Landau Filigrane Landschaften

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Vorderweidenthal. Stricken, häkeln, nähen gehört zu den Hobbys von Frauen, aber auch Männer haben handwerkliche Hobbys und finden Entspannung beim „Handarbeiten“. Nur ihre Materialien sind andere: Stahl, Holz, Steine ... „Holz ist mein Lieblingsmaterial“ erklärt Klaus Seiler aus Vorderweidenthal und bevorzugt für seine Schwibbögen leicht schnitzbares Pappelholz.

Früher gestaltete der heute 64-Jährige Tontöpfe und ließ beim Dekorieren seiner Fantasie freien Lauf. Seit drei Jahren ist Klaus Seiler bei der Bearbeitung von Pappelsperrholzplatten mit der Dekupiersäge und dem Laubsägebogen ganz in seinem Element: „Erst ist es nur zum Zeitvertreib für die eigene Familie entstanden, gerade in den Herbst-und Wintermonaten dekorative Schwibbögen in allen Größen und Variationen zu basteln.“ Wegen der großen Nachfrage im Bekanntenkreis kommt er mit seiner Produktion kaum nach und hat sich entschlossen, erstmals bei einem Weihnachtsmarkt seine Holzarbeiten vorzustellen. Genau wie Pyramiden und Räuchermännchen gehören die Schwibbögen zu den beliebtesten Weihnachtsdekorationen aus dem Erzgebirge. Bereits im 18. Jahrhundert sind Schwibbogen bekannt, damals noch aus Metall mit Bergmann- und Klöpplerinnen-Motive. Die sechs Millimeter dünnen Sperrholzplatten bezieht der Bastler im Fachhandel. Die Platten sucht er ganz sorgfältig aus, damit keine Maserung oder gar Löcher sichtbar sind. Auf das dünne Holz paust er die ausgeschnitten Papiermotive. „Mittlerweile habe ich viele Papierschablonen, die ich ganz nach meinen eigenen Vorstellungen zusammensetzte. „Danach beginnt der schwierigste Teil – das Aussägen mit der Dekupiersäge oder dem Laubsägebogen – den ich noch aus meiner Kindheit besitze. Zum Aussägen braucht es eine ruhige Hand und Übersicht. Man muss sehr konzentriert arbeiten, damit kein Schnitt daneben geht“, erklärt Seiler, der früher als Elektromonteur gearbeitet hat, allerdings wegen Operationen an der Wirbelsäule frühzeitig nicht mehr in seinem Beruf arbeiten konnte. „Die filigrane Arbeit mit der Laubsäge ist für mich eine echte Therapie, ich kann dabei Stress und Verspannungen sehr gut abbauen. Ich freue mich immer, wenn ein Schwibbögen fertig ist und im Licht erstrahlt“, erzählt der Hobbybastler. Er lässt unterschiedlich wunderschöne Winterlandschaften mit vielen Tannenbäumen, Rehen und Kirchen entstehen. Auch kreiert er dekorative Kerzenständer. „Es ist eine diffizile Arbeit, jedes Teil wird nach dem Aussägen von Hand mit Schmirgelpapier nachbearbeitet. Alles ist Handarbeit bei meinen Schwibbögen. Es sind nicht solche, die es im Handel oder im Internet zu kaufen gibt“, versichert Klaus Seiler. Er weiß genau, dass man „einen Stundenlohn bei diesem Hobby nicht rechnen darf“. Neben der Kerzenbeleuchtung montiert er auch kleine LED-Lämpchen, damit auch ohne Risiko ein Bogen ins Fenster oder in eine Vitrine gestellt werden kann. „Offenes Kerzenlicht sollte niemals unbeobachtet gelassen werden, wie oft liest man gerade in der Weihnachtszeit von Hausbränden“, weist der Hobbybastler auf die Gefahr hin, damit nichts die Advents- und Weihnachtszeit trübt und man lange an den schönen Schwibbogen seine Freude hat.

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