Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Heidbreder macht sich für Uni Landau stark

Lea Heidbreder besitzt kein Auto und ist auf Bahn und Bus angewiesen.
Lea Heidbreder besitzt kein Auto und ist auf Bahn und Bus angewiesen.

In ihren ersten 100 Tagen im Landtag hat die Grünen-Abgeordnete schon zwei Reden gehalten. Lea Heidbreder möchte den Fraktionsvorsitz im Stadtrat behalten. Manchmal gibt es im Kommunalen schneller Erfolgserlebnisse als auf Landesebene, bemerkt sie.

Lea Heidbreder bewegt sich sicher auf allen Kanälen: Instagram, Facebook, Twitter, Youtube. Vor rund 100 Tagen ist die promovierte Psychologin über die Landesliste der Grünen in den Landtag eingezogen. Zwei Reden hat sie dort bereits gehalten, einmal zum Nahverkehr, einmal zum neuen Hochschulgesetz, genauer: zur Verlängerung der Regelstudienzeit, um Corona-bedingte Nachteile für Studierende abzumildern. Nun hofft sie, dass im Wintersemester wieder mehr Normalität an den Unis einkehren wird. Mobilität, Bauen, Wissenschaft und Forschung sind Schwerpunktthemen der gerade mal 30-Jährigen in ihrer Landtagsfraktion.

„Jeder Tag ist anders“, sagt Heidbreder, und offenbar keiner so wie er geplant war, auch wenn Ausschusssitzungen, Jour fixe zu bestimmten Themen und Fraktionssitzungen für eine Grundstruktur sorgen. Sie freut sich über die großen Freiheiten, die ihr das Mandat gibt. Genutzt hat sie sie unter anderem für eine Sommertour durch ihren Wahlkreis, bei der sie unter anderem die Friedensakademie und die Scientists for Future in Landau und ein Strohballenhaus für Kinder in Klingenmünster besucht hat.

Eifelquerbahn schneller zu realisieren?

Auch wenn die Südpfalz weit weg zu sein scheint von der Ahr, war die Flutkatastrophe auch für Heidbreder das bestimmende Thema der vergangenen Wochen. Jetzt gehe es beispielsweise darum, Heizmöglichkeiten zu schaffen und die Infrastruktur flutsicherer wieder aufzubauen, aber auch darum, größere Bereiche entlang des Flusses möglichst von Bebauung frei zu halten, ohne den Menschen ihre Heimat zu nehmen.

Außerdem steht laut Heidbreder die Frage im Raum, ob die nur noch auf einem Teilstück befahrene Eifelquerbahn nicht vielleicht schneller reaktiviert werden kann als der Neubau der Bahnstrecke durchs Ahrtal.

Eine Streckenreaktivierung ist ihr auch ein besonderes Anliegen in der Südpfalz: Sie engagiert sich für die Wiederinbetriebnahme der Verbindung Landau - Germersheim, zuletzt mit einer Fahrrad-Sternfahrt der Grünen nach Westheim. Heidbreder weiß um das Problem, dass an einigen Stellen Wohnbebauung nah ans Gleis herangerückt ist, und sie weiß auch, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung mit den bisherigen Kriterien sehr weit vom Faktor eins entfernt ist, ab dem sich das Vorhaben rechnet. Aber sie hofft auf die Neugewichtung, die beispielsweise dem Klimaschutz mehr Stellenwert beimessen soll. Das werde aber wohl nicht mehr dieses Jahr passieren, wie eigentlich angekündigt, sondern vermutlich erst im kommenden.

Kommunalpolitik erdet

Heidbreder hat im Landauer Stadtrat Ausschüsse abgegeben. Ihren Sitz in Haupt- und Mobilitätsausschuss behält sie aber bei, und dass sie den Fraktionsvorsitz, den sie zusammen mit Lea Saßnowski innehat, abgeben würde, steht nicht zur Debatte. Die Arbeit auf kommunaler Ebene ist ihr wichtig, sie erdet sie für die Arbeit im Landesparlament.

Daher hat sie auch eine Kleine Anfrage zur Überwachung des fließenden Verkehrs durch die Kommunen gestellt, ein Landauer Projekt, von dem sie sich deutlich mehr Verkehrssicherheit verspricht. Dass Landau dabei finanziell drauflegt, erwartet sie nicht, denn die erforderlichen Investitionen werde man sich mit Nachbarkommunen teilen. Mehr Tempo 30 ist ihr ebenso ein Anliegen.

Solarpflicht hilft dem Klima

Was Landau bereits beschlossen hat, eine Solardachpflicht, war nun auch Gegenstand einer ersten Lesung im Landtag: ein Solargesetz, das Fotovoltaikanlagen auf Gewerbebauten ab 1000 Quadratmetern Fläche und auf Parkplätzen ab 50 Stellplätzen verpflichtend vorschreibt. Heidbreder wertet es als wesentlichen Beitrag zu mehr Klimaschutz. Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP hat sich vorgenommen, das Land bis 2040 klimaneutral zu machen.

Die Abgeordnete hat in Landau ein Wahlkreisbüro in der Westbahnstraße eingerichtet und zwei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. In der Landeshauptstadt arbeitet sie an ihrer Vernetzung, trifft sich mit Nicht-Regierungsorganisationen, Verbänden und Unternehmen und macht Antrittsbesuche – beispielsweise bei Wissenschaftsminister Clemens Hoch von der SPD. Nicht ganz ohne Sorge beobachtet sie die Fusion der Uni Landau mit der Technischen Universität Kaiserslautern. Sie freut sich, dass erste wissenschaftliche Zusammenarbeit und Forschungsprojekte angelaufen sind, aber sie will auch darauf achten, dass Landau als kleinerer Standort „nicht hinten runterfällt“, dass alle bestehenden Angebote auch erhalten bleiben. Die Universität sei extrem wichtig für Stadt und Region.

Heidbreder besitzt kein Auto. Bisher habe es geklappt, mit dem öffentlichen Nahverkehr überall hin zu kommen.

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