Landau
Klinikum: Zwei Stationen geschlossen
Die Stationen haben jeweils 29 Betten, derzeit können also 58 Betten nicht genutzt werden. Das Klinikum verfügt an seinen beiden Standorten Landau und Bad Bergzabern über 399 Planbetten, davon 220 in Landau und 179 in der Kurstadt.
Nach Angaben von Klinikum-Geschäftsführer Guido Gehendges bleibt seit der Pandemie fast durchgängig eine Normalstation geschlossen. Während Corona hätten alle Krankenhäuser und das Gesundheitswesen insgesamt mit hohen Ausfallzahlen beim Personal zu kämpfen gehabt. Inzwischen habe sich die Ausfallsituation zwar eindeutig verbessert, liege aber bei kurzfristigen Ausfällen noch immer über dem vorpandemischen Niveau.
Probleme schon seit Februar
Gehendges berichtet, dass seit Mitte Februar eine Normalstation geschlossen ist, weil pflegerische Fachkräfte fehlen. Beim Fachkräftemangel gehe es der Gesundheitsbranche nicht anders als vielen anderen Branchen in Deutschland. Aufgrund kurzfristiger erkältungsbedingter Personalausfälle im Pflegebereich habe eine zweite Normalstation in der Landauer Klinik von Mittwoch, 29. Mai, bis kommenden Montag, 2. Juni, geschlossen werden müssen. „Wir bemühen uns zudem, auch die andere geschlossene Normalstation in der Klinik Landau wieder absehbar öffnen zu können“, so der Geschäftsführer.
Die Patienten der betroffenen Fachbereiche würden auf anderen Stationen versorgt. Aufgrund des interdisziplinären Belegungskonzepts sei das kein Problem. Absprachen mit anderen Kliniken, insbesondere dem Vinzentius in Landau, seien nicht erforderlich. Auch nach der kurzfristigen und nur für ein paar Tage andauernden Schließung der zweiten Normalstation „sind wir in allen Bereichen der Klinik Landau aufnahmebereit gemeldet“, erklärt Gehendges. Stand Freitag, 31. Mai, 9.30 Uhr gebe es 34 freie Betten in der Klinik Landau. Zur Not könnten Patienten in den zweiten Klinikstandort Bad Bergzabern umgelenkt werden, wo es zum selben Zeitpunkt noch 50 freie Betten gab.
Belegung schwankt immer
Die ungenutzten Betten seien im Übrigen nichts Ungewöhnliches für Ferienzeiten und Brückentage, da sei die Belegung immer niedriger als zu den Hochzeiten Herbst und Winter. In Akutkrankenhäusern gebe es keine durchgängig gleichbleibende Belegung, entscheidend sei die durchschnittliche Jahresbelegung. Schon vor der Pandemie sind laut Gehendges in belegungsschwachen Phasen Stationen ganz oder teilweise geschlossen worden. Darüber gebe es schon seit 2016 eine Betriebsvereinbarung. Solche Zeiten würden genutzt, um Überstunden abzubauen.
Gehendges hofft, dass die neue Pflegeschule zur Ausbildung von Fachkräften die Lage entspannt. Sie sei ein wichtiger strategischer Schritt gewesen, die Ausbildung in der Pflege weiter zu stärken, in der Hoffnung, zum einen Menschen für die Ausbildung zu gewinnen und nach dem Examen auch „als neue Fachkräfte in unsere beiden Kliniken integrieren“ zu können.
„Reform bringt Besserung, aber keine Lösung“
Der Geschäftsführer beklagt, dass das bestehende Finanzierungssystem von Krankenhäusern zu stark von den Fallzahlen abhängig sei, auch wenn die Einführung von Pflegebudgets ab 2020 die direkte Erlös-Abhängigkeit von Fällen bereits etwas reduziert habe. Gehendges begrüßt es daher, dass die geplante Krankenhausreform von Gesundheitsminister Karl Lauterbach die Vorhaltefinanzierung stärker berücksichtigen und dann zusammen mit dem Pflegebudget etwa 60 Prozent der Erlöse ausmachen soll. „Das steht bedauerlicherweise immer noch aus“. Zudem sei es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber keine Lösung für Kostensteigerungen durch Inflation oder Tarifsteigerungen getroffen habe. Kliniken könnten solche Kosten nicht durch Preisanhebungen auffangen. Das passiere im aktuellen Finanzierungssystem sehr zeitverzögert und auch nur zu Teilen.