Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Hornbach-Spange stärker befahren als erwartet

Ein Lastwagen wechselt über die Hornbachspange von der A65 auf die B272.
Ein Lastwagen wechselt über die Hornbachspange von der A65 auf die B272.

Die lange versprochene Verkehrszählung auf der neuen Hornbachspange bei Landau-Nord ist erfolgt. Das Ergebnis: Die Spange verbindet zwei große Verkehrswege, aber das ist gar nicht so wichtig. Vor allem trägt sie ihren volkstümlichen Namen zu recht.

Die Verbindung von der A65 zu B272 in Fahrtrichtung Speyer wird werktags im Mittel von 1882 Fahrzeugen in 24 Stunden benutzt. 11,5 Prozent davon, also 216 Fahrzeuge, sind Lastwagen. Das hat der Landesbetrieb Mobilität in Koblenz auf Nachfrage mitgeteilt. Nach seinen Angaben ist bei der kürzlich erfolgten Verkehrszählung herausgekommen, dass die Spange sogar stärker befahren wird, als eine Verkehrsprognose 2006 ergeben hatte. Diese war für das Jahr 2020 von rund 1370 Fahrzeugen in 24 Stunden ausgegangen, mit einem Schwerverkehr-Anteil von 10,6 Prozent.

Die Verkehrszählung war ein Versprechen des LBM Speyer, der damit die Notwendigkeit der Großinvestition belegen wollte. Denn es hatte insbesondere in Dammheim scharfe Kritik an der Verbindung zwischen Autobahn und Bundesstraße gegeben. Die Dammheimer hatten Angst vor einem hohen „Monsterbauwerk“, welches das Landschaftsbild beeinträchtigen und ihnen Verkehrslärm bescheren würde. Ursprünglich hatte die Zählung schon länger erfolgt sein sollen; doch erst wollte der LBM abwarten, bis sich der Verkehr an die neue Verbindung gewöhnt hatte und diese auch nutzte, dann kam Corona mit einem erheblichen Verkehrsrückgang.

Verbindung hat 7,6 Millionen Euro gekostet

Die im September 2019 nach vierjähriger Bauzeit eingeweihte Spange besteht aus zwei Brücken und mehreren Erdwällen. Allein die Brücken hatten 5,4 Millionen Euro gekostet, die gesamte Verbindung 7,6 Millionen Euro. Dies hatte der BUND seit Jahren als überflüssige und unsinnige Ausgabe in Zeiten des Klimawandels kritisiert. Selbst der Landauer Stadtrat hatte vor Jahren einmal eine Resolution gegen die Spange verabschiedet.

Laut LBM sind die reinen Verkehrsbelastungen aber auch nicht der alleinige Grund für den Neubau gewesen, insbesondere da die Rampe nicht auf der „Wunschlinie“ von allzu vielen Verkehrsbeziehungen liege. Für den Verkehr gebe es deutlich günstigere Routen, beispielsweise von Neustadt in Richtung Speyer über die B39. Der LBM geht davon aus, dass hauptsächlich Verkehre die Spange nutzen, die Quelle oder Ziel unmittelbar an der B272 haben. Eine bedeutende Rolle als Verkehrserzeuger und Ziel des Schwerverkehrs spiele dabei das Gewerbegebiet Bornheim, das nun von Norden her ebenfalls über die Rampe angefahren werden kann. Dort ist Hornbach der größte Anlieger.

Entlastung für Dammheim?

Außerdem entlastet die Spange laut LBM die Anschlussstelle Landau-Nord. Vor dem Bau der Spange mussten Verkehrsteilnehmer dort die Autobahn verlassen, auf die B10 wechseln und gleich an der nächsten Ausfahrt abfahren und in Richtung Dammheim umkehren. Diese Wendefahrten sind jetzt überflüssig, betont der LBM – und der Verkehr fließt im Idealfall nicht mehr durch Dammheim, sondern daran vorbei.

Nach Einschätzung des Landesbetriebs werden insbesondere die L542 und die Orte zwischen der A65-Abfahrt bei Edenkoben und der B272 bei Hochstadt vom Schwerverkehr entlastet, also Venningen, Freimersheim, Groß- und Kleinfischlingen sowie Essingen.

Ob die Entlastung eingetreten ist, darüber gehen die Meinungen ein Stück weit auseinander: Im Mai 2020 hatten sowohl der Ortsbeirat Dammheim als auch der Gemeinderat Essingen darüber geklagt, dass dies nicht der Fall sei. Bisher nur provisorisch gelöst ist die Anbindung von Dammheim und Bornheim an die nun stärker befahrene B272.

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