Landau
Ins Zoogelände geschleudertem Kaninchen geht es besser
Nach Angaben von Zoodirektor Jens-Ove Heckel frisst das weibliche Tier und bewegt sich normal. Trotzdem sind innere Verletzungen noch nicht gänzlich ausgeschlossen, denn das Tier habe noch keine Verdauung, sagte Heckel am Montagnachmittag. Das könnte aber auch daran liegen, dass es zuvor nichts zu fressen und zu trinken bekommen habe.
Heckel und seine Frau Judith waren von der Polizei alarmiert worden, nachdem zwei Zeuginnen mit Kindern beobachtet hatten, wie zwei Frauen auffällig am Freigelände des Zoos vorbeigelaufen waren und einen Korb ins Dromedargehege geschleudert hatten – über den Außenzaun, den Graben und den Innenzaun hinweg, mithin über vier bis fünf Meter, wie der Zoodirektor sagt. Der Aufprall dürfte heftig gewesen sein, denn bei dem Kaninchen handelt es sich um einen Deutschen Riesen, eine sehr große Rasse. Heckel schätzt das Tier auf mindestens 50 Zentimeter Länge und ein Gewicht von etwa fünf Kilogramm. Er fragt sich, wie die Frauen das Tier überhaupt in den viel zu kleinen Korb bekommen haben, der allenfalls für ein Zwergkaninchen ausgereicht hätte.
Osterkaninchen frisst wieder
Beim Aufprall hatte sich das Kaninchen verletzt: Es trug eine blutende Wunde im Schwanzbereich davon. Tierärztin Judith Heckel untersuchte es in ihrer Praxis und brachte es in einer Krankenbox unter. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Nachdem es anfangs verstört gewesen sei, habe es inzwischen einen guten Appetit entwickelt. Wenn sich das „Osterkaninchen“ mit den Kaninchen der Familie verträgt, kann es vermutlich sogar auf Dauer bleiben.
Der Zoodirektor hat Anzeige wegen Tierquälerei erstattet, denn wenn jemand partout ein Tier loswerden wolle, könne er es im Tierheim abgeben. Ganz zur Not hätte man es auch vor dem Zooeingang abstellen können, jedenfalls aber nicht über den Zaun werfen dürfen, empört sich Heckel.
Zeuginnen beschreiben Täterinnen
Der Korb hatte sich beim Aufschlag geöffnet, und das schwarz-weiß-gescheckte Tier war in den Graben gehoppelt. Nach Angaben der Zeuginnen, die den Vorfall beobachteten, hatten sich die beiden verdächtigen Frauen die Hände vors Gesicht gehalten. Sie sollen asiatisch oder mongolisch aussehen und mit einem schwarzen Kleinwagen, vermutlich einem Peugeot mit RP-Kennzeichen (Rhein-Pfalz-Kreis) davongefahren sein. Eine der Frauen trug eine rote Jacke. Eine genauere Beschreibung liegt nicht vor. Hinweise nimmt die Polizei in Landau unter Telefon 06341 2870 oder per E-Mail an pdlandau@polizei.rlp.de entgegen.