Landau Eine Ära geht zu Ende
Die NVS Ortsgruppe Niederhorbach wird nach 43 Jahren erfolgreicher Arbeit aufgelöst. Die rund 40 Mitglieder werden jedoch sich aber auch in Zukunft für den Naturschutz einsetzen. Sie werden sich der Ortsgruppe Billigheim-Ingenheim anschließen, da bereits gute gegenseitige Beziehungen bestehen. Die Grundstücke mit etwa sieben Hektar wurden bereits vor zwei Jahren in die Stiftung des NVS übertragen. Was bleibt, sind die Erinnerungen an spannende Jahre und zahlreiche Projekte. Eine der ersten großen Aktionen der Ortsgruppe war die Anlage eines Teichgebiets in den „Frondwiesen“ mit mehr als 2000 Quadratmetern samt einigen Erweiterungen. Es folgten Streuobstwiesen mit Hochstamm-Obstbäumen und einheimischen Sträuchern wie Schlehen, Pfaffenhütchen und Haselnuss, die nicht nur im Herbst eine reiche Ernte naturbelassener Früchte bringen, sondern auch Lebensraum für Insekten, Vögel und viele Kleinsäuger bieten. Besonders Stolz ist die Truppe über die Schaffung und Pflege der Löß-Steilwand für solitär lebende Wildbienen und -wespen mit einer Länge von fast 100 Metern. Die nach Süden ausgerichtete Wand wäre somit auch ein idealer Brutplatz für den Bienenfresser, der zu den buntesten Vögeln Europas gehört. Für Turmfalken, Wiedehopf, Meisen und Co. wurden Nistkästen gebaut, mithilfe der Pfalzwerke ein Storchennest aufgestellt. Und damit die Menschen diese Natur genießen können, wurde durch die Gemarkung Niederhorbach der Wanderweg „Wein und Natur“ initiiert und mit Lehrtafeln, Sträuchern und einem Lebensturm ausgestattet. Zuspruch fanden auch die großen Foto-Ausstellungen mit Aufnahmen von Landschaften, Pflanzen und Tieren aus der Region, die Manfred Klein gestaltete. Neben der Schönheit der Natur zeigten die Bilder auch die schweißtreibenden Arbeitseinsätze der Truppe beim Mähen, Graben und Baumschnitt. Wobei die Freude über die Erfolge für die Natur und das gute Zusammenwirken immer wieder neue Kraft gegeben haben, wie Rolf Lambach berichtet, der im Übrigen für sein 30-jähriges Engagement im Naturschutz mit der Silbernen Ehrennadel Rheinland-Pfalz geehrt wurde. Dankbar erwähnt der Vereinsvorsitzende seine langjährigen Mitstreiter Ernst Michael Klein, Gerhard Merz, Karl-Heinz Hirth, Reinhard Helfer und Wilfried Sommer. Trotz intensiver Suche sei es ihm nicht gelungen, jüngere Kräfte für die Ortsgruppe zu gewinnen, erzählt Lambach. Sicher würde eine hohe Belastung am Arbeitsplatz eine Rolle spielen. „In erster Linie ist es aber wohl Desinteresse“, bedauert der 73-Jährige die Auflösung „seiner“ Ortsgruppe und verweist darauf, dass er als selbstständiger Unternehmer in der Heizungs- und Sanitärbranche und dreifacher Familienvater trotzdem immer Zeit für den Naturschutz gefunden habe. Rückblickend könne die Ortsgruppe auf eine positive Bilanz ihrer jahrelangen Arbeit ziehen. „Es ist ein gutes Gefühl. Mit diesem Naturerbe haben wir hier bleibende Werte geschaffen.“ Die Serie In loser Folge stellen wir besondere Vereine in der Südpfalz vor. Sind Sie Mitglied in einem Verein, der ein nicht ganz so alltägliches Hobby pflegt? Schreiben Sie uns per E-Mail an marktsuew@rheinpfalz.de.