Landau Gefragter Berater geht
Aydin Tas ist Kopf des Beirates für Migration und Integration Landau. Doch damit ist im November nach fünf Jahren Schluss. Der 45-Jährige kandidiert bei den Wahlen nicht mehr. Mit der RHEINPFALZ sprach er über seine Beweggründe.
Tas, Landauer mit türkischen Wurzeln, blickt nicht etwa zurück im Zorn. Im Gegenteil. „Im Großen und Ganzen war es gut, ich habe die Arbeit gerne gemacht“, versichert er. „Der Entschluss ist mir nicht leichtgefallen“, bekennt Tas. Aber: „Manchmal muss man Entscheidungen treffen, die wehtun.“ Wer ihn kenne, der wisse, „mit wie viel Herzblut“ er sich als Vorsitzender den vielfältigen Aufgaben des Beirats gewidmet habe. Aufgaben, die vor fünf Jahren für ihn Neuland waren und in die er sich erst mal intensiv einarbeiten musste. „Man merkt erst bei der Umsetzung, wie vielfältig dieses Ehrenamt ist“, sagt Tas. Klar habe er auch Fehler gemacht, „aber ich kann Kritik einstecken“. Hauptgrund für seinen Entschluss, sich aus dem Beirat zurückzuziehen, ist laut Tas die große zeitliche Belastung, die zu Lasten seiner Familie gehe. Und eben dieser möchte er sich künftig stärker widmen, „schließlich trage ich ja Verantwortung für meine Familie“. Zu der gehören Ehefrau Emel, die fast 19-jährige Tochter und der 15-jährige Sohn sowie Nachzügler Batuhan, 14 Monate jung. „Mit reduzierten Aufwand ist die ehrenamtliche Arbeit als Beiratsvorsitzender nicht zu leisten“, findet er. Mitunter sei er fast jeden Tag unterwegs gewesen, habe Veranstaltungen besucht, organisiert, sich auf Sitzungen vorbereitet, Schreibkram erledigt. Daneben sollen natürlich auch die Gespräche mit den Migranten nicht zu kurz kommen, die sich mit ihren Bedürfnissen und Problemen an Tas direkt oder an den Beirat wenden – „jeder fünfte Einwohner Landaus hat einen Migrationshintergrund“. Als Schwerpunkte seiner bisherigen Tätigkeit nennt Tas, der auch Mitglied im Landesverband des Beirats für Migration und Integration ist, die Woche der Kulturen, die internationalen Wochen gegen Rassismus, den interreligiösen Dialog, die Mitarbeit in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften. Wichtig sei für ihn, nicht in alten Trott zu verfallen, sondern bereit zu sein, ausgetretene Pfade zu verlassen. An der Umsetzung neuer Ideen hapere es oft bei den Beteiligten. Ihn frustriere, dass der Beirat lediglich beratende Funktion habe, „die Entscheidungen werden von anderen getroffen“. Im Herbst werde er dem Stadtrat detailliert über seine Amtszeit berichten, kündigt Tas an. Der Kommunalpolitik bleibe er als SPD-Mitglied treu, sagt Tas, „dann kann ich mich gelassen in der zweiten Reihe engagieren“.