssten, dass die Winzerbetriebe zwar für die Stände einen Beitrag zahlten, doch würden die Weine vom Veranstalter nach dessen Preisvorgaben geordert und dann von dessen Mitarbeitern auch ausgegeben. Dafür seien die Winzer gerade in der Weinlesezeit, in der jede Hand im Betrieb gebraucht werde, auch sehr dankbar.

"Werbeeffekt zu gering"

Ebenfalls von Anfang an dabei ist das Weingut Graf von Weyher, das von dem absolut „gut durchdachten Konzept“ überzeugt ist. Jürgen Graf hat den jungen Leuten, die am Stand Dienst hatten, die Expertise der einzelnen Weine überlassen und so versucht, sie mit ein paar Infos zum Produkt zu „füttern“. Auch wenn in diesem Jahr mehr Graf-Wein getrunken wurde als 2016, erwägt er doch einen Verzicht im nächsten Jahr. „Der Werbeeffekt ist zu gering, da stimmen Preis und Leistung nicht mehr.“ Im ersten Jahr zahlten die Weingüter für ihren Stand für beide Tage 3000 Euro, heute stehen laut Veranstalter 2000 Euro pro Doppelpagode im Vertrag. Kritik an der Weinauswahl – eine Leserbrief-Schreiberin hatte ein Überangebot von Spätburgunder gerügt – lassen die Winzer so nicht gelten. Schließlich seien sie preislich in ein enges Korsett geschnürt. Kaufe doch der Veranstalter Weine nur in einer Preislage von 5 bis 8 Euro. Auch Thomas Hörner vom Hainbachhof in Hochstadt, der sich mit Graf von Weyher die Pagode teilte, ist von Anfang an dabei. Gerne erinnert sich der junge Winzer an das erste Genießerleuchten, das ihm etliche neue Kunden beschert habe. „Da wurde auch noch mit den Logos der einzelnen Weingüter in großem Stil geworben.“ Weil es sich für seinen Betrieb einfach nicht mehr rechne, will er nun aussteigen.

Veranstalter reagiert auf Kritik

Dass einzelne Betriebe abspringen könnten, bereitet Ideenkonstrukteur keinen großen Kummer: „Man will ja auch nicht immer nur Riesling trinken.“ Gleichwohl setze man sich mit der Kritik der Gäste auseinander. So sollen 2018 Winzer die Chance erhalten, ihre Pagoden mit eigenen Leuten zu bestücken. Zudem soll es neben den Weinständen „Infopoints“ geben, an denen die Winzer oder deren Mitarbeiter über ihre Weine und ihre Philosophie berichten können. Mit mehr eigenem Engagement würden sich auch die Preise für die Weinbaubetriebe verändern. „Wir haben Winzer, die gerne selbst ihren Wein anbieten möchten, andere wollen am bestehenden Konzept festhalten.“ Darüber hinaus versichert ein Ideenkonstrukteur-Sprecher, dass auch nächstes Jahr nicht nur Gläser mit fünf Zentiliter Inhalt ausgegeben würden, sondern auch Flaschen. Termin Genießerleuchten auf dem ehemaligen Gartenschau-Gelände in Landau am Freitag und Samstag, 5. und 6. Oktober, jeweils von 18 bis 24 Uhr.

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