Landau Handgemachte Scharfmacher

Regional und bio ist für Christian Götz in seiner Senf-Manufaktur wichtig.
Regional und bio ist für Christian Götz in seiner Senf-Manufaktur wichtig.

«Burrweiler.»Christian Götz aus Burrweiler hat seinen Namen zum Programm gemacht und bietet seit März seinen „Götzen-Senf“ an. Die Scharfmacher gibt’s in 19 Sorten mit Geschmacksrichtungen wie Whiskey, Feige oder Chili – ohne künstliche Zusatzstoffe und handgemacht vom Mahlen bis Verpacken.

Zutaten besorgen und verarbeiten, Gläschen befüllen und etikettieren, Waren ausliefern und auf Märkten stehen, Bestellungen organisieren – Christian Götz ist rund 80 Stunden pro Woche auf den Beinen, um sein Business an den Start zu bringen. Das ist anstrengend, aber auch befriedigend. „Man merkt gar nicht, wie die Zeit verrennt, weil es Spaß macht“, sagt der Burrweilerer und freut sich, dass sein Produkt so gut ankommt. „Es überrollt einen immer wieder. Im Juni war ich zum ersten Mal ausverkauft.“ Derzeit stapeln sich 2000 Senfgläser im Keller des Wohnhauses in der Hauptstraße, 1000 weitere sollen in der Woche noch hinzukommen. Darunter Kompositionen wie Mädel-Senf (süß und scharf), Bier-Senf mit Meistersud der Bellheimer Brauerei oder Hamecker-Senf mit Rosen und Mandeln, für die Bad Bergzabern bekannt ist. Man merkt es gleich: Regionalität ist Götz wichtig. „Ich versuche, die Zutaten so weit es geht aus der Umgebung zu bekommen. Wenn das nicht geht, ziehe ich den Kreis größer, lege aber Wert auf Bio und Fairtrade.“ Denn: Nur wo Gutes reinkomme, komme auch Gutes raus, findet Götz, der bis vor Kurzem im technischen Vertrieb bei einem Trinkwasserversorgungsunternehmen angestellt war. „Aber mein Arbeitgeber und ich hatten differenzierte Meinungen zu verschiedenen Dingen“, drückt er es diplomatisch aus, warum sich die Wege trennten und er den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Und wieso ausgerechnet Senf? Nun, Lebensmittel begeistern Götz schon seit jungen Tagen. Seit seinem 15. Lebensjahr ist er leidenschaftlicher Hobbykoch und liebt es, Dinge anders als üblich zu kreieren. Das ist auch das Credo für seinen Senf. Über einen Freund, der selbst eine Senf-Manufaktur betreibt, kam er auf die Idee. Zuspruch erhielt er von Bekannten: „Gegessen wird immer. Warum sollte es nicht funktionieren?“ Seine Senf-Saaten bezieht er bisher aus Bayern, hat aber schon Kontakt mit einem Pfälzer Bauern aufgenommen, der die Aussaat versuchen will. Nach vergeblicher Suche nach einer passenden Mühle in der Region stieß Götz schließlich auf die Wagner-Mühle in Sommerau bei Trier. Die Ölsaaten seien nicht leicht zu verarbeiten, berichtet Götz. Diese Hammermühle könne die Körnchen aber so zerstoßen, dass sie genau die richtige Textur nach Götz’ Gusto haben, nicht zu fein und nicht zu grob. Dann holt Götz das Senf-Mehl ab und verarbeitet es im heimischen Keller zum fertigen Produkt. Bis Ende des Jahres will er fünf weitere Sorten auf den Markt bringen, wie Walnuss- oder Orangenpfeffer-Senf. Zudem hat er drei Knoblauch-Pasten im Angebot. Kaufen kann man seine Kreationen auf Festen, Märkten wie dem Bad Bergzaberner Hamecker-Markt oder dem Neustadter Naschmarkt, über den Online-Shop und in Läden wie dem Kolonialwarenladen in Burrweiler, dem Unverpackt Landau und den SBK-Märkten Landau und Edenkoben. Bevor Götz eine neue Sorte herausbringt, muss sie erst den Geschmackstest bestehen, für den er sich Freunde zur Verkostung einlädt. „Und da bekommen wir schonungslos ehrliche Meinungen“, meint er. Sein Traum für die Zukunft: ein Premium-Senf mit Perigord-Trüffel und Whiskey. 100.000 Euro hat er bisher in Maschinen, Fahrzeug und Waren investiert, sich über eine KfW-Förderung und einen Existenzgründerberater Unterstützung geholt, um an den Markt zu gehen. In den vergangenen acht Wochen konnte er 1000 Gläser absetzen – zu Preisen ab 5,90 Euro pro 180 Milliliter. Die restliche Tourismussaison und das Weihnachtsgeschäft sollen noch mal boomen, danach werde es erfahrungsgemäß still, weiß Götz. Aus dem ersten Geschäftsjahr will er mit einer kleinen roten Zahl oder gar mit einer sauberen Null rausgehen.

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