Landau Hochstraße Nord: Kommunalpolitiker erwarten Verkehrschaos

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Die Hochstraße Nord (B 44, im Bild) soll in vier Jahren abgerissen und durch eine Stadtstraße ersetzt werden. Bauzeit: acht Jahre. Einleitende Arbeiten starten 2020. Täglich befahren sie gut 45.000 Fahrzeuge. Die Südtrasse (B 37) passieren am Tag 59.000 Fahrzeuge. Ihre Sanierung wurde zuletzt hinter das Nordprojekt gepackt. Die maroden Brückentrassen sind wichtige Verkehrsachsen und verbinden die Pfalz mit Mannheim.

Mit Sorge blicken Autofahrer auf den Abriss der Hochstraße Nord in Ludwigshafen. Er soll 2023 beginnen – entgegen ursprünglicher Pläne vor der Sanierung der Südtrasse. Damit fehlt die wichtigste Ausweichroute für Lkw. Bürgermeister und Landräte befürchten ein Verkehrschaos in der gesamten Region.

Dokumentation: Steffen Gierescher

Landau, OB Hirsch: Wir wissen um die Herausforderungen

Die Stadt Landau zählt nach der jüngsten Erhebung aus dem 2017 täglich rund 15.000 Einpendler und 10.000 Auspendler. Die einen fahren zur Arbeit in den Raum nach Ludwigshafen oder Karlsruhe, die anderen kommen daher nach Landau. Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) betont: „Um sicherzustellen, dass die Wirtschaftskraft in der Metropolregion Rhein-Neckar und in der Technologie-Region Karlsruhe möglichst wenig beeinträchtigt wird, ist es wichtig, Verkehrsströme optimal zu lenken, Umleitungsstrecken auszuweisen und den ÖPNV als geeignete Alternative zum Individualverkehr weiter zu stärken.“ Landau sei aktuell selbst von vielen Baustellen betroffen – man denke nur an den anstehenden Ausbau der B 10 oder die Arbeiten an den Anschlussstellen Landau-Zentrum und Landau-Nord. „Wir wissen um die Herausforderungen.“ Hirsch ist überzeugt, dass in Ludwigshafen gute Lösungen gefunden werden. sas

Kreis SÜW, Landrat Seefeldt (CDU): Bus und Schiene stärken

Für viele Pendler aus dem Kreis Südliche Weinstraße werde der Weg zur Arbeit leider an vielen Tagen eine Geduldsprobe werden, konstatiert Landrat Dietmar Seefeldt (CDU). Nach der Pendlerstatistik vom Juni 2018 seien dies aus dem Kreis SÜW 1811 nach Ludwigshafen und 817 nach Mannheim. „Bei der Hochstraße Nord sind nicht nur die Pendler nach Mannheim, sondern auch die Arbeitnehmer der BASF betroffen. Aus unserer Region gibt es keine Pendler-BASF-Busse mehr; ein S-Bahn-Anschluss auf dem BASF-Gelände wurde im vergangenen Jahr in Betrieb genommen.“ Seefeldt hält es für entscheidend, die Schienenverbindung (und den Flaschenhals Schifferstadt-Limburger Hof-Ludwigshafen) der S-Bahn und des Regionlexpress’ zu verstärken. Palatina Bus (Edenkoben) ist laut Seefeldt in Ludwigshafen neben RNV als einziges Busunternehmen im Einsatz. Abhängig von den Entscheidung der Stadt Ludwigshafen müssten Linienwege angepasst und möglichst verstärkt werden. „Dazu braucht es, wie bei der Rheinbrücken-Sanierung Wörth-Karlsruhe, Verstärkerfahrten. Für eventuell längere Züge werden längere Bahnsteige benötigt. Dies ist mit langwierigen Planfeststellungsverfahren verbunden. Die entsprechenden Verkehrsdienstleistungsverträge mit den Verkehrsunternehmen müssen ausgeschrieben oder mindestens angepasst werden.“ sas

Neustadt, OB Weigel: Mehr Züge im Regionalverkehr

Auch Neustadts OB Marc Weigel (40, FWG) richtet sein Augenmerk auf die betroffenen Pendler. Er hofft, dass durch die Sanierungen möglichst wenig Unannehmlichkeiten für die Menschen entstehen. „Diese müssen daher dabei unterstützt werden, die Möglichkeiten des ÖPNV als Alternative zu nutzen. Sicher wäre es sinnvoll, ein Konzept zu erarbeiten, um insbesondere in den Stoßzeiten mehr Züge im Regionalverkehr einzusetzen. Neustadt hat mit vier Bahnhöfen eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz: Eine Erhöhung der S-Bahn-Taktung sowie der Einsatz verlängerter Züge würde den Reisenden entgegenkommen und damit den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiver gestalten.“wkr

Rhein-Pfalz-Kreis, Landrat Körner: Ringelpiez mit Anfassen

Clemens Körner

(59, CDU) ist der Meinung, dass das Hochstraßenproblem verschleppt wird. „Wenn man weiß, das und das ist zu machen, sollte man es auch machen – alles andere ist Ringelpiez mit Anfassen.“ Jeder in der Vorderpfalz wüsste schließlich, dass es Probleme gibt, und dass beide Hochstraßen saniert werden müssen – „also muss man es auch angehen.“ Körner zufolge ist das drohende Verkehrschaos die eine Sache. Die andere sei das Kommunikationschaos – das nicht drohe, sondern bereits herrsche. Es könne sich keiner auf das vorbereiten, was kommt, weil keiner wisse, was in den folgenden Monaten passiert. „Ich nehme unser Kreishaus als Beispiel. Wenn jetzt erst an der Hochstraße Nord gearbeitet wird, müssen wir als Verwaltung schneller handeln und wissen, wohin wir gehen.“ Die Kreisverwaltung will umziehen. Das Kreishaus ist zu klein geworden. Ein Umbau ist aber keine Option mehr seit klar ist, dass die Sanierung des Verwaltungssitzes und der Hochstraßenabriss kollidieren könnten. Auch Unternehmen brauchen laut Körner eine Vorstellung davon, was in den nächsten Jahren passiert. „Ein Handwerker muss doch wissen, wo er in Zukunft noch Aufträge annehmen kann. Ob er noch die Rheinseite wechselt oder besser nicht.“ btw

Mannheim, OB Kurz: Folgen noch nicht überschaubar

Mannheims OB Peter Kurz (56, SPD) ist überrascht worden von der Planänderung, die Sanierung der Hochstraße Süd hinter den Abriss der Nordtrasse zu packen. Die Folgen für die Wirtschaftsverkehre in der Region, aber auch für die alltägliche Anbindung für den motorisierten Verkehr seien erheblich und noch nicht überschaubar, sagt er. „Auch die Andeutungen zu langfristigen Planungen zur Hochstraße Süd werfen eine Reihe von Fragen auf. Eine konkretere Einschätzung in der Sache kann frühestens nach Gesprächen mit der Stadt Ludwigshafen und danach vertieften Informationen erfolgen.“os 

Kreis Bad Dürkheim, Landrat Ihlenfeld: Konzept für die Region

„Wir brauchen ein Verkehrskonzept für die gesamte Region“, fordert Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (56, CDU). Er rechnet mit „erheblichen Verkehrsengpässen“, wenn der Abriss der Hochstraße Nord beginnt. Dass sich die Reihenfolge der Arbeiten an den Hochstraßen ändert, sei nicht entscheidend. „Die Pendler sind flexibel.“ Ihlenfeld sieht einige Stellschrauben. Derzeit werde die Rein-Haardtbahn von Bad Dürkheim nach Mannheim ausgebaut. Dadurch komme der Vorteil der Expresszüge endlich zur Geltung. Außerdem sollen an der Trasse weitere Park & Ride-Plätze entstehen – und der Ausbau der Radschnellwege ist ihm wichtig. spk

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Landauer Oberbürgermeister Thomas Hirsch.
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Landrat Dietmar Seefeld
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Neustadter Oberbürgermeister Marc Weigel.
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Landrat Clemens Körner.
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Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz.
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Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld.
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