Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Familie Ostad serviert Feinkost in der Südpfalz seit über 25 Jahren

Wie der Vater so der Sohn: Hossein Ostad (rechts) und sein Sohn Ali führen in Landau zwei Feinkostläden.
Wie der Vater so der Sohn: Hossein Ostad (rechts) und sein Sohn Ali führen in Landau zwei Feinkostläden. Foto: Iversen

Im Iran war Hossein Ostad als Bauleiter tätig, in der Südpfalz kennt man ihn vor allem als Betreiber von Feinkostläden. Seit mehr als 25 Jahren lockt er in Vorkassenzonen von Supermärkten Kunden mit persischen und mediterranen Spezialitäten. Der vierfache Vater hat nur einen Traum nicht verwirklichen können.

Fleischkäse- und Frikadellenbrötchen in einem mediterranen Feinkostladen, gleich zwischen Oliven, Schafskäse und Peperoni? Auf diese ungewöhnliche Mischung setzte Hossein Ostad, als er Ende der 90er-Jahre in der Vorkassenzone des SBK-Marktes in Edenkoben sein Geschäft hatte. „Ich wollte den Angestellten von Tenneco und anderen Betrieben etwas bieten, damit sie in der Mittagspause zu mir kommen“, erzählt der 65-Jährige. Die Geschäftsidee ging auf. Durch diesen und weitere Einfälle mache sich der Iraner einen Namen in der Südpfalz.

Heute serviert er seine Spezialitäten, die wie Safran und Pistazien teils aus dem Iran stammen, im Real-Markt in Landau. Anderes kommt aus anderen asiatischen Ländern sowie Griechenland und Italien. „Omid“ heißt das Geschäft. „So heißt nicht nur unser ältester Sohn. Im Iran heißt das Wort übersetzt auch Hoffnung“, sagt Hossein Ostad. Übrigens gibt es einen weiteren Feinkoststand Omid, nur fünf Autominuten vom Real-Markt entfernt, im SBK-Markt in Landau. Der wird von seinem Sohn Ali geführt. „Ich habe schon als Jugendlicher bei meinem Vater geholfen. Mir bereitete der Kontakt mit den Kunden so viel Freude, dass ich in seine Fußstapfen getreten bin“, erzählt der Junior.

1989 nach Deutschland ausgewandert

Dabei hat Hossein Ostad in seiner Heimat Iran auf ganz andere Weise sein Geld verdient. „Ich war als Bauleiter tätig“, erzählt der 65-Jährige. Der Lohn sei gut gewesen, ebenso die Lebenssituation in Teheran. Und doch machte er sich 1989 mit Frau und Kindern Richtung Deutschland auf. „Wir hatten Verwandte in Neustadt, die uns Bilder schickten und von der Pfalz schwärmten. Wir sind letzten Endes ausgewandert, um unseren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen“, erzählt der vierfache Familienvater.

Stolz berichtet Hossein Ostad, dass seine Tochter Lehramt studiere, der älteste Sohn sei im Groß- und Außenhandel tätig, ein weiterer im IT-Bereich von Daimler in Stuttgart, Ali Ostad hat sich dagegen dem Feinkostladen verschrieben. „Ich finde es schön, Menschen mir den Speisen glücklich zu machen. Wir haben größtenteils nur Stammkunden, dabei sind gute Freundschaften entstanden.“

Als Koch überzeugt

Es dauerte, bis Hossein Ostad den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. „Ich hatte das Glück, ein paar Monate nach unserer Ankunft in Deutschland Arbeiten gehen zu dürfen. In einem Lokal in Weyher war ich erst Küchenhilfe, als der Koch krank wurde, sprang ich ein und wurde dann fortan am Herd eingesetzt“, erzählt der Iraner. Er bereitete Speisen zu, die unter die Kategorie „gutbürgerliche deutschen Küche“ fallen würden, beispielsweise Schnitzel mit Pommes. „Ich hatte kein Problem, Schweinefleisch zuzubereiten. Da wir Christen sind, sprachen keine religiösen Gründe dagegen.“

Zwischenzeitlich stellte er im Haus am Weinberg in St. Martin seine Kochkünste unter Beweis, ehe er sich dann 1997 selbstständig machte. „Weil es früher kaum einen Feinkostladen hier in der Region gab, habe ich mich in diesem Feld probiert.“ Zwischenzeitlich führte der Hainfelder drei Feinkostläden: in den SBK-Märkten in Edenkoben und Landau sowie im heutigen Real-Markt. „Es war schon immer ein Familienbetrieb. Meine Frau und ihre Schwestern haben geholfen, dass die Läden laufen.“ Es sei ohnehin immer schwierig gewesen, zuverlässige Mitarbeiter zu finden. Umso mehr war Hossein Ostad erfreut, dass er einen Feinkostladen seinem Sohn übergeben konnte.

Modernisierung des Feinkostladens in Planung

Einen Traum habe er bislang nickt verwirklichen können, sagt Hossein Ostad. „Ich wollte schon immer gerne ein iranisches Restaurant haben. So etwas fehlt hier in der Gegend.“ Den langgehegten Wunsch wird er sich nicht mehr erfüllen. „Ich möchte so lange arbeiten, wie es geht. Allerdings bin ich jetzt zu alt, um solch ein Projekt anzugehen.“ Sollte die Zukunft des Real-Marktes geklärt sein, würde er gerne in die Modernisierung seines Feinkostladens investieren. Metro will Real verkaufen, es wird noch ein Käufer gesucht. Am Montag endete die Bewerbungsfrist für Kaufinteressenten.

x