Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Fast Food von der guten Sorte

Vorreiter: Patricia und Pascal Rohr waren die ersten in Landau, die auf ein rein elektrisches Auto zum Ausliefern gesetzt haben
Vorreiter: Patricia und Pascal Rohr waren die ersten in Landau, die auf ein rein elektrisches Auto zum Ausliefern gesetzt haben

Wer hat nicht schon vom Imageproblem des Burgers gehört? Was für die amerikanischen Burgerketten-Giganten zutreffen mag, gilt für Rohr’s Craft-Burger nicht. In Pascal und Patrica Rohrs Burger-Bar in der Weißenburger Straße muss alles, was zwischen zwei Brötchenhälften passt, bio, nachhaltig und am besten regional sein. Da machen die beiden Jungunternehmer keine Kompromisse. Nun waren sie die Ersten in Landau, die auf einen rein elektrischen Lieferwagen setzen.

„Das ist uns im Privatleben wichtig, und so wollen wir auch unseren Laden führen“, sagt Pascal Rohr. Nachhaltigkeit ist dem Ehepaar eben wichtig. Dafür stehen die Kunden auch schon mal Schlange. Denn die Zubereitung eines frischen Craft-Burgers braucht ein bisschen mehr Zeit als die einer schnöden Fastfood-Bulette.

Mehrfach am Tag wird das Hackfleisch für die Burger-Pattys, das ausschließlich von ausgewählten Höfen der Region stammt, durch den Wolf gedreht. Auch die vegetarischen Varianten aus Gemüse oder Portobello-Pilzen brutzeln à la minute im eigenen Kochlabor. Selbst die Soßen, an deren Rezeptur die Rohrs lange getüftelt haben, sind von Hand eingekocht. Das schmeckt man nicht nur, das spart auch jede Menge Abfall. Denn es landet nichts im Müll, was noch weiterverarbeitet werden kann. Zero-Waste nennt sich die Bewegung, die nicht nur der Lebensmittelverschwendung den Kampf angesagt hat. Woher aber kommt die Leidenschaft des Paares für das Thema Nachhaltigkeit?

Rohrs müssen manchmal Bestellungen ablehnen

Vermutlich durch ihre Jugend. „Wir stammen aus Kandel, da ist man automatisch naturverbunden und tief verwurzelt in der Region“, erklärt der 38-jährige Pascal Rohr. Deshalb arbeiten er und seine Frau auch vorwiegend mit Produzenten aus dem Umland zusammen. Das Fleisch stammt aus Biobetrieben, beispielsweise aus Minfeld und Wörth. Auch die Pommes schnitzen die Burger-Brater nicht aus irgendwelchen Kartoffeln, sondern aus „Pälzer Grumbeere“. Geliefert werden diese, ebenso wie die Salate und das Gemüse, von Bauer Starck aus Mörlheim. Bio sind auch die Burger-Brötchen, die aus der Backstube des Bio-Bäckers Stefan Dümler in Wörth kommen. Lediglich bei der Brause haben Pascal und Patrica Rohr eine Ausnahme gemacht. Die ist ein Berliner Import.

Das Rohrsche Nachhaltigkeitskonzept endet jedoch nicht bei der Auswahl der Zutaten. Auch die Verpackungsmaterialien sind biologisch abbaubar. Was derzeit besonders wichtig ist. Denn seit dem erneuten Lockdown sei die Nachfrage nach Pascal Rohrs Lieferdienst geradezu explodiert. Vor allem sonntags müsse er manchmal Bestellungen sogar ablehnen, weil Küche und Fahrer nicht mehr hinterherkämen. Die Bioburger machen sich übrigens ganz standesgemäß im Elektroauto auf den Weg. Denn auch das gehört zum Konzept des emissionsarmen Betriebes. Eine Idee, der mittlerweile auch andere Landauer Gastronomen gefolgt sind. Ein neuer Zeitgeist: bio und nachhaltig, gewürzt mit einer Prise Pfalz. Die Kunden – vom Studenten bis zum Rentner – finden’s gut, sagt Rohr.

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