Landau Foodsharing kommt in Landau an

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Ein paar welke Blätter am Salat, eine Delle im Apfel, nicht verkaufte belegte Brötchen – Lebensmittel, die normalerweise im Müll landen, haben in einer Landauer Gruppe Freunde gefunden, die sie weiterverteilen. Immer mehr Menschen kommen zum „Foodsharing“ an die Uni und ins Eckhaus, um „restlos glücklich“ zu werden.

„Salat, Bananen, Möhren. Will jemand?“ Caroline Marker hat zum Treffen im „Roten Kasten“ an der Uni erst mal eine große Tüte Obst und Gemüse mitgebracht, mit denen sie den „Fairteiler“ befüllt. Das ist ein kleiner ausgedienter Kühlschrank – ein Geschenk des Bethesda-Krankenhauses für die Lebensmittelretter. Dieser kann jederzeit und von allen, die sich berufen fühlen, bestückt werden und jeder, der etwas braucht, kann sich daraus bedienen. Schlecht wird hier drin nichts, der Ansturm auf die ausrangierten Lebensmittel ist groß. Zudem bieten die Lebensmittelretter feste Termine an, zu denen sie Backwaren, Grünzeug und auch Käse, Wurst oder Milchprodukte unter die Menschen bringen. „Das hat sich rumgesprochen. Meistens warten schon fünf, sechs Leute hier, bevor es losgeht“, berichtet die 26-jährige Psychologie-Studentin. Ihre Kommilitonin Kornelia Blank gab vor gut einem Jahr den Anstoß, die „Foodsharing“-Idee nach Landau zu holen. Der Startschuss fiel dann beim Grün-Rockt-Festival 2014. Zuerst lose vernetzt, sind die Lebensmittelretter seit Mai über die Plattform foodsharing.de organisiert. Um die 20 bis 30 Retter haben sich mittlerweile zusammengefunden, die regelmäßig die kooperierenden fünf Marktstände, zwei Obst- und Gemüseläden und eine Bäckerei ansteuern und das abholen, was eigentlich in der Tonne landen würde. Dabei sei „Foodsharing“ nicht nur etwas für Bedürftige, sondern für alle Menschen, sagt Luise Niederbühl. „Wir sehen uns als Ergänzung zur Tafel, bekommen von dieser sogar mittlerweile die Reste, damit wirklich nichts weggeschmissen werden muss, was noch essbar ist.“ „Als wir am Anfang die Marktstände angesprochen haben, waren die schon skeptisch. Das ist ja schließlich etwas ungewöhnlich, das jemand das will, was sie eigentlich wegwerfen würden“, berichtet Marker. Aber mittlerweile habe die Idee überzeugt. Hauptessensausgabe ist samstags im Eckhaus. Da werden die Lebensmittel in die Höhe gehalten, wer will, meldet sich und dann einigt man sich, wie verteilt wird. Wie eine Auktion, nur ohne Geld und in „ganz freundlicher Atmosphäre“. „Wir haben zwei ältere Damen, die sind seit Anfang an dabei, aber es kommen auch jedes Mal neue Leute hinzu“, so Niederbühl. Drei bis fünf Kilogramm Lebensmittel kommen pro Laden sicherlich zusammen, überschlägt Marker, darunter auch mal ausgefallene Sachen wie Artischocken oder Feigen. Bei den Abnehmern besonders beliebt seien Vollkornbrötchen, Bananen und süße Teilchen. Das Ziel der Gruppe ist es, noch mehr Lebensmittelretter zu akquirieren, um mit noch mehr Händlern kooperieren zu können – und langfristig das Bewusstsein der Menschen zu ändern. Gegen die Wegwerfgesellschaft, für die Wertigkeit der Nahrung. Info —Foodsharing an der Uni (Roter Kasten), Montag und Dienstag, 18 Uhr, Backwaren sowie täglich im Fairteiler; im Eckhaus (Westbahnstraße 11), Mittwoch, 18 Uhr, Backwaren und Samstag, 14 Uhr, Verschiedenes. —Infos gibt’s über Facebook „Lebensmittelretten Landau“, lebensmittelrettenlandau@gmail.com und foodsharing.de.

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