Landau
Grüne: Ökokonto schrumpft
Für jeden Eingriff in die Natur müssen Bauherren einen Ausgleich schaffen. Das gilt für private Bauherren und die öffentliche Hand, für neue Straßen, Wohngebiete und Gewerbeareale gleichermaßen. Ein Ausgleich ist möglich beispielsweise über das Entsiegeln von Brachen oder die Aufwertung bisher ökologisch minderwertiger Flächen zu artenreichen Lebensräumen. Kommunen bereiten sich darauf vor, indem sie Flächen vorhalten, die bei kommenden Eingriffen aufgewertet werden können.
Die Grünen im Stadtrat haben jetzt darauf hingewiesen, dass der Vorrat in Landau bald erschöpft sein wird. 2009 habe die Stadt noch 14,6 Hektar auf Halde gehabt (unter anderem große Flächen an den Bahngleisen), jetzt seien es nur noch 3,6 Hektar. Die Stadt sei dringend darauf angewiesen, neue Flächen für kommende Eingriffe vorzuhalten, sagte Jenni Follmann im Bauausschuss. Eine gute Gelegenheit dafür seien üblicherweise Flurbereinigungsverfahren. Die Grünen sorgen sich jedoch, dass das angesichts von Klimakrise und Artensterben nicht reichen wird und haben vorgeschlagen, städtische Grundstücke dem Biotopverbund zuzuschlagen. Denn zu kleine Flächen könnten zu wenig Wirkung für den Artenschutz oder die Entstehung von Kaltluft entfalten. So sei denn auch eine bestimmte gelbe Orchideenart zuletzt um 1980 in Landau gesichtet worden und gelte seitdem landesweit als ausgestorben. Nach Ansicht der Grünen muss die Stadt ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.
Oberbürgermeister Thomas Hirsch hat darauf hingewiesen, dass Ökoflächen bei Eingriffen in Natur und Landschaft zwar vom Konto abgebucht werden, sich aber nicht in Luft auflösen, sondern nach wie vor vorhanden sind und ihre Wirkung entfalten. Die Stadtverwaltung soll nun prüfen, wie der Grünen-Antrag, der zu zahlreichen Aktivitäten der Verwaltung passe, umgesetzt werden kann.