Landau
Katze nach vier Wochen dehydriert wiedergefunden
Zum 18. Geburtstag stellte Familie Schurer aus Godramstein ihrer Katze Maya einen Gedenkstein in den Garten. Darauf waren ein Bild, ihr Name und ihre Lebensdauer von 2003 bis 2021 zu sehen. Es war der wohl traurigste Katzengeburtstag für die Familie. Zu dem Zeitpunkt war das Haustier schon drei Wochen verschwunden. Die Familie hatte sich bereits damit abgefunden, sich von ihrem langjährigen Familienmitglied für immer verabschieden zu müssen.
Maya war Ende Februar verschwunden. Bereits in der ersten Nacht, in der sie nicht nach Hause gekommen war, machte sich ihr Frauchen Gisela Schurer Sorgen. „Sie war eigentlich nicht mehr so viel unterwegs, weil sie ja schon älter ist. Als sie dann in der nächsten und übernächsten Nacht auch nicht nach Hause kam, haben wir angefangen, in der näheren Umgebung zu suchen“, sagt die Godramsteinerin.
Zum Sterben zurückgezogen?
Sie meldete ihre Maya bei Tasso, einem Verein, der entlaufene Tiere sucht und bei dem Maya bereits registriert war, als vermisst. Dann fragte sie im Tierheim nach, ob ihr Vierbeiner tot oder lebendig gefunden wurde, und horchte nach, ob vom Bauhof eine tote Katze eingesammelt wurde. Auch Plakate hing sie im Ort auf. „Tasso hat uns gesagt, dass wir in näherer Nachbarschaft nachfragen sollen, ob sie irgendwo eingesperrt ist“, erzählt Schurer. „Wenn unsere Katze etwas will, kann sie sehr laut werden. Wir hatten gedacht, wenn sie in der Nähe ist, hätte sie jemand hören müssen.“
Die Ungewissheit bedrückte die Familie. Schließlich kam Maya als kleines Kätzchen, das gerade ein paar Wochen alt war, in die Familie. „Wir dachten, vielleicht hat sie sich zum Sterben zurückgezogen. Also haben wir mit der Sache abgeschlossen und uns gesagt, sie war jetzt lange genug Mitglied unserer Familie. Dann haben wir ihr den Gedenkstein errichtet“, erzählt Schurer.
Maya lebt
Eine Woche später, also Ende März, erhielt sie einen Anruf von Tasso. Noch nicht einmal 100 Meter vom Haus der Schurers entfernt sei eine Katze in einem dunklen Kellerraum gefunden worden. „Ich dachte mir, ich schaue mir das mal an. Ich bin aber nicht davon ausgegangen, dass es Maya ist.“ Schließlich war das Verschwinden der Katze nun schon vier Wochen und zwei Tage her. Doch sie war es tatsächlich. Abgemagert, dehydriert und knochig – aber am Leben. „Ich war total perplex und fassungslos. Ich dachte, das kann doch nicht unsere Katze sein. Ich stand unter Schock“, sagt Schurer. Auch die Kinder zu Hause hätten es gar nicht glauben können.
Schurer holte einen Tragekorb, ihr Mann rief die Tierärztin an, wo die Schurers das Tier umgehend hinbrachten. Maya wurde sofort mit Vitaminen, Aufbaumitteln und vor allem Flüssigkeit versorgt. Die Tierärztin sei überrascht gewesen, dass die Katze die vier Wochen Leidenszeit überlebt habe. „In den Raum ist wohl ein bisschen Regenwasser reingekommen, das sie trinken konnte. Vielleicht hat sie auch mal eine Maus gefangen“, sagt Schurer, die sich prompt beim Finder, einem Studenten, bedankte. Der hatte wohl selbst mal eine Katze und kam deshalb gleich auf die Idee, sich bei Tasso zu melden. Er vermutete laut Schurer, dass die Katze durch einen Spalt in den Raum gerutscht war. Warum diesen in vier Wochen niemand betreten hat, weiß Schurer nicht.
Astronautennahrung und Spritzen
Die ersten ein bis zwei Wochen nach der Wiedervereinigung seien nicht einfach gewesen. Maya hätte kaum etwas gegessen. „Wir mussten sie mit Astronautennahrung und Spritzen aufpäppeln“, sagt Schurer. „Sie war zu Beginn etwas handzahmer und ein bisschen schreckhaft. Außerdem kann sie jetzt nicht mehr so laut schreien, da sie sich in den ersten beiden Tagen wahrscheinlich die Seele aus dem Leib geschrien hat.“
Heute, sechs Wochen später, geht es Maya von Tag zu Tag besser, auch wenn sie von ihrem alten Gewicht noch entfernt ist. Sie hat in den vier Wochen wohl auch viel Muskulatur verloren. „Aber wir sind ganz zufrieden. Sie macht immer mehr Sachen, die sie früher gemacht hat. Sie ist jetzt die Königin im Haus“, sagt Schurer. Und hat damit wohl bewiesen, dass manche Katzen mehr als sieben Leben haben.