Dammheim
Einbruch in Sportheim: Verein bangt um Existenz
Der SV Dammheim schlägt in den sozialen Medien Alarm: „Die letzten Stunden waren wohl die schwersten in der Geschichte des Vereins“, schreibt Jugendleiter Marcus Tetzlaff. „In der Nacht zum vergangenen Sonntag wurde in unserem Vereinsheim eingebrochen, zwei Tresore wurden entwendet. Der Verlust für den Verein gefährdet in höchstem Maße die Existenz für die Zukunft.“
Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Patrick Berger erklärt der RHEINPFALZ, was vorgefallen ist: „Am Samstagabend wurden die Räumlichkeiten bis 22.30 Uhr von einem anderen Verein genutzt. Wir sind am Sonntagmorgen um 9 Uhr für den Jugendspielbetrieb hier aufgeschlagen. In der Zwischenzeit muss es passiert sein.“ Der oder die Täter hätten wohl ein Kellerfenster aufgehebelt, vermutet Berger. Die zwei Tresore waren in einem Regalbrett verschraubt, das von der Wand gerissen wurde. Es habe sich um zwei kleinere Würfeltresore gehandelt, die mit bloßen Händen hätten mitgenommen werden können.
Das Bargeld gehörte nicht nur dem SV Dammheim
Was diesen Einbruch so fatal für den Verein macht, ist das Timing. Im Tresor waren nämlich die Einnahmen von der Dammheimer Weinkerwe, die Mitte August stattfand. Rund 30.000 Euro, schätzt Patrick Berger. Und schlimmer noch: Das Bargeld gehörte nicht nur dem SV, sondern auch anderen Vereinen aus dem Stadtdorf.
„Der Sportverein ist sozusagen Schirmherr bei der Kerwe und organisiert alles. Das Geld lag, wie wir dachten, sicher in unseren Safes, bis alle Rechnungen da sind und alles durchkalkuliert ist. In dieser Woche hätte es verteilt werden sollen“, erklärt Berger. Die Landfrauen, der Gesangverein, die Feuerwehr – sie alle sind Geschädigte dieses Verbrechens.
„Gehen davon aus, dass es weg ist“
„Die Reaktionen der anderen Vereine waren Verwunderung, Enttäuschung, aber auch Verständnis. Wir wollen schauen, wie wir eine gemeinsame Lösung finden.“ Wenn der Verein den Verlust komplett selbst stemmen müsste, stünde man völlig blank da. Ob eine Versicherung aufkommt, weiß Berger nicht. Der Verein versucht, den Dieben über Aufrufe in den sozialen Medien ins Gewissen zu reden, bietet an, die Täter nicht zu melden, wenn das Geld zurückkommt. „Eine kleine Hoffnung bleibt, dass das vielleicht eine dumme Aktion von Jugendlichen war, die eskaliert ist“, meint der stellvertretende Vorsitzende, ergänzt dann aber: „Wir gehen davon aus, das es weg ist.“
In den vergangenen Tagen hat Berger nicht gut geschlafen. Er sei auch den Verein ums Stadion mehrfach abgelaufen, um nach Spuren zu suchen. Ohne Erfolg. Marcus Tetzlaff bittet darum, Augen und Ohren offen zu halten. „Vielleicht ist das Regalbrett irgendwo gesichtet worden, oder jemand hantiert mit ungewöhnlich hohen Bargeldbeträgen. Jeder Hinweis kann wichtig sein.“
Projekte auf Eis
Der Verein muss nicht von heute auf morgen zu machen, da kann Berger beruhigen. „Der operative Betrieb läuft weiter. Aber wir müssen mit unseren Trainern und Spielleitern sprechen, die ja eine Aufwandsentschädigung erhalten. Und es gibt längerfristige Projekte, die jetzt erstmal auf Eis gelegt werden müssen.“
Info
Sachdienliche Hinweise können unter der Nummer 06341 2870 an die Polizei oder unter der E-Mail patrick.berger@sv-dammheim.de an den Verein weitergeben werden.