Landau
Im Landauer Monokel bleiben die Lichter aus
„Hopp, wir gehen noch ins Monokel“ – ein bekannter Satz unter Südpfälzer Nachtschwärmern. Wenn in Landau tanztechnisch nix mehr geht, wenn die meisten Bars und Clubs schon geschlossen haben, dann wird in dem kleinen Tanzlokal im Südring weiter wild gefeiert – nur nicht in Zeiten von Corona. Oft ziehen ganze Gruppen vom Logo, wo der DJ pünktlich um drei Uhr die Anlage ausschaltet, dorthin weiter. Von überall kommen sie ins Monokel geschwärmt, die Unermüdlichen, die bis in die frühen Morgenstunden das Tanzbein schwingen oder an der Bar gemütlich tratschen. Doch damit ist jetzt Schluss.
Ende einer Ära
Seit Wochen hat das Monokel wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Doch auch wenn eines Tages in Landau wieder das Clubleben erlaubt ist, wird Betreiberin Sigrid Nuß die Tür zu ihrem Tanzlokal nicht wieder öffnen. Das verkündet Siggi, wie sie von Stammgästen genannt wird, auf der Monokel-Seite bei Facebook. „Liebe Gäste, Stammkunden und Freunde, nach 28 Jahren werden wir uns verabschieden. Ende einer Ära!“ Dieser Schritt falle ihr und ihrem Team, das sie jahrelang unterstützt hat, nicht leicht. Doch eine der größten Aufgaben im Leben sei es , „dass wir lernen müssen, Abschied zu nehmen“, schreibt sie weiter. Warum Nuß ihren Laden endgültig schließt, darüber will sie mit der RHEINPFALZ nicht sprechen. Sie sagt jedoch, dass die Corona-Krise nicht der Grund für die Schließung sei. Die Krise habe ihr die Entscheidung jedoch leichter gemacht.
Einen neuen Betreiber, der das Tanzlokal künftig weiterführen könnte, gebe es nicht. „Leider“, betont Nuß, die ab 1992 Gäste im Monokel begrüßte. Davor war es, ab 1986, in anderer Hand gewesen. Doch auch da wurde bereits unter demselben Namen getanzt, wie Ricarda Bodenseh berichtet. Die Pressesprecherin der Stadt Landau weist darauf hin, dass in dem Kellergewölbe aber schon weit aus früher Gaststättenbetrieb war. Ob auch getanzt wurde, könne sie allerdings nicht sagen. Nur, dass es den Namen Graffiti getragen habe.
„Sehr, sehr bitter“
Landau ist um einen Club ärmer. Das Monokel setzt die Liste legendärer Läden fort, in denen die Lichter vermutlich für immer aus bleiben: Das Pharao und Mash gibt es schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Der beliebte Studententreff Freiraum ist Vergangenheit. Genauso das Nightlife beim ehemaligen Landauer Nordbahnhof. „Sehr sehr bitter“, „wieder ein kultiger Club weniger“, „Ich finde keine Worte“ – so reagieren einige Südpfälzer auf das Monokel-Aus bei Facebook. Dort teilen Fans ihre Erinnerungen. „Ich habe meinen Mann bei euch kennengelernt und mit ihm und mit Freunden viel Spaß bei Euch gehabt“, schreibt eine Frau. „Werdet uns fehlen!“ Eine anderer Facebooker findet: „Die einzige Location weit und breit, die discoähnlich war und in der man auch Ü30 noch schön unter Gleichaltrigen feiern konnte.“ Von „feuchtfröhlichen Abenden“ und „geilen Zeiten“ ist die Rede. Aber auch an den Ruf des Abschlepp-Schuppens, den das Monokel hatte, wird erinnert.
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