Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Kneipenviertel auf der Kippe: Streit mit Gummi Mayer schadet Landau

Das Gummi-Mayer-Areal an der Ecke Nordring.
Das Gummi-Mayer-Areal an der Ecke Nordring.

Der Konflikt um ein Kultur- und Kneipenviertel zwischen Stadt und Gummi Mayer könnte für Landau bittere Folgen haben.

Ein Kneipen- und Kulturviertel, rechtlich klar geregelt – das war das Ziel eines städtischen Bebauungsplans für das Gebiet rund um Gummi Mayer und Gloria zwischen Nordring und Industriestraße in Landau. Doch aus Sicht des Verwaltungsgerichts Neustadt ist dieser Plan fehlerhaft und damit ungültig. Die Stadtverwaltung will gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen.

Eine wichtige Erkenntnis lautet: Beim Rechtsstreit mit Gummi Mayer geht es um mehr als einen Bebauungsplan. Es geht um Grundsätzliches. Denn sollte die Kommune auch in der nächsten gerichtlichen Instanz unterliegen, wäre das ein Signal. Dürfte gegen den Willen des Bauamtes auf dem Firmengelände von Gummi Mayer ein Drogeriemarkt eröffnen, stünde das Einzelhandelskonzept infrage.

Damit steuert die Stadt seit vielen Jahren, wo welche Unternehmen ihre Waren anbieten dürfen, damit kein innenstadtrelevantes Angebot plötzlich auf der grünen Wiese samt kostenloser Parkplätze erhältlich wird. Denn so würde Kaufkraft aus dem Zentrum abgezogen. Es würde veröden, so die Befürchtung.

Der Stadt ist es nicht gelungen, mit Gummi Mayer einen gemeinsamen Weg zu finden. Jedenfalls lässt das Unternehmen wissen, man habe einen Kompromiss suchen wollen. Der Vorschlag: das Firmenareal aus dem Bereich des Bebauungsplans herausholen. Die Stadt habe aber abgewunken.

Das Ergebnis ist kein gutes: Das Vorhaben, in Landau ein Kneipen- und Kulturviertel zu schaffen, steht auf der Kippe. Dafür trägt die Stadt die Verantwortung.

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