Südpfalz
Junge kreative Köpfe bei Wettbewerb ausgezeichnet
Die Jury und die betreuenden Lehrkräfte des Regionalwettbewerbs von Jugend forscht und Schüler experimentieren staunten bei der Präsentation der Ergebnisse im Naturwissenschaftlichen Technikum Dr. Künkele in Landau nicht schlecht, als sie hörten, dass eines der ausgestellten Projekte wohl bald in Produktion geht. Denn die 17-jährige Lina Ruhfus-Hartmann vom Gymnasium im Kannenbäckerland in Höhr-Grenzhausen und der 20-jährige Jan Heinemann, der mittlerweile an der Technischen Universität in Darmstadt studiert, haben für ihr Projekt „SnakE“ sowohl ein Patent als auch eine Firma angemeldet. „Wir arbeiten seit etwa einem Jahr daran. So lange gibt es auch die Firma. Wir wollen es auf jeden Fall weiter vermarkten“, sagt Heinemann.
Worum geht es? „SnakE“ ist ein Kühlsystem zur erleichterten Kühlung von Hochvoltspeichern in Elektrofahrzeugen. Das Projekt soll in erster Linie Feuerwehrleuten das Kühlen von E-Auto-Batterien erleichtern, beziehungsweise soll helfen, diese schneller löschen zu können, wenn sie brennen. „Die Batterie der E-Autos ist meist im Unterboden verbaut. Es gibt bereits Kühlsysteme, die man unter das Auto schieben kann, diese sind meistens aber groß und sperrig“, sagt Heinemann. Das Schlauchsystem „SnakE“ hingegen sei besonders klein, sodass es auf jedes Feuerwehrauto passe und einfach unter jedes E-Auto geschoben werden kann.
Deutlich weniger Wasserverbrauch
Das System besteht aus mehreren dünnen verknüpften Schläuchen und sei flexibel erweiterbar. Außerdem sei es an die Norm der Steckleitern von Feuerwehrfahrzeugen angepasst. „Dadurch, dass die Batterie aus nächster Nähe gekühlt wird, verbraucht es deutlich weniger Wasser und es gelangen weniger Schwermetalle in die Umwelt als bei herkömmlichen Löschsystemen“, betont Heinemann.
Der Name kommt daher, dass das System aussieht wie eine Schlange, das großgeschriebene E steht für Elektrofahrzeuge. Da auf Messen bereits Feuerwehrleute und Händler ihr Interesse für das Projekt bekundet haben, sind die beiden jungen Forscher optimistisch, dass sie Abnehmer finden. Am Donnerstagabend bekamen sie den ersten Preis in der Kategorie „Jugend forscht Arbeitswelt“ und dürfen nun genauso wie die Sieger in den Kategorien Biologie und Mathematik/Informatik am Landeswettbewerb teilnehmen.
Versuche in klein und groß
Auch die Sieger der fünf Kategorien bei Schüler experimentieren für Schüler bis 14 Jahre werden zum Landeswettbewerb geschickt. Neben Arbeitswelt, Biologie, Chemie und Technik konnten sich die noch jüngeren Forscher auch in Physik beweisen. Am meisten beeindruckte die Jury in dieser Kategorie der Wasseraufzug der beiden Zwölfjährigen Ella Bergfeld und Hiba Najibi vom Landauer Otto-Hahn-Gymnasium.
Beim Wasseraufzug geht es darum, Wasser zu sparen und wiederzuverwenden, wie Hiba Najibi betont. Die beiden starteten mit einem Topf, befestigten darauf eine Folie, ließen Wasser verdampfen und anschließend kondensieren. Im Topf befand sich ein zweiter Behälter, der das kondensierte Wasser auffing. „Das Gleiche haben wir dann noch mal in Groß gebaut und es draußen hingestellt“, sagt Ella Bergfeld. „Wenn es mittags warm war, ist das durch die Luftfeuchtigkeit entstandene Wasser verdampft. Am Abend, wenn es abgekühlt ist, ist es an dem Deckel kondensiert und in den Auffangbehälter getropft.“ Die beiden arbeiteten das gesamte vergangene Jahr in einer Arbeitsgemeinschaft an dem Projekt und wollen auch in Zukunft weiter forschen.
Weniger Projekte wegen Corona
Zum dritten Platz in der Sparte Physik reichte es für Simon Schardein (13) und Nicolas Colombo (14) vom Otto-Hahn-Gymnasium. Sie erzeugten Strom aus säurehaltigen Lebensmitteln. Mit Zink und Kupferplatten generierten sie einen Stromkreislauf im Saft der Lebensmittel und konnten zum Beispiel aus Roten Beeten 0,8 Volt erzeugen. Um ein Handy aufzuladen, brauche man jedoch konstant fünf Volt. „Wir wollen dieses Jahr weiter daran arbeiten, die Abstände im Stromkreis verändern, unterschiedliche Metalle verwenden und mit mehr Behältern gleichzeitig arbeiten, um auch im größeren Maße Strom erzeugen zu können“, sagt Nicolas Colombo.
Beim Regionalwettbewerb Südpfalz arbeiteten 10- bis 20-Jährige an 35 Projekten. Das seien deutlich weniger als vor der Corona-Pandemie, bedauert die Wettbewerbsleiterin Ulrike Schilling. Dies hinge damit zusammen, dass während der Schließzeiten der Schulen nicht experimentiert werden durfte. Der Wettbewerb sei nun aber wieder im Kommen. Die Patenschaft für Jugend forscht und Schüler experimentieren übernahm in diesem Jahr das NTK und das Daimler-Werk Wörth.