Landau Initiative warnt vor dritter Bohrung im Geothermiekraftwerk
Wenig überrascht von den Plänen, im Landauer Geothermiekraftwerk eine dritte Bohrung niederzubringen, zeigt sich die Initiative Pfalz Parterre, die diese Form der Energiegewinnung ablehnt. Es sei klar gewesen, dass die neuen Eigentümer das Kraftwerk nicht auf Dauer mit halber Kraft laufen lassen wollten, so das Ehepaar Monika und Thomas Hauptmann. Die noch zu Zeiten des Vorbesitzers Daldrup getätigten Investitionen in die Anlagensicherheit seien nur das Vorgeplänkel für größere Pläne gewesen. Leider habe die Zeit seit der Wiederinbetriebnahme und der weitgehend unauffällige Betrieb der Anlage dazu beigetragen, dass das Kraftwerk von der Bevölkerung nicht mehr als Risiko wahrgenommen werde. Jürgen Bauer aus Insheim, ebenfalls Mitglied der Initiative, schreibt, dass der neue Eigentümer IKAV dem Vorbesitzer Daldrup sicher nicht „nur aus Nächstenliebe die paar Milliönchen überwiesen“ habe. Er hofft, dass der Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch „Farbe bekennt“ und ein städtisches Nachbargrundstück am Kraftwerk nicht für dessen Erweiterung zur Verfügung stellt. Bauer wüsste zudem gerne, wie sich das Landesamt für Geologie und Bergbau zu den Bohrplänen stellt. Er ist der Meinung, dass diese in einem Wohngebiet „ein absolutes No Go“ sein müsse.
Störfallbetrieb neben Wohnbebauung
Auch die Bürgerinitiative Geothermie Landau-Südpfalz äußert sich skeptisch über die Pläne. Der Vorsitzende Werner Müller wiederholt die generelle Kritik, dass Geothermie ineffizient und unwirtschaftlich sei und sich ohne eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht rechnen würde. Er bezeichnet sie als Stromwaschanlage, die aus Industriestrom vermeintlich Ökostrom mache, und dass sie das lokale Kleinklima erwärme. Darüber hinaus lehnt sie die geplante dritte Bohrung in der Eutzinger Straße auch deshalb ab, weil das benachbarte Geothermiekraftwerk in Insheim über eine dritte Bohrung verfügt und trotzdem „bei weitem der größte Erdbeben-Generator“ in der Region sei.
Die Bürgerinitiative kritisiert zudem, dass das Kraftwerk ein Störfall-Betrieb direkt neben Wohnbebauung sei. Sie bezieht sich dabei auf den brennbaren Wärmeträger Isopentan, der im Sekundärkreislauf des Kraftwerks verwendet wird.