Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Brummton bleibt ein Rätsel

Nur wenige hören das Brummen, aber sie leiden darunter.  Foto: van
Nur wenige hören das Brummen, aber sie leiden darunter.

In Mörlheim und Bornheim brummt es. Das ist amtlich gemessen und bestätigt. Doch Abhilfe ist nicht in Sicht. Auch nach weiteren Untersuchungen ist die Quelle nicht gefunden. Nach Ansicht der Behörden sind Betriebe im Industriegebiet Mörlheim entlastet. Warum die Ursachensuche so schwierig ist.

 

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt stellt ihre Recherchen bezüglich des mysteriösen Brummtons von Mörlheim und Bornheim ein. Das hat die Behörde am Freitag mitgeteilt. Sie begründet dies mit den Messergebnissen, die das Landesamt für Umweltschutz (LFU) in ihrem Auftrag erhoben hat. Dabei ist herausgekommen, dass der Schalldruckpegel des tieffrequenten Schalls in allen Fällen deutlich unterhalb der zulässigen Richtwerte lag. Damit hat sich auch in Bornheim bestätigt, was LFU und SGD bereits in Mörlheim festgestellt hatten (Bericht vom 12. Februar). Mehr noch: Das LFU hat keinen Zusammenhang mit Betrieben im Industriegebiet festgestellt.

Wie wiederholt berichtet, ist das Phänomen zuerst in Mörlheim aufgetreten, wo sich Claus Hund als Sprecher der Betroffenen engagiert. Er hat kürzlich die Bürgerbeauftragte des Landes eingeschaltet, die bei der SGD Unterlagen angefordert hat. Deutlich später ist das Phänomen in Bornheim aufgetreten, wo sich seitdem ein Anwohner um Schadensbegrenzung bemüht. Er vernimmt das Brummen nicht nur daheim, sondern in vielen Häusern von bekannten und Nachbarn. Bei ihm hat das LFU in der Nacht vom 16. Februar gemessen. Auch dort waren Brummtöne feststellbar, aber auch in diesem Fall lagen die Schalldruckpegel im tieffrequenten Bereich deutlich unter der Hörschwelle der DIN 45680.

 

Tieffrequenter Schall ist überall

Mehr noch: Die Messwerte lägen auch deutlich unter den Anhaltswerten einer weiteren DIN, die auf besonders sensible Personen abhebt, zu denen ein Prozent der Bevölkerung gehöre. Das sagt Klaus-Peter Gerten, Abteilungsleiter der Gewerbeaufsicht bei der SGD, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Tieffrequenten Schall gibt es überall“, unterstreicht Gerten, „man kann überall messen und wird immer etwas finden.“ Je tiefer der Ton, desto lauter müsse er sein, um wahrgenommen zu werden. Gerten betont, dass sich die Behörden richtig Mühe gegeben haben. Sie hatten mit einem Unternehmen im Industriegebiet, das Hund als Quelle des Schalls vermutet, ein Abschalten aller Maschinen vereinbart. Hund und sein Bornheimer Mitleidender seien vorab informiert worden, dass dies in einer beliebigen Nacht innerhalb eines Zweiwochen-Zeitraums passieren würde. Beide hätten auf unterschiedliche Nächte getippt – und keiner auf die richtige. Es war die Nacht auf den 26. Februar.

 

Nach Gertens Angaben ist auch bei einem zweiten Unternehmen im Industriegebiet, das gelegentlich ebenfalls als möglicher Verursacher des Brummens genannt worden war, gemessen worden. Aber auch dort sei das LFU nicht fündig geworden. Im Gegenteil: Beim tieffrequenten Schall unter 90 Hertz müssten verschiedene Frequenzbänder gemessen werden. Je nach Frequenzbereich werden verschiedene Lautstärken registriert, so dass sich ein typisches Muster für einen Brummton ergibt. Es habe sich aber keine Übereinstimmung zwischen dem Brummen vor Ort und dem Brummen bei den Betroffenen ergeben, sagt Gerten.

 

Vielleicht ist der Nachbar schuld

Gerten schließt aus den Untersuchungen, dass das Industriegebiet nicht die Quelle des Brummens ist, und er hält es sogar für wahrscheinlich, dass es in Mörlheim und Bornheim unterschiedliche Verursacher gibt. Passen muss er bei der Frage, wer diese Verursacher sein könnten. Sie könnten möglicherweise in der engen Nachbarschaft zu suchen sein: Luft-Wärme-Tauscher kämen ebenso infrage wie Erdwärmepumpen von Heizungen und viele weitere Anlagen, darunter auch Heizungsanlagen und sonstige Haustechnik. Selbst Teichpumpen seien schon ermittelt worden. Grundsätzlich gilt laut Gerten, dass die Technische Anleitung (TA) Lärm auch im Privatbereich gilt, aber ein Beschwerdeführer nur dann Chancen auf Abhilfe habe, wenn Grenzwerte überschritten sind. Doch bei der Suche nach solchen privaten Brumm-Quellen ist die SGD nicht mehr im Boot.

 

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