Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Forscher müssen sich über Jahre in Geduld üben

Der Neubau ist im Fort errichtet worden, oberhalb des Landauer Zoos.
Der Neubau ist im Fort errichtet worden, oberhalb des Landauer Zoos.

Auch mit mehr als zweieinhalb Jahren Verspätung ist der Bau eines Laborgebäudes für die Uni Landau noch immer nicht komplett fertig. Das Ziel ist aber zumindest in Sichtweite gerückt. Allerdings verteuert sich der Neubau um fast 4,5 Millionen Euro. Was ist da schiefgelaufen?

Nach Angaben des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Koblenz und der Universität ist der Neubau am 10. September an die Uni übergeben worden. Zuletzt seien noch Nacharbeiten an der Lüftung ausgeführt worden. Diese waren laut Uni erforderlich, weil sich während der langen Bauzeit die Anforderungen der Forschung teilweise verändert hätten. Aber auch nach der Übergabe waren einzelne Räume zunächst noch nicht nutzbar, weil die Universität Sondereinbauten wie Klimakammern oder Gerinneanlagen selbst vornimmt, dafür laufende Versuchsreihen aber auch nicht einfach unterbrechen kann. Für den Einzug in die einzelnen Labors und deren Nutzung seien zudem Genehmigungen der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Neustadt erforderlich.

Wer zieht ein?

Der Laborbau mit rund 70 Arbeitsplätzen wird künftig von Arbeitsgruppen aus der Umweltchemie, Ökotoxikologie, Molekularer Ökologie, Umweltphysik, Geoökologie und Ökosystemanalyse genutzt.

Eigentlich hatte er schon im April 2018 fertig sein sollen. Allerdings war ein am Ausbau beteiligtes Lüftungsbau-Unternehmen insolvent geworden. Dessen Arbeiten mussten neu ausgeschrieben werden. Neues, aber ebenfalls nicht eingehaltenes Ziel war dann das erste Quartal 2019.

Insolvenz bremst Projekt aus

Verzögerungen sind bei dem Projekt schon lange an der Tagesordnung: Der Spatenstich hatte ursprünglich bereits Mitte 2013 sein sollen, tatsächlich war er erst im September 2015 erfolgt. Grund für die damalige Verzögerung war offenbar das Geld: Das Land tat sich schwer damit die erforderlichen Millionen zu bewilligen.

Jetzt wird es teurer: Der LBB geht davon aus, dass die ursprünglich auf 17,6 Millionen Euro veranschlagten Gesamtbaukosten bei rund 22 Millionen Euro liegen werden.

Die Gründe für die Kostensteigerung seien größtenteils dieselben wie für die Verzögerung: Die Kündigung des Generalplaners für die Technik habe zu Planungskorrekturen sowie einer Neuvergabe des Auftrags geführt. Dies habe auch Verzögerungen bei der Vergabe des Auftrags für die Gebäudeleittechnik zur Folge gehabt. Und dann sei auch noch die „Insolvenz eines Schlüsselgewerks“ mit einer Bauzeitenverschiebung von circa zehn Monaten hinzugekommen. Ein weiterer Faktor für die Kostensteigerung seien die allgemeinen Preissteigerungen in der Bauwirtschaft.
Wegen Corona ist der Campus derzeit wie ausgestorben.
Wegen Corona ist der Campus derzeit wie ausgestorben.
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