Pro RHEINPFALZ Plus Artikel Ja, aber bitte richtig

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Der Vorstoß, Tempo-30-Modellkommune zu werden, ist richtig, aber in dieser Form mutlos. Landau braucht Tempo 30 auf allen Straßen.

Auf dem Papier sieht ein Modellversuch für flächendeckend Tempo 30 in Landau gut aus. De facto ist der Grünen-Vorstoß Etikettenschwindel: Erstens gibt es nur noch wenige Straßen in Landau, auf denen man 50 fahren darf, und zweitens soll das so bleiben. Von der Tempo-30-Regelung sollen die großen Schlagadern der Stadt ausgenommen werden. Das betrifft beispielsweise die großen Ringstraßen. Und das ist feige.

Werfen wir doch mal einen Blick in die Landeshauptstadt: In Mainz hatte Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) vor einem Jahr Tempo 30 auf etlichen Hauptachsen eingeführt, allen voran auf der stark befahrenen Rheinallee. Das war zwar kein aktiver Vorstoß für mehr Umweltschutz und Lebensqualität, sondern lediglich der Versuch, die Deutsche Umwelthilfe auszuhebeln, die Dieselfahrverbote erklagen will. Egal. Wichtig ist, dass die Autofahrerwelt nicht untergegangen ist. Der Verkehrslärm hat spür- und messbar abgenommen. Und genau darum muss es gehen.

Niemand glaubt, dass mit dem Aufstellen von Tempo 30 alle Autofahrer Tempo 30 fahren. Aber die allermeisten fahren dann auch keine 60 mehr. Die große Masse der Verkehrsteilnehmer wird sich irgendwo um die 40 Stundenkilometer einpendeln, und das ist ein Riesengewinn. Warum sollen in diesen Genuss nicht auch die Anlieger der großen Straßen in Landau kommen? Und natürlich die Radler und Fußgänger, die bei Unfällen mit Autos viel höhere Überlebenschancen haben. Wenn man Tempo 30 dann auch noch mit einer funktionierenden grünen Welle kombiniert, von der gefühlt in Landau nicht die Rede sein kann, wird weniger Spitzentempo auch akzeptiert. Hauptsache es rollt.

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