Landau Führerschein für Babysitter

Spiele und Basteleien sind nur ein Teil des dreitägigen Babysitter-Kurses in Bad Bergzabern.
Spiele und Basteleien sind nur ein Teil des dreitägigen Babysitter-Kurses in Bad Bergzabern.

Im Haus der Familie in Bad Bergzabern wird fleißig gebastelt. Kreiert werden Fingerpuppen aus Papier. Das funktioniert einwandfrei und eignet sich gut als kreative Beschäftigung für kleine Kinder. Ideal also für Menschen, die später als Babysitter tätig sein möchten, erklärt Angelika Heft. Die Leiterin der Kita Regenbogen in Bad Bergzabern führt beim Babysitter-Kurs interessierte Teilnehmer in diese verantwortungsvolle Aufgabe ein. Sie gibt ihnen Tipps, was sie so mit Kinder machen können, auf die sie später aufpassen sollen. Spiele und Basteleien sind nur ein Teil der dreitägigen Babysitter-Grundausbildung, die das Protestantische Dekanat seit 2005 einmal im Jahr anbietet. Darüber hinaus wird den Teilnehmern Wissenswertes zu Rechten und Pflichten eines Babysitters vermittelt, auch werden sie darüber aufgeklärt, wie sie zu handeln haben, wenn ein Kind, auf das sie aufpassen sollen, sich verletzt. Organisiert wird der Babysitter-Kurs von Familienreferentin Ute Braune. Sie pflegt auch die Babysitter-Börse, die im Dekanat Bad Bergzabern vor einigen Jahren eingerichtet wurde, um Familien und Alleinerziehenden, die hin und wieder einen Kinderbetreuer benötigen, helfen zu können. „Wir vermitteln sie dann zu einem Babysitter. Kommen mehrere infrage, führen sie gewöhnlich ein Auswahlgespräch“, berichtet Ute Braune. Während in der ländlichen Region meist die Großeltern noch in der Nähe wohnen und auf die Kleinen aufpassen können, ist die Nachfrage in der Stadt Bad Bergzabern auf jeden Fall da. „Wir haben derzeit etwa vier Familien, die noch nach einem Babysitter suchen.“ Wenn man bedenkt, dass jedes Jahr rund zehn Teilnehmer die Grundausbildung absolvieren, müssten doch genügend Babysitter da sein, oder? Theoretisch schon, praktisch aber nein, sagt Ute Braune. „Die meisten Teilnehmer sind zwischen 14 und 17 Jahre alt, wenn sie babysitten gehen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Später beginnen sie dann eine Ausbildung oder gehen studieren, ziehen gegebenenfalls um, sodass sie meist als Babysitter wegfallen“, sagt die Familienreferentin. Darüber hinaus würden sich nicht alle qualifizierten Kinderbetreuer in der Babysitter-Börse anmelden. „Da gibt es einige, die bereits vor dem Kurs wissen, dass Bekannte Hilfe gebrauchen können und von daher nicht mehr vermittelt werden müssen“, sagt Braune. Daher sei es so wichtig, dass regelmäßig solche Kurse angeboten werden. Die sind auch gefragt. Mit am Tisch sitzt beispielsweise Lucia. Die 15-Jährige kann sich gut vorstellen, später beruflich was mit Kindern zu machen, wie sie erzählt. „Da ist dann schon toll, wenn man Spiele kennt, die man schnell aus dem Ärmel schütteln kann, um die Kleinen zu unterhalten.“ Zwei Plätze weiter sitzt Jannis. „Ich habe einen zweijährigen Cousin, auf den ich immer wieder aufpasse. Da finde ich es wichtig, Anregungen zu bekommen, worauf ich beim Babysitten achten muss“, sagt der 16-Jährige, der der Hahn im Korb ist. Ungewöhnlich sei das jedoch nicht, dass ein Junge sich für den Kurs interessiert, wie Braune erklärt. „Es ist immer eine bunt gemischte Truppe. Junge Mädchen sind zwar in der Überzahl, doch auch Jungen melden sich regelmäßig an“, sagt Braune. Selbst ältere Frauen, die als Babysitter einspringen möchten, sind dieses Mal dabei. Slavka Gutwein, 60 Jahre, selbst Mutter, hat nicht gezögert, sich anzumelden, als sie von dem Kurs erfuhr. „Man lernt nie aus, zudem finde ich es schön, Anregungen zu bekommen, was ich alles mit den Kleinen spielen kann.“ Auch Waltraud Kaltz hat sich schon immer dafür interessiert, solch einen Babysitterkurs zu besuchen. „Nur war ich früher beruflich stark eingespannt, dass ich keine Zeit dafür hatte“, sagt die 61-Jährige. Am Ende des Kurses winkt den Teilnehmern übrigens ein „Babysitterdiplom“, das bescheinigt, dass die künftigen Kinderbetreuer für die Ausübung dieser verantwortungsvollen Tätigkeit qualifiziert wurden. Somit wissen Eltern, dass ihre Kinder in guten Händen sind, wenn sie mal jemanden brauchen, der auf ihre Kleinen aufpasst. „Wenn die Babysitter dann noch einen Erste Hilfe Kurs absolviert haben, sind sie bestens gerüstet.“ Info Weitere Infos zur Babysitter-Börse des Protestantischen Dekanats Bad Bergzabern und zu den Babysitter-Kursen gibt es bei Familienreferentin Ute Braune telefonisch unter der Rufnummer 06343 9893221 oder per E-Mail an die Adresse ute-braune@gmx.de

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