Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Landau: Bahn sperrt asphaltierten Gleisübergang bei Tierheim

Die Strecke sei nicht stillgelegt, sie werde bahnbetrieblich genutzt, teilt die Bahn auf Anfrage mit.
Die Strecke sei nicht stillgelegt, sie werde bahnbetrieblich genutzt, teilt die Bahn auf Anfrage mit. Foto: Iversen

Der Gleisübergang an einem Feldweg in der Nähe des Landauer Tierheims ist geschlossen. „Lebensgefahr“ prangt auf einem Schild. Grund: Die Stadt hat über die Gleise einen Weg asphaltiert. Die Bahn hat Strafanzeige erstattet. Im Landauer Rathaus ist man verwirrt.

Am Donnerstagmorgen meldet sich die Landauerin Barbara Ernst bei der RHEINPFALZ. Sie ist verwundert. Die Bahn hat die Gleisquerung im Landauer Norden, zwischen Tierheim und Wintershall, großflächig abgeriegelt. „Lebensgefahr“ prangt auf den Schildern, „Betreten und Überschreiten der Gleise verboten!“. „Da fährt doch seit Jahren kein Zug mehr“, meint Ernst.

Die Schienen sind Überreste der Strecke Landau-Germersheim, die schon lange nicht mehr bedient wird. Die Stadt Landau hat das Teilstück im Mai/Juni asphaltiert, teilt Pressesprecherin Ricarda Bodenseh mit. Grund: Verkehrssicherheit. Man habe es den Menschen ersparen wollen, über die Gleise laufen oder radeln zu müssen, gerade bei Nässe bestehe dort Rutschgefahr. Die Andreaskreuze sind ebenfalls abgebaut.

Bei einer Kontrolle habe der zuständige Fachdienst der Deutschen Bahn (DB) festgestellt, dass das Gleis an der Stelle überschüttet und ein Weg aus Asphalt hergestellt wurde, heißt es aus der Pressestelle der Bahn. „Hierdurch ist die Notwendigkeit begründet, dort umgehend zu sperren. Die DB übernimmt keine Verkehrssicherungspflicht.“ Das Gleis sei nicht stillgelegt, es werde nach wie vor für den Bahnbetrieb genutzt. Die Nachfragen, wann zuletzt, wie häufig und zu welchem Zweck, werden nicht beantwortet. „Bahnbetrieblich“, lautet die Auskunft. Das Gleis sei Eigentum der Bahn, man müsse sich nicht für die Nutzung seines Eigentums rechtfertigen, heißt es am Telefon.

„Durch das Überbauen des Gleises besteht der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“, ist sich der Konzern sicher. Im Nachgang sei der Weg wieder freizulegen, damit das Gleis wieder nutzbar ist. Wahrscheinlich vom Verursacher. Ob der Logistikkonzern weiß, wer diesen Weg gebaut hat, wird nicht beantwortet. Grund: Die Bundespolizei sei bereits davon in Kenntnis gesetzt worden. Zu laufenden Ermittlungen könne man sich nicht äußern.

Wann die Bahn bei ihren Streckenkontrollen den asphaltierten Weg entdeckt hat, bleibt unklar. Zuständig ist die Kaiserslauterer Bundespolizei. Diese bestätigt, dass am 1. Oktober die Anzeige der Bahn eingegangen ist. Die Beamten ermitteln derzeit und prüfen, ob eine strafbewehrte Tat vorliegt. Die Ermittlungsergebnisse würden dann der Staatsanwaltschaft Landau als Herrin des Verfahrens übergeben, sagt der Pressesprecher.

Im Landauer Rathaus ist die Verblüffung groß. Denn es gebe jährlich Bahnübergangsbesichtigungen mit Vertretern der Bahn, bei diesen oder im Nachgang würden Absprachen getroffen, erklärt Bodenseh. „Wir sind verwundert über die Aussagen der Bahn, da sie eigentlich den bisherigen Absprachen zwischen Stadt und Bahn widersprechen.“ Mehr will die Stadt noch nicht sagen, „wir werden den Vorgang intern klären“.

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