Landau
Familie lockt mit afghanischen Spezialitäten ins Ostringcenter
Im Ostringcenter gibt es seit Kurzem einen neuen Supermarkt. Er nennt sich „Kabul“ und bietet, wie der Name schon vermuten lässt, Spezialitäten aus Afghanistan an. Eröffnet hat den Laden Mohammad Daud Nawabi, er führt das Geschäft zusammen mit seiner Familie, wobei er selbst und seine Frau das Tagesgeschäft übernehmen, während sich seine Tochter um das Organisatorische kümmert.
Nawabi kam vor drei Jahren nach Deutschland, nachdem seine Familie bereits einige Zeit zuvor vor den Taliban geflüchtet war. In ihrer Heimatstadt Masar-e Scharif, die sich im Norden des Landes befindet, mehr als 300 Kilometer von der Hauptstadt Kabul entfernt, und die wegen ihrer blauen Moschee bekannt ist, sei es nicht mehr sicher genug gewesen, erzählt Nawabi.
Die Inspiration kam aus Mannheim
Bevor es zur Flucht kam, die ihn letztlich nach Deutschland führte, hat Nawabi bereits im Ausland sein Geld verdient. In Dubai habe er sein Ingenieurstudium abgeschlossen, danach arbeitete er unter anderem im Irak und Jemen. Nach seiner Ankunft in seiner neuen Heimat Deutschland sei er in einer Mannheimer Kanzlei tätig gewesen, und zwar als Dolmetscher im Bereich Migrationsrecht. Nawabi beherrscht nämlich sieben Sprachen. Seine Kundschaft könne er unter anderem auf Farsi, also Iranisch, Pakistanisch und Englisch beraten. Deutsch lerne er gerade.
Die Idee, sich in Landau mit einem Laden selbstständig zu machen, kam der Familie vor mehr als einem Jahr. In Mannheim beispielsweise gebe es viele asiatische Geschäfte, darunter Läden mit afghanischen, iranischen und indischen Lebensmitteln. Von diesen habe man sich inspirieren lassen, um auch in Landau das bieten zu können. Auch, weil es in der Stadt nichts Vergleichbares gebe. Bei ihrer Suche nach einer geeigneten Gewerbefläche wurden sie im Ostringcenter fündig.
Gute Beratung sehr wichtig
„Das Geschäft läuft nicht wegen der Produkte, sondern durch dein Lächeln und die Gespräche“, betont Nawabi. Seine Herzlichkeit komme nicht von ungefähr. In seiner Heimat sei es so, dass nach jedem Abendgebet die Menschen Obdachlose mit nach Hause nehmen, ihnen einen Schlafplatz zur Erholung bieten und sich um sie kümmern.
Eine gute Beratung sei ihm sehr wichtig, sagt Nawabi. Dabei könne er über jedes Produkt etwas erzählen. Sehr beliebt bei seiner Kundschaft sei Kurut, eine getrocknete, salzige Joghurtmasse. Diese lasse sich gut zu Suppe verkochen, könne aber auch als Snack verzehrt werden.