Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Corona-Masken aus dem Drucker

In der Konrad-Adenauer-Realschule plus in Landau kommen im Unterricht selbst hergestellte Visiere aus dem 3-D-Drucker zum Einsat
In der Konrad-Adenauer-Realschule plus in Landau kommen im Unterricht selbst hergestellte Visiere aus dem 3-D-Drucker zum Einsatz.

Hilf dir selbst! Die Konrad Adenauer Realschule in Landau ist aktiv geworden, um für sich und andere Schutzausrüstung herzustellen, die anderes kaum zu beschaffen war. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) ist beeindruckt.

Schutzmasken waren in den vergangenen Wochen die begehrtesten Accessoires. Nicht zuletzt, weil sie Pflicht bei Besuchen im Supermarkt oder beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel geworden sind. Doch die Masken werden auch dringend in Einrichtungen benötigt, in denen die Beschäftigten im direkten Kontakt mit Kunden oder Besuchern stehen. Diesen Mangel hat man an der Konrad-Adenauer-Realschule schnell erkannt und sich eine ganz eigene Lösung überlegt.

„Zwei unserer Lehrkräfte haben damit schon vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebs begonnen“, berichtet Schulleiter Manfred Schabowski. „Als technische Fachoberschule haben wir Zugriff auf einen 3-D-Drucker und betreiben auch eine 3-D-Drucker-AG“. In der haben zwei Lehrer, Klaus Breiner und Holger Deckler, damit begonnen, Gesichtsmasken herzustellen. Dabei handelt es sich nicht um selbstgenähte Stoffmasken, sondern um durchsichtige Plastikschilder, die mithilfe der im 3-D-Drucker hergestellten Halterungen vor dem Gesicht angebracht werden können.

Die Mimik bleibt sichtbar

Im Schulalltag finden die selbst hergestellten Masken schon seit der Wiedereröffnung Gebrauch. „Im Unterricht hilft es sehr, da die Masken die Redefreiheit der Lehrer so gut wie nicht einschränken“, sagt Schabowski. Doch die Masken finden ihren Weg nicht nur in die eigenen Klassenzimmer. Über 200 solcher Visiere habe man bereits mit den schuleigenen 3-D-Druckern für Arztpraxen, Physiotherapeuten und zahlreiche weitere Einrichtungen anfertigen können.

Der Termin am Donnerstag war aber für die Schüler und Lehrer ein ganz besonderer. Die Kars hat nicht nur eine Ladung frischer Masken dem Kinderschutzbund in Landau übergeben, zu dem Übergabetermin kam auch Bildungsministerin Stefanie Hubig. „Der Kinderschutzbund Landau steht schon lange im Kontakt mit der Konrad-Adenauer-Realschule“, sagt Heinrich Braun, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Landau. „Die Masken helfen uns sehr. Gerade bei Gesprächen mit Kindern und ihren Eltern spielt die Mimik eine große Rolle“.

Das Drucken dauert lang

Stefanie Hubig lobt bei ihrem Besuch den Einsatz, den die Schule mit den selbst hergestellten Masken leiste. „Die Arbeit des Kinderschutzbundes ist gerade jetzt sehr wichtig“, sagt Hubig. Um die Herstellungskosten der Masken zu decken, greife die Schule auf den eigenen Förderverein zurück. Alle weiteren Kosten versuche man, durch Spenden zu decken.

Gut 15 Schüler aus der Oberstufe engagieren sich in der AG und bei der Fertigung der Masken. „Die Herstellung ist sehr zeitintensiv“, erzählt Schabowski, „um eine Maskenhalterung zu drucken, braucht der Drucker etwa zweieinhalb Stunden. Dann müssen noch die Plastikschilder ausgeschnitten, gelocht und an den Halterungen befestigt werden“. Bei einem solchen Arbeitsaufwand fällt für Lehrer und Schüler die eine oder andere Überstunde an.

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