Landau
Großer Ansturm auf Pop-up-Flohmarkt des Lions-Clubs
Damit hatte beim Landauer Lions-Club wohl niemand gerechnet: Bei der Eröffnung seines Flohmarkt-Ladens im Quartier Chopin ist der Andrang am Wochenende riesig gewesen. Die Warteschlange erstreckte sich bis zur 100 Meter entfernten Sparkasse. Bei Sonnenschein warteten die Kunden geduldig, bis sie an der Reihe waren – bis sie ihn durchstöbern konnten: den Trödel in den Regalen des Lädchens. Am Ende legten die ehrenamtlichen Helfer sogar Sonderschichten ein: Statt wie geplant bis 14 Uhr blieb der Flohmarkt bis 15.30 Uhr geöffnet.
Der Flohmarkt des Lions-Clubs ist in Landau Tradition. Seit gut 30 Jahren fanden an der Roten Kaserne oder am Alten Kaufhaus allerlei Sammlerstücke, Gebrauchsgegenstände und alter Plunder neue Besitzer. Der Erlös kommt Menschen in Not zugute. Aber dieses Jahr ist alles anders. Wegen Corona. Weil sich ein normaler Flohmarkt mit vielen Ständen, Verkäufern und herumwuselnden Schnäppchenjägern nicht mit den Hygieneregeln vereinbaren lässt, musste eine andere Lösung her. Der Flohmarkt-Laden wurde geboren.
Flohmarkt auf zwei Etagen
„Wir hatten großes Glück, was unsere Verkaufsfläche angeht“, berichtet Stephan Pellegrini, Präsident des Lions-Clubs Landau. „Der vorherige Pächter ist im September ausgezogen, und der Vermieter hat sich bereiterklärt, das Geschäft erst ab Januar wieder fest zu belegen – bis dahin sind wir die Zwischenmieter.“ Auf zwei Etagen gibt’s nun Geschirr, Vasen, Brettspiele, Kunst und, und, und. Es dürfen jeweils nur vier Kunden gleichzeitig ins Geschäft – daher auch die langen Schlangen. Gespendet wird nicht nur der Gewinn, sondern der gesamte Erlös, sagt Pellegrini. Heißt: Alle Kosten, die bei der Aktion entstehen, werden vom Club getragen. Alles, was im Flohmarkt-Laden in der Kasse landet, wird gespendet.
Der größte Empfänger ist der Kinderschutzbund. „Durch den Wegfall des Entenrennens und des Landesjugendorchester-Konzertes sind dem Kinderschutzbund in diesem Jahr Spendeneinnahmen im hohen fünfstelligen Bereich verloren gegangen“, weiß Pellegrini. „Da war für uns schon früh klar, dass wir was machen müssen.“ Andere Spendenempfänger sind der Verein Silberstreif, der Ruhango-Markt, die Tafel und die Suppenküche „Terrine“. Der Ruhango-Markt ist nicht nur Spendenempfänger, sondern stellt aus dem eigenen Sortiment auch Waren zum Verkauf zur Verfügung.
Verlängerung bis Mitte Dezember möglich
Der Laden ist im November donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. „Mehr geht für uns als Ehrenamtler leider nicht“, so Pellegrini. Sollte der Andrang anhalten, wird über eine Verlängerung bis Mitte Dezember nachgedacht. Sachspenden werden während der Öffnungszeiten angenommen.